In der Ruhe liegt die Kraft…

Gestern Abend waren die Wiesbadener Landtagskandidaten beim öffentlichen Leser-Forum des Wiesbadener Kuriers. Insgesamt war die überwiegend sachliche Stimmung ein deutlicher Kontrast zur Veranstaltung im vergangenen Jahr, wo gerade zum Thema Schulpolitik deutlich energischer diskutiert wurde, als dieses Jahr. Vielleicht schafft man es, von dieser Stimmung ein wenig zu retten; aus meiner Sicht haben die Menschen die Nase voll von einer so extrem polarisierenden Politik wie in den letzten Jahren und auch Monaten. Deshalb, in der Ruhe liegt die Kraft, auch in der Politik.

Die Hauptthemen gestern Abend waren Bildung, Wirtschaft und Energie. Was immer klarer wird, ist, dass Schüler, Lehrer und Eltern keinen Bedarf für neue Reformen sehen. Die Schullandschaft braucht jetzt vor allem Ruhe und eine bessere Ausstattung. Beim Thema Energie wundert es mich sehr, dass viele Menschen keinen Zusammenhang zwischen der von rot-grün missglückt eingeführten “Liberalisierung” des Strommarktes und den explodierenden Preisen sehen. Vier Grosse teilen sich den Markt auf, dass hat nichts mehr mit Wettbewerb zu tun. Das hatte auch das Bundeskartellamt so gesehen und die damals geplanten Fusionen nicht genehmigt. Wirtschaftsminister Müller und Kanzler Schröder gaben dann eine Ministererlaubnis, und das ganze nahm seinen Lauf. Klar ist, dass wir einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energieträger brauchen, klar ist aber auch, dass Energie nicht zum Luxusgut werden darf und bezahlbar bleiben muss. Auf meine Frage, wo denn eigentlich die nach SPD-Planungen 3000 “Scheer-Windräder” hinkommen, habe ich leider immer noch keine Antwort bekommen. Gerecht verteilt bedeutet dieses nämlich, dass auch Wiesbaden 150 bekommt. Wird spannend, wo die aufgestellt werden…Insgesamt war die Diskussion spannend, auch wenn 90 Prozent des Publikums beiden großen Parteien angehörten, aber so ist das nun mal…

Bookmarken: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • del.icio.us
  • MisterWong
  • Webnews
  • Y!GG
  • Furl

Tags: , , , ,

3 Antworten zu “In der Ruhe liegt die Kraft…”

  1. Abnehmen-Diät-Gesundheit » Hessen-Wahl: Entscheidung im Internet! Meint:

    [...] Wirtschaft und Energie sind laut Florian Rentsch die Hauptthemen des Wahlkampfs: Was immer klarer wird, ist, dass Schüler, Lehrer und Eltern [...]

  2. Guntram Althoff Meint:

    Lieber Herr Rentsch,

    das mit den Windrädern ist so eine Sache: Hessen ist bisher Schlußlicht in dieser arbeitsplatzsichernden Technik. Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise, Windrädern werden weiter gebaut und gebraucht, weil sie eine Energie nutzen, die kostenlos zur Verfügung gestellt wird, ebenso wie die Solarenergien. Auch in anderen Bundesländern stehen Anlagen und um die Frage zu beantworten: Windräder werden dort aufgestellt, wo viel Wind weht und daher gehören sie weder nach Wiesbaden noch in den Rheingau. Dafür braucht es große Windmengen und die gibt es u. a. in Mittelgebirgen. Übrigens, die Ansicht eines AKW oder Kohlekraftwerkes gehört nicht gerade zu den optischen Reizen von Kalkar oder der Städte, die in der Nähe des Staudinger-Kohlekraftwerks liegen. Von den gesundheitlichen Aspekten mal ganz abgesehen!

  3. Claus Tilgner Meint:

    Lieber Herr Althoff !
    Als Antwort auf Ihren Kommentar möchte ich Sie doch wirklich einmal fragen, wer in Hessen Windkraftanlagen herstellt und wieviele Arbeitsplätze in dieser Branche tatsächlich vorhanden sind und diese nicht mit staatlichen Mitteln künstlich erhalten werden.

    Es ist schön, wenn man Energien nutzen kann, wenn sie vorhanden sind, aber man muß dabei das Augenmaß behalten. Es kann nicht sein, das man auf Teufel komm raus Windräder baut, weil man damit eine kostenlose Energie nutzen will und - das müssen Sie doch eigentlich mal ehrlich zugeben - so richtig dicke Subventionen abkassieren will !
    Da wären zunächst die Herstellkosten. Gut, die werden ja eigentlich wieder recht schnell erwirtschaftet- aber nur, weil es für den Strom aus Windkraft staatlich verordnet einen höheren Preis gibt als die Energieversorgungsunternehmen (EVU) normalerweise dafür bezahlen würden. Würden die Windradbetreiber pro kWh Strom das gleiche bekommen wie der Betreiber eines konventionellen Kraftwerks, würde er die Finger von dieser Investition lassen.
    Dann wäre da die Ökobilanz. Seltsamerweise interessiert die ausgerechnet die Umweltfreunde und Grünen irgendwie gar nicht mehr, dennoch ist die Ökobilanz das aussagekräftigste Werkzeug, mit der man die Umweltfreundlichkeit eine Investition beurteilen kann. Bislang sah es aber immer so aus, das für Windräder keine positive Ökobilanz vorgelegt werden konnte.
    Als nächstes steht das Einspeisungs- und Speicherungsproblem. Sie können nicht einfach Strom einspeisen, wenn gerade besonders viel Wind geht, wenn niemand im Netz diesen Strom abnimmt. Das Stromnetz reagiert da sehr empfindlich und Teile würden zusammenbrechen- auch nicht Sinn der Sache. Unglücklicherweise ist der Wind dazu auch noch böig und nie konstant und ist meist dann nicht vorhanden, wenn man ihn brauchen würde und umgekehrt… Windkraft ist also nicht für die wichtige Grundlastversorgung geeignet und kann beim derzeitigen technischen Stand noch nicht einmal wirtschaftlich für Spitzenlasten abgedeckt werden.

    Das sind alles Dinge, die hinreichend bekannt sind, denen sich aber Ökoextremisten und Windkraftlobbyisten stets verschließen. Ganz ehrlich gesagt habe ich da regelrecht Angst, was passieren würde, wenn jemand wie dieser Herr Scheer, der von Technik und Ökologie überhaupt keine Ahnung zu haben scheint, in einer Landesregierung als Minister oder auch als Zuflüsterer sitzt.

    Sicher, ein Großkraftwerk ist ein großes Bauwerk- aber mir ist lieber, ein einzelnes solches Bauwerk verunziert die Mainaue als wenn 3000 Windräder die reizvollsten Landschaften in Hessen zupflastern, die unserer Naherholung und dem Tourismus dienen.

    Und wo ist bitte Ihr gesundheitlicher Aspekt? Auch wenn das jetzt zynisch klingen mag, es ist bei weitem nicht so gemeint: Großkrotzenburg leidet weder unter einer astronomisch hohen Lungenkrebsrate, noch ist die Stadt durch Krankheiten infolge des Kraftwerksbetriebs entvölkert. Die Großkrotzenburger mögen mir diesen Seitenhieb entschuldigen, ich liebe diese Stadt und freue mich immer, wenn dort mal unterwegs bin. Übrigens ist für mich Staudinger ein Teil Großkrotzenburgs, so wie sich Grevenbroich auch mit seinen Kraftwerken als Energiehauptstadt bezeichnet, für mich ist das Großkrotzenburg für Hessen.

    Wenn Sie gesundheitliche Bedenken anführen (normalerweise wird ja die CO2-Schiene gefahren), dann sollten Sie auch daran denken, das ein Ausbau mit modernster Technik die Luftqualität zu verbessern hilft, wenn dadurch auch der alte Kraftwerksblock saniert und mit verbesserter Technik modernisiert werden kann. Seltsamerweise sind gesundheitliche Aspekte zu einem Großteil auch immer ein subjektiver Eindruck. Wenn Sie jemandem lange genug erklären, das ein Großkraftwerk Hämorrhoiden verursacht, wird er sich die Krankheit irgendwann einbilden. Bemerkenswert ist aber, das durch das unüberhörbare Betriebsgeräusch der Windräder niemand in ihrer Nähe leben will.