www.nie-wieder-studiengebuehren.de

Eigentlich wollte ich heute ja kurz was schreiben, dass wir in Sachsenhausen in der Kisselsiedlung mit Hausbesuchen unterwegs sind. Aber es gibt wichtigeres. Die Juso-Hochschulgruppen haben gestern die Unterschriftenaktion “Nie wieder Studiengebühren” gestartet und mir damit meine virtuellen Briefkästen gefüllt.  Also, hier meine Bitte für heute: Bitte unterstützt/bitte unterstützen Sie die Kampagne mit Deiner/Ihrer Unterschrift.

Nochmal zur Erinnerung worum es geht? 500,- Euro pro Semester hat das Studium an einer hessischen Hochschule im Wintersemester 2007 und Sommersemester 2008 gekostet - das hatte die Hessische CDU beschlossen. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei wurden die unsozialen Studiengebühren wieder abgeschafft. Deshalb: Kämpft alle mit, dass es beim gebührenfreien Studium in Hessen bleibt.

Ich kann mich übrigens gut an den Tag erinnern, als Andrea und Tarek am 5. Juni 2008 im Landtag nach der Plenardebatte die Torte (siehe Foto) anschnitten.  Ich hatte an dem Tag Geburtstag und hab mich über dieses “Geschenk” riesig gefreut. Im Nachklapp hat der Koch dann übrigens wieder gezeigt, dass er der Koch ist und der Koch bleibt.

Ich habe zwei Semester Studiengebühren für meinen ältesten Sohn gezahlt. 500 € ist kein Pappenstiel für normal verdienende Familien in Hessen. Das ist wie “Waschmaschine zweimal im Jahr kaputt”.

Bildung ist ein Grundrecht. Deshalb: Macht bitte alle mit bei der Unterschriftenaktion, damit Bildungschancen in Hessen in Zukunft nicht wieder vom Einkommen der Familie abhängen.

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4 Antworten zu “www.nie-wieder-studiengebuehren.de”

  1. Sylvia Braun Meint:

    Und weiter - es will doch offensichtlich keiner Studiengebühren einführen - es ei denn, man unterstellt den anderen Parteien nun das Lügen. Für mich ist das verschwendete Arbeitskraft und nicht sehr einfallsreich.

  2. Holger Harms Meint:

    Der völlig falsche Ansatz, Frau Tursky: Sie vergeuden nicht nur Arbeitskraft, Material, Arbeitszeit und
    Kampagneinhalte der SPD für gerade einmal lächerliche 80 Euro im Monat für angehende Eliten in Deutschland. Mir scheint, hier geht es der SPD nur ums Prinzip und Streit zu schüren, und nicht um die Sache selber, denn die ist absolut lächerlich.

    Ich schildere Ihnen mal Probleme von Eltern, deren Kinder noch weit davon entfernt sind, zu den Eliten des Landes ausgebildet zu werden:

    Kindergartenbeitrag (für 2 Kinder) in Gi-Gu derzeit 300 Euro mtl.! (Das sind in Ihrer Vorstellung 7 kaputte Waschmaschinen im Jahr)
    Schulgeld für Realschüler, die z.B. eine physiotherapeutische Ausbildung beginnen wollen: 360 Euro monatlich: das wären 8,5 kaputte Waschmaschinen!

    Oder ist Ihnen ein freies Mittagsessen für Kinder bedürftiger Eltern in Ganztagschulen nicht eher Landesgeld wert, als ein freies Studium für angehende Eliten, bevor ein Kind beim Essen hungernd zusehen muss, weil seine Eltern kein Geld dafür haben?

    Optimal wäre natürlich, wenn das Land alles bezahlen könnte; geht aber nunmal nicht : und darum das Wichtigere zuerst und keine pseudo-populistischen Wahlkampfgeschenke, nur weil Studenten entgegen Kinder und Schüler wahlberechtigt sind.

    Der FDP-Ansatz mit nachgelagrten Studiengebühren, die nur dann fällig werden, wenn das Studium erfolgreich abgeschlossen wurde und eine dem Stúdium entprechender Arbeitsplatz gefunden wurde, ist daher SOZIAL GERECHT gegenüber allen Kindern, Haupt- und Realschülern.

    Soziale Gerechtigkeit ist mehr als nur eine Sprechblase.

    Machen Si einmal eine Umfrage zum Thema Studiengebühren bei Schülern und Eltern von Haupt- und Realschule ! Sie werden sich wundern, wie da Ihre Ansichten ankommen.

  3. Petra Tursky-Hartmann Meint:

    Sehr geehrter Herr Harms

    Ich kann das von Ihnen geschilderte Probleme von Eltern, deren Kinder noch weit davon entfernt sind, zu den Eliten des Landes ausgebildet zu werden, gut nachempfinden, denn ich habe selbst zwei Söhne (1987 und 1990 geboren) und in Frankfurt damals 360 DM pro Kind in einer städtischen Kita und später auch Hort bezahlt. (Man kann es jetzt als Privatsache betrachten, wenn man mit zwei kleinen Kindern noch sein Studium fertig machen will, aber ich wollte einfach meine Ausbildung abschließen, da ich nach dem Abitur erstmal 12 Jahre als Stewardess gearbeitet hatte und mir damals die Vereinbarkeit von meinem alten Beruf und Familie nicht machbar erschien).

    Sorry, wenn das mit der Waschmaschine zu flapsig rüberkam, das war nicht die Intention. Ich hatte da eher das Ergebnis der Studie der CDU-Bildungsministerin Schavan vor Augen, dass die “Campusmaut” insbesondere Frauen und junge Menschen aus bildungsfernen Elternhäusern abschreckt. [mehr]. Wenn ich damals noch Studiengebühren hätte zahlen müssen, hätte ich meinen Abschluß mit zwei Kindern niemals gepackt.

    Mir ist es deshalb ernst mit dem Anliegen, dass die SPD sich konsequent dafür einsetzt, dass Kindergarten, Schule und Studium gebührenfrei werden bzw. bleiben. Dann wäre soziale Gerechtigkeit endlich mehr als nur eine Sprechblase.

  4. Claus Tilgner Meint:

    Und das, wo unser geschäftsführender Ministerpräsident Roland Koch doch auch gratis studieren durfte. Und ganz viele aus der CDU und FDP auch.
    Ich bin kein Anhänger der SPD, war eigentlich konservativer Stammwähler. Aber was da gemacht wurde, hat mich wütend gemacht. Sehr wütend.

    Ein Freund von mir musste nicht nur die Studiengebühren zahlen, er muss seit 2005 auch Langzeitgebühren bezahlen. Hat sein Studium gleich mal um 3 Semester verlängert, weil er von zuhause nicht die Mittel hatte und auch von der LTH keine Mittel bekam. Dabei hatte er hervorragende Noten. Die waren natürlich weg, wenn man pro Semester 1150 € abdrücken muss…
    Naja, das ist halt soziale Gerechtigkeit: Wir lassen die Reichen studieren, die dürfen sich dann Elite nehmen. Wenn ein normalverdienender Bürger dann die Dienste eines Anwalts, eines Arztes oder eines Ingenieurs braucht, dann machen wir es wie in den USA und zahlen dann 200€ pro Stunde Beratung. Schließlich musste der ja für sein Studium bezahlen. Und das Geld will er zurück.

    Mhmmm, stimmt ja. Wir hatten da in Deutschland doch einmal etwas, das nannte sich doch - wie gleich? SOLIDARGEMEINSCHAFT. Ja richtig.
    Naja, ist uns ja irgendwie abhanden gekommen, was das heißt, gell? Und das ausgerechnet von den Sozialdemokraten, die damit die paar armen Menschen, die kaum über die Runden kamen gegen die zahlende Masse ausspielte und es nicht verstanden hat, wenigstens dem dreisten Mißbrauch mal den Riegel vorzuschieben. Erinnern Sie sich? Gerade die SPD war von der Agenda 2010 wie besoffen.
    Naja, die “anderen” drehen es nur um und entwickeln es weiter. Auf Studis lässt sich leicht herumhacken. Haben ja keine Rechte. Kriegen ihre Hiwi-Jahre als Werkstudent nicht bei der Rente angerechnet (Lehrlinge schon) und wenn man 5-6 Jahre später im Berufsleben steht, bekommt man noch die paar Kröten geneidet, die man mehr verdient als ein Meister mit 3 Jahren Berufserfahrung, der sich schonmal das zweite Häuschen zusammenspart, was seine Altersvorsorge wird. Während man als Absolvent noch gar nichts hat.

    Tolle Solidarität! Kein Wunder, das viele Studis nach dem Studieren abwandern… Schonmal jemand auf die Idee gekommen, DIE abzukassieren?