“Die Hühner werden am Ende gewogen”

Thorsten Schäfer-Gümbel und Frank-Walter Steinmeier

Abschlußkundgebung mit Schäfer-Gümbel und Steinmeier

… hat Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) vergangene Woche beim Neujahrsempfang der Frankfurter SPD gesagt. Jetzt ist es soweit, jetzt geht´s auf die Waage, bzw. an die Urne. Zum einen bin ich froh, dass dieser Wahlkampf vorbei ist. Zum anderen hab´ ich neue Freunde gewonnen. Solidarität ist nicht nur ein Begriff. Aber man darf die Solidarität Dritter auch nicht unendlich strapazieren.

Die Abschlußkundgebung der hessischen SPD geht im Casino der Stadtwerke in Frankfurt über die Bühne. Mit Frank-Walter Steinmeier, dem SPD-Vizekanzler, der fast schon klassenkämpferische Töne anschlägt. Die Finanzmarktkrise sei ein “Desaster für die Hohepriester des Marktradikalismus”, und die FDP trage politisch Mitschuld, denn sie habe sich einfach “in die Schützengräben begeben statt Brücken zu bauen.” Und wenn man jetzt nicht zur Wahl ginge, bestrafe man nicht nur die Sozialdemokratie. Insgesamt finde ich hat Thorsten die bessere Rede gehalten. Das bekommt er dann auch prompt vom Bundesaußenminister anerkennend und mit Schulterklopfen bescheinigt. Er habe vor Thorstens Leistung “allergrößten Respekt”. Mutig und mit “mit Freude, Kompetenz und Humor” habe er Verantwortung übernommen und sei jetzt das Gesicht einer neuen Generation. Thorsten ist es fast peinlich. Aber irgendwie passt es atmosphärisch, obwohl deutlich mehr als ein Blatt Papier zwischen beide passt.

Petra Tursky-Hartmann, Jens Christoph Pieper und Annette Gümbel

Dann heißt es Abschied nehmen. Von Annette und Jens Christoph Pieper, Deutschlands wohl bekanntestem Fahrer eines Opel und Wettkönig von “Wetten daß?“. Ich wollte ihn immer mal fragen, wieviele Kilometer er eigentlich mit TSG seit dem 8. November 2008 kreuz und quer durch Hessen heruntergerissen habe. Aber ich bin mir irgendwie sicher, dass wir uns auch nach dem Wahltag alle wiedersehen werden, und dann wird mir dieses Super-Brain sicher Rede und Antwort stehen.

Krönung des Abends ist letztendlich nicht die Politik, sondern das Oberräder Männerballett. Die Grazie und die Anmut der “Schippenstiels” wirkt wie ein Heiterkeitsangriff auf die Lachmuskulatur meines angespannten Gemüts. Denn es war in den vergangenen Wochen nicht immer lustig. ”When I’m dreaming bout the last summer, feel the sunshine in the air“. Der Schlager und die zehn “Grazien” auf der Bühne lassen mich Kälte, Schnee und Eis der vergangenen Tage vergessen. Ich hoffe auf bessere Zeiten. Und das meine ich nicht nur klimatisch, sondern auch politisch. Es ist doch eine Menge passiert seit der letzten Landtagswahl am 27. Januar 2008. Damals habe ich 31,7 Prozent bei der Erststimme und 30,7 Prozent bei der Zweitstimme für die SPD im Wahlkreis 37 geholt. Mal gespannt, ob ich das Ergebnis am 18. Januar wiederholen kann? Getan habe ich zumindest alles, was mir möglich erschien. Aber wie sagte schon TSG: “Die Hühner werden am Ende gewogen.”

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2 Antworten zu ““Die Hühner werden am Ende gewogen””

  1. Pierre Abraham Meint:

    In dem belanglosen Blog wird im Zusammenhang mit den Hochrechnungen bereits jetzt klar: Wer hat uns verraten ? Die Sozialdemokraten.

    In Zeiten wie diesen bedarf es Persoenlichkeiten und kein BlaBla.

    Die SPD hat sich geoutet. Ihre Unglaubwuerdigkeit und Selbstgerechtigkeit ist offensichtlich. Schade fuer das Land - Schade fuer die Kinder - Schade fuer eine vernuenftige Politik-

    Jeder Unternehmer der so ein Ergebnis egal wo bekommen wuerde, stellte sich selbst in Frage - Y macht jetzt ihren Ruecktritt klar - viel zu spaet.

    Mal sehn was die SPD macht -

    “Solidarität ist nicht nur ein Begriff.” mit wem ist die SPD
    denn solidarisch ? - Ausser mit fragwuerdigen Spitzenkandidatinnen ?

    MfG
    P.Abraham

  2. Andreas Meint:

    Die Hühner werden am Ende gewogen.

    Und für zu leicht befunden. Vielleicht fehlte da schon der Kopf.