Sturmerprobt seit 1863

Ist mein Lieblings-Motto für diesen Wahlkampf und kommt gleich nach dem “TSG”-Button. Den Anstecker hat Gerrit beim Parteitag in Alsfeld mit den Worten “gab schon schlimmere Zeiten für die SPD, also net jammern” verteilt. Den trag ich seitdem an der Jacke. Und führt immer wieder zur Frage, wofür denn “Sturmerprobt seit 1863″ steht.

Nicht nur sturmerprobt sondern eher hartgesotten waren die vier, die gestern mit mir bei minus-keine-Ahnung-wie-viel-Grad-das-war-aber-viel-war-es-nicht Flyer in Niederrad gesteckt haben. Ist immer lustig, wenn man nach “in Augenscheinnahme” mit dem Flyer erkannt wird. Drei Mädels auf der Straße blieben stehen und kuckten … mit “äh, ich kenn´ Sie. Vom Besuch mit der Klasse von der Holbeinschule im Landtag!” Und dann großes Gelächter und Spaß, dass man selbst steckt. Anita Breithaupt, die frühere SPD-Landtagsabgeordnete in meinem Wahlkreis hat mir mal eingeschärft, dass es unfair ist, hinterm warmen Ofen zu bleiben, wenn der Rest der Truppe draußen friert.

Wobei, zweimal hintereinander Winterwahlkampf ist ein hartes Los (und die SPD ist ja nicht unschuldig dran, also bin ich wieder bei Gerrit und seinem “net jammern!” Spruch.) So Draußen-Aktionen machen aber nur in Filmen wie “Und täglich grüßt das Murmeltier” wirklich Spaß. Im realen Leben muss dieses Murmeltier nicht jedes Jahr wiederkommen.

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13 Antworten zu “Sturmerprobt seit 1863”

  1. Christian Hartinger Meint:

    Sturmerprobt seit 1863 steht für harte manchmal auch zu harte Auseinandersetzungen wie sie aber leider viel zu oft im Leben vorkommen.
    Sturmerprobt muss jede Familie sein, jeder Betrieb und jede Gemeinschaft, wenn sie bestehen will. Kein Mensch will diesen Sturm, aber nach einem überstandenen Sturm ist man stärker weil eben Sturmerprobt. Die Linke ist gerade mitten in ihrem Sturm, die Grünen hatten solche krisenhafte Auseinandersetzungen in den 80-igern, wir sind noch drinne aber fast drüber weg (hoffe ich).
    Die CDU wird hoffentlich endlich mal in so einem Sturm kommen, leider erkennt man bei ihr so von außen betrachtet zu wenig Streit und Auseinandersetzung und Diskussion. Ein klärendes Gewitter kann manchmal echt helfen. Aber die Konservativen sind viel zu obrigkeitshörig für so etwas. Deshalb stehe ich gern auch bei Minusgraden für meine SPD am Infostand oder hänge stundenlang Plakate auf. Weil sie nicht nur Sturmerprobt ist sondern eine Streitkultur hat und ein soziales Gewissen.

    Wollt ihr wirklich wieder KOCH???

  2. Saskia Wiese Meint:

    Das ist SPD, wie man sie sich vorstellt: Die Kandidatin steckt Flyer selbst, das Geld für den Wahlkampf ist knapp, aber wer wird sich von den Sturmerprobten davon abhalten lassen? Beim Wahlkampfworkshop im SPD Ortsverein waren, wie man hört, dreimal mehr Leute als im Januar 08 - so schnell läßt sich diese Partei nicht wegdiskutieren, denn die Basis ist großenteils unverdrossen. Oder reißt sich zumindest wunderbar zusammen. Dieser Button “seit 1863″ ist tatsächlich ein Meisterstück, gerade in der Innenwirkung, denn er hilft, aktuelle Entwicklungen in die richtige Perspektive zu setzen.

  3. Christian Soeder Meint:

    Viel Erfolg, lass Dich nicht unterkriegen! :)

  4. Sturmerprobt seit 1863 at Robin Haseler Meint:

    [...] ins Hessen. Der HR-Wahlkampfblog berichtet darüber. Aus den SPD Reihen der Beitrag: “Sturmerprobt seit 1863“. [...]

  5. Sylvia Braun Meint:

    Soooo lange schon sturmerprobt und nix dazugelernt. Da kann man nur hoffen, dass ein echter Lernprozess nach dem 18. Januar einsetzt, dann wird es auch noch was mit dem Jubiläum 2013.

    Und zu den Info-Ständen bei Kälte kann ich nur sagen, dass vorallem meine Erinnerungen an meine Diskussionen an SPD Ständen wieder wach werden. Als ich fast angebrüllt wurde, als ich eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei unterstellt habe, wenn es für rot-grün nicht reichen würde. Mal sehen, ob diese Damen und Herrn diesmal wieder am Stand stehen…

  6. Petra Tursky-Hartmann Meint:

    Erstmal grundsätzlich: Anbrüllen geht gar nicht, weder an Infoständen noch im realen Leben. Allerdings mag ich auch keine Unterstellungen. Glauben Sie mal, dass die SPD immer wieder dazu lernt, sonst wäre sie niemals die älteste Partei in Deutschland geworden.

  7. Sylvia Braun Meint:

    Deshalb habe ich ja auch geschrieben “ich kann nur hoffen”. Geglaubt wird in der Kirche!

    Und außer Anbrüllen geht leider auch Lügen nicht, oder? Ich weiß, das Thema will keiner mehr hören, aber gerde durch dieses Infostand-Revival fällt mir persönlich das ganz besonders wieder auf. Das ist nicht gegen sie persönlich, an ihrem Infostand war ich ja nicht, aber es hat mich doch sehr enttäuscht und verärgert - besonders weil ich im Nachhinein ja Recht bekam.

  8. Petra Tursky-Hartmann Meint:

    Ich war vor dem 27. Januar fest überzeugt, dass “Die Linke” in Hessen nicht über 5 Prozent kommt. Wobei mir ein Wahlforscher nach der Wahl erklärt hat, dass Roland Koch und die CDU mit ihrem … ich sage jetzt doch mal … schon sehr rassistischen Plakat “Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten stoppen” erst dafür gesorgt haben, dass “Die Linke” wirklich jede Stimme mobilisieren konnte.

    Ich hab´ damals übrigens ein Video für mein Video-Blog gedreht, wo Tarek Al-Wazir das Plakat “Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten stoppen” erklärt.
    http://www.myvideo.de/watch/3243672/Ypsilanti_Al_Wazir_und_die_Kommunisten_stoppen

    Vielleicht sollte man sich das noch mal in Erinnerung rufen, was damals im Januar 2008 alles passiert ist.

  9. Holger Harms Meint:

    Ypsilanti-Al-wazir-und die K. stoppen !

    Wo ist denn das Problem ?
    Mal wieder hatte Koch 100% recht gehabt und den richtigen Riecher
    was passieren wird, wenn es für den Linksblock eng wird.

    Diesmal müsste es heissen, damit sich die Damen und Herren des
    Linksblocks nicht auf den Schlips getreten fühlen ob Ihrer etwas
    “unhessischen Namen” :

    “Schäfer-Gümbel-Dillmann-Knirpsch-und die LINKE stoppen !”

    Mal sehen was nun wieder der SPD nicht gefällt…

  10. Sylvia Braun Meint:

    Diese Argumetation mit dieses Plakat ist ziemlich durchschaubar, die Verantwortlichen heißen nun mal so, Punkt Ende Aus!. Ihre Plakate waren auch nicht besser - und viel persönlicher. Und genau so geht es jetzt weiter - anstatt sachlich zu bleiben, diese “Wirklich wieder Koch” Kamgange - mehr haben sie nicht zu bieten? Wählen wir denn den MP direkt???

  11. Saskia Wiese Meint:

    Bravo, Petra! Wenn man so aufgeregt-erzürnte Kommentare von Personen mit offensichtlich politisch gegenteiliger Meinung erhält, dann hat man wohl irgendwo empfindliche Punkte getroffen. Irgend etwas hindert einige, die offensichtlich eher Fans der Konservativen und Liberalen sind, doch offenbar an der Souveränität, die sie aufgrund der aktuellen Umfragen eigentlich doch zur Schau tragen könnten. Was das wohl sein mag. Vielleicht, dass die Frage “Wirklich wieder Koch” auch für die, die offiziell zu ihm stehen müssen, insgeheim eher unangenehm ist?

  12. Sylvia Braun Meint:

    Aufgeregt ist da wohl jemand anders, wenn man schon nicht im richtigen thread posten kann.

  13. Jürgen Kreuzberg Meint:

    Ich kann nur sagen, TSG macht fast alles gut!!!!!!!

    Alle helfen mit, dass diesmal bessere Verhältnisse heraus kommen.

    Selbstverständlich ohne Koch!