Respekt vor dem Wählerwillen

Erstmal Glückwunsch an alle Mitschreiber hier im Blog für Eure Wahlergebnisse, wir sehen uns dann in den nächsten Tagen ja sicher auch mal wieder “live”. Am Ergebnis der SPD gibt es nichts zu beschönigen, auch wenn ich gestern Abend im Frankfurter Römer erstmal geschockt war. Aber den Wählerwillen gilt es zu respektieren.

Eine erste Analyse der Daten sagt, dass das Wahlergebnis im Wesentlichen die Glaubwürdigkeit der Hessen-SPD bewertet. Oder anders formuliert, der Souverän hat der SPD für den Kurs im vergangenen Jahr das Vertrauen entzogen. An 23,7 Prozent Zweitstimmen - d.h. ein Verlust von 13 Prozent im Vergleich zur Landtagswahl am 27. Januar 2008 - ist eben nichts schönzureden. Noch schlimmer sieht es in absoluten Zahlen aus: Nur noch 614.653 Wähler entschieden sich für die SPD. Das sind 391.611 weniger als vor einem Jahr. Allein 192.000 Stimmen davon sind ins sogenannte Nichtwählerlager abgewandert.

Was für ein Erdrutsch. Ich hab´ in meinem Wahlkreis 23,1 Prozent (Erststimme) und 18,2 Prozent (Zweitstimme) geholt. Auch das ist eindeutig. Auch wenn einige sagen, dass das gesamte Ergebnis kein Sieg für Roland Koch ist, kann ich dieser Perspektive in Anbetracht unserer Verluste momentan noch nichts abgewinnen. Vielmehr vermisse ich schon jetzt SPD-Abgeordnete wie Michael, Turgut, Elke oder Christoph, denen ich mich über die innerparteilichen Lager hinaus freundschaftlich verbunden fühlte. Und dass viele Nordhessen doch noch ihre Direktmandate geholt haben, Respekt.

Andrea Ypsilanti hat gestern abend die politische Verantwortung übernommen und ist von allen Führungsämtern zurückgetreten. Zu spät meinen einige. Mir ist das 24 Stunden danach fast schon wieder egal, es ändert am Wahlergebnis eh nix mehr. Vorbei ist vorbei.

Thorsten Schäfer-Gümbel hat jetzt für die nächsten fünf Jahre eine wahre Herkulesaufgabe vor sich. Nach innen, um die Enttäuschung der Genossinnen und Genossen aufzufangen. Und nach außen, um die Glaubwürdigkeit der SPD wieder herzustellen. Besonders in den nächsten Wochen, denn wir steuern ja am 7. Juni schon auf die Europawahl zu.

Vielen Dank an dieser Stelle den Leserinnen und Leser als auch der Redaktion des HR-Blogs. Ich fand´s ne gelungene Idee. Bis irgendwann in den virtuellen Weiten des Universums, vielleicht im Hotel Falckenstein.

Und eine letzte Frage: Was macht der Nachwuchs, Herr Rentsch? Darf man endlich gratulieren?

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Eine Antwort zu “Respekt vor dem Wählerwillen”

  1. anthoney Meint:

    tja er hatte nichts zu verlieren.
    leider hat er auch nichts gewonnen :-(