“Kohlosaurus” vor dem Landtag
Schöne Aktion vor dem Hessischen Landtag heute: Die Bürgerinitiative “Stopp Staudinger” und die “Klimaallianz” haben einen „Kohlosaurus“ auf dem Schlossplatz aufgebaut - mit einem Kühlturm als Rumpf. Damit protestierten sie gegen den Bau des neuen Block 6 des Kohlekraftwerks Staudinger in Großkrotzenburg, den der Betreiber E.ON plant. Durch den Ausbau des Kohlekraftwerkes würden über 6 Mio. Tonnen CO2 im Jahr zusätzlich freigesetzt werden – bei der Aktion symbolisiert durch dutzende schwarze Luftballons, die zum Abschluss aus dem Kohlosaurus-Kühlturm in den Himmel aufstiegen.
Angesichts der drohenden Klimakatastrophe und den gesundheitlichen Auswirkungen für die Menschen der Region ist der Ausbau grundfalsch.
Statt neue Kohlekraftwerke zu bauen, müssen erneuerbare Energien gefördert werden. E.ON und die anderen drei großen Energiekonzernen blockieren die Energiewende und zementieren mit dem Bau neuer Kohlkraftwerke eine veraltete umweltschädliche Technologie. Unterstützung bekommen sie dabei von der geschäftsführenden Landesregierung. Dabei sollte Hessen doch zum Musterland für erneuerbare Energien werden – laut Roland Koch. Derzeit ist Hessen Schlusslicht. Bei der Landtagswahl steht auch die Energiepolitik zur Wahl. Und für den Kohlosaurus ist’s höchste Zeit auszusterben.
Tags: Kohlosaurus, Landtag, Staudinger








Januar 8th, 2009 um 11:31
[...] ab, einen illustrierten Beitrag liefert einzig Janine Wissler und fügt das Foto einer kleinen Demo gegen ein geplantes Kohle-kraftwerk [...]
Januar 8th, 2009 um 16:12
Mhmm, die Linke hat ja eine richtige Energieexpertin mit Frau Wissler, finde ich toll !
Nun, Sie werden mir doch sicherlich erläutern können, wie Sie ohne den Ausbau des KW Großkrotzenburg weiterwirtschaften wollen. Der KW-Block 6 wird einer der modernsten der Welt sein, mit wirkungsgradgesteigertem Dampferzeuger und Turbosatz (46% statt 35% beim alten). Da wird jede Minute weniger Kohle bei mehr Leistung benötigt, was natürlich ein Vorteil für die Nachhaltigkeit bedeutet. Und der bestehende Grundlastblock 5 kann nunmal erst dann modernisiert werden, wenn ein neuer Block vorhanden ist, der die Last übernehmen kann.
Also ohne Ausbau lassen wir den alten Stinker Staudinger weiterrauchen wie bisher. Sehr sinnvoll, lasst uns nachhaltig wirtschaften und stellen wir uns gegen die Nachhaltigkeit! Irgendwie beißt sich da die Katze in den Schwanz…
Oder können Sie mir erklären, wie Sie die benötigten 1.1 Giga-Watt Leistung mit Biogas, Wind oder Wasser herstellen wollen? Nur so als Überlegung: Man müsste für die gleiche Leistung ungefähr 44 große BiomasseKWe bauen, man hätte innerhalb von nur 5 Jahren den ganzen Baumbestand von Hessenforst abgeholzt, hätte Probleme mit Netzschwankungen durch dynamische Effekte und mit der Abwärme aus den BioM-KW hätte man in vielen Ortschaften mit Nahwärme rund um die Uhr beheizte Bürgersteige. Nie wieder Schneeschippen!
Abgesehen bedeutet Staudinger die Sicherung von Arbeitsplätzen. Im Anlagenbetrieb wird rund um die Uhr gearbeitet, Umbau und Reparaturen sichern regionalen Unternehmen Aufträge und das Kraftwerk wird nicht in Fernost gebaut, sondern in Deutschland und sichert Arbeitsplätze im deutschen Anlagenbau - und der Bau bringt die Entwicklung neuer Technologie entscheidend voran, indem Wissenschaftler und Ingenieure neue Verfahren aus den Meßdaten entwickeln können.
Und umweltschädlich ist es auch nicht mehr als andere Technologie. Ihr privater Kleinwagen, liebe Frau Wissler, ist bezogen auf den Wirkungsgrad zum Brennwert des hineingesteckten Treibstoffes garantiert eine größere Dreckschleuder als ein Kohlekraftwerk, bei dem strengere Verordnungen gelten als bei einem Kfz. Die gesundheitsschädliche Feinstaubbelastung z.B. in den Städten kommt mitnichten von Großkraftwerken.
Die Liste ließe sich noch endlos fortsetzen, zum Beispiel das die bei der Rauchgasreinigung anfallende Menge an Gips hilft, natürliche und sehr empfindliche Ressourcen zu schonen, das die anfallende Flugasche auch in der Zementherstellung eingesetzt der Schonung von Ressourcen hilft. Das allein der Transport der Kohle wesentlich weniger Dreck macht als der bei regenerativen Energieträgern notwendige Einsatz von Vollerntern, Forwardern und Lkws, die alle wertvollen und teuren Diesel hinausblasen. Dabei entstehen übrigens wesentlich mehr Stickoxide als im Kraftwerk, bei dem der Prozess genau gesteuert werden kann. Und die Stickoxide führen zur Ozonbildung, vergiften Böden und schädigen die Umwelt noch stärker, als man Ihnen es mit CO2 weismachen will.
Aber wie das so mit verbohrten Ideologen ist, wäre jedes weitere Wort darüber zuviel.
Die Farce charakterisiert nur ein Spruch, den jeder Politiker kennt: “Wir müsse spare, egal was es kostet!”
Warum soll man Arbeitsplätze erhalten, warum Menschen günstigen Strom ermöglichen und eine wesentlich weiter entwickelte Technik zur Verfügung stellen, die es ermöglicht, die Umwelt noch mehr zu schonen - wenn man doch mit unglaublichem Aufwand, einer stärkeren Umweltbelastung, Vergeudung von Ressourcen und unter Inkaufnahme von schwerwiegenden Umweltschäden durch Erosion, Überwirtschaftung usw. so richtig politisch korrekten Ökostrom herstellen kann, für den der Verbraucher dann noch mehr zahlen soll! Wobei von dem Ökostrom nur eine kleine Kaste profitiert, die sich ihre Dienste (gerade bei Windanlagen) teuer bezahlen lässt, während man viel mehr Arbeitsplätze in der normalen Wirtschaft sichern könnte in dieser Krisenzeit…
Ich kann nicht verstehen, warum sich die Bürger jeden Tag so hinters Licht führen lassen von CO2-Fanatikern und Ökoextremisten, denen es gleich zu sein scheint, wie der Bürger in Zukunft den teuer erkauften Ökostrom bezahlen soll.