Der Mensch wird zum Datensatz
Samstag, Januar 16th, 2010Bisher wird nicht jedesmal, wenn jemand nachts um vier bei roter Ampel ĂŒber die leere StraĂe lĂ€uft, automatisch ein Strafzettel erstellt. Bald ist das kein Problem mehr. [faz]
Bisher wird nicht jedesmal, wenn jemand nachts um vier bei roter Ampel ĂŒber die leere StraĂe lĂ€uft, automatisch ein Strafzettel erstellt. Bald ist das kein Problem mehr. [faz]
… Unser SchĂŒlerVZ bemerkt schnell, dass man wohl gepennt hat. Ein handfester Skandal steht ins Haus. Also drehen wir den SpieĂ einfach um und machen den Schenkelklopfer âKopiertes Telefonbuchâ zum Datenklau und die NaivitĂ€t des Programmierer zum Erpresser und zeigen ihn an. Angriff ist die beste Verteidigung.
Die deutsche Justizfabrik hat gerade eine groĂe Nachfrage mit KinderschĂ€ndern und Datenklauern. Liegt im Trend. Also wird geliefert, was von Oben bestellt wird… [Ganzer Text]
Ob die Verantwortlichen im Hause SchĂŒlerVZ wohl ruhig schlafen können?
Habe ich mir gedacht, als ich gelesen hatte, dass ausgerechnet gegen Jörg Tauss wegen “Kinderpornographie” ermittelt wĂŒrde. Ausgerechnet gegen den Abgeordneten, dem Datenschutz nicht völlig egal ist und der den Ăberwachungs- und ZensurplĂ€nen der Bundesregierung entgegentritt. Seltsamer Zufall.
Bevor ich viel Text zum Thema produziere, verweise ich auf Fefe, der sich darĂŒber amĂŒsiert, dass nichts leichter zu konstruieren ist, als die vermeintlichen Beweise gegen Tauss und den Spiegelfechter, der denselben Verdacht hat wie ich: Dass es eher darum zu gehen scheint, einen Kritiker mundtot zu machen, indem man ihm genau die Sache öffentlich vorwirft, bei der der dumpfe deutsche Stammtisch das Geifern anfĂ€ngt, auf dass Herr Tauss sich nicht mal mehr auf die Strasse trauen kann.
Und dann stellt sich auch noch die Frage, welche möglicherweise viel bedeutsamere Nachricht durch diese Aktion in den Hintergrund gedrÀngt wird.
der Deutschen Telekom im Umgang mit vertraulichen Userdaten ist das beste Argument fĂŒr anonyme Prepaid-Karten.
… wenn die sogenannte Gesundheitskarte einegfĂŒhrt ist – falls der Bundestag nicht doch noch zur Vernunft kommt und diesen Unsinn stoppt – wird mit allen Patientendaten passieren, was mit den Patientendaten bei der DAK passiert ist.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat die Krankenkasse DAK stark wegen ihres Umgangs mit Patientendaten kritisiert. So seien 200.000 DatensĂ€tze chronisch Kranker an eine Firma ĂŒbermittelt worden, die die Patienten telefonisch berĂ€t. [golem]
Ich wette ausserdem, dass auch diese 200.000 DatensÀtze ebenso nur die Spitze eines Eisberges sind, wie es die 17.000 Kontodaten waren, aus denen mittlerweile einige Millionen geworden sind.
Und wenn diese intimsten Daten dann erstmal bei Firma A gelandet sind, wird es ein leichtes fĂŒr Firma B sein, die Daten zu kaufen, sie auszuwerten und Firma C zu erzĂ€hlen, welche physischen Krankheiten und – noch viel heikler – psychischen Störungen jeder einzelne BĂŒrger hat oder hatte. Egal, ob das fĂŒr irgendjemanden relevant ist.
Ich wette ausserdem, daĂ dieser Umstand der Bundesgesundheitsministerin bewuĂt ist und sie ihn willentlich ignoriert. Zu Ulla Schmidts GrĂŒnden fĂŒr dieses staatsgefĂ€hrdende Verhalten will mir allerdings keine Wette einfallen.
Und ich wette, daĂ es selbst wenn das Kind lĂ€ngst im Brunnen liegt, noch EinfĂ€ltige geben wird, die meinen, sie hĂ€tten doch nichts zu verbergen und so eine kleine Depression, die sie vielleicht mal vor zwölf Jahren hatten, wĂŒrde doch heute nicht mehr ins Gewicht fallen.
Menschen, die irgendwann mal als gesetzlich Versicherte eine Psychotherapie in Anspruch genommen haben und irgendwann spÀter mal in eine private Krankenversicherung wechseln wollten, erzÀhlen mir da allerdings schon heute andere Geschichten.
Die Biggi – das isch die, wo grad Juschtizminischterin spielen darf – hat sich nicht entblödet, folgende Meinung auch noch öffentlich zu Ă€ussern:
Das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung entfalte auch ohne eine Kodifizierung im Grundgesetz âseit Jahren eine enorme Wirkungâ. [heise]
Der Ben ist da anderer Meinung. Und ich bin Bens Meinung. Und zur Biggi hab ich auch ne Meinung. Aber die sag ich nicht. (Hint: ist ungefĂ€hr dieselbe wie zur Ulla, zum Michi, zu diesen beiden TĂŒpen aus Bayern und dem Matze)
Nach dem Deutschen Reich und der DDR soll nun auch die Bundesrepublik Deutschland wieder eine zentrale Polizeibehörde mit exekutivischen Befugnissen erhalten, die im gesamten Land angewandt werden dĂŒrfen â zunĂ€chst nur zur VerhĂŒtung von Gefahren des internationalen Terrorismus.
Das Bundeskriminalamt soll im Einzelnen die folgenden Mittel anwenden dĂŒrfen:
Im DLF: Anmerkungen zur Datenschutzdebatte von Hans Leyendecker.
Auf einer Internationalen Datenschutzkonferenz in London im SpĂ€therbst 2006 erklĂ€rte die Vertreterin einer BĂŒrgerrechtsorganisation den Weg in die Ăberwachungsgesellschaft mit einem recht anschaulichen Beispiel: Ein Frosch, den man in einen Kessel mit heiĂem Wasser wirft, springt, wenn er denn kann, sofort wieder ins Freie. Setzt man ihn in einen Topf mit kaltem Wasser und erwĂ€rmt das Wasser nur allmĂ€hlich, bleibt er drin. Aber seine KrĂ€fte erlahmen. Wenn das Wasser sprudelt und kocht, ist der Frosch tot. Auch die PrivatsphĂ€re vertrĂ€gt zu viel Hitze nicht.
Wir sprachen kĂŒrzlich in der Sendung ĂŒber ein Softwarepaket, dass die PrivatsphĂ€re schĂŒtzt, also die SchnĂŒffler weitgehend aussen vor lĂ€sst.
Es ist der Privacy Dongle vom FoeBuD. Die Software gibt es kostenlos fĂŒr den eigenen USB-Stick oder, fĂŒr einen 20er, inklusive USB-Stick, beim FoeBuD zu kaufen, was Geld in deren Kassen spĂŒlt und so dafĂŒr sorgt, dass so praktische Sachen auch weiterhin entwickelt werden können. Schliesslich ist davon auszugehen, dass die Bundesregierung auch in Zukunft unsere Freiheit weiter einschrĂ€nken, unsere PrivatsphĂ€re weiter demontieren und dafĂŒr den Generalverdacht gegen sĂ€mtliche BĂŒrger ausweiten wird.