Es gibt keinen Gott*

aber dafür umso mehr Einfluss der religiösen Fundamentalisten in Deutschland. Oder zumindest Angst vor denen.

Jedenfalls fällt mir keine andere sinnvolle Erklärung dafür ein, dass es in der Bundesrepublik fast unmöglich ist, die Buskampagne zu fahren.

* mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit

14 Kommentare zu “Es gibt keinen Gott*”

  1. von Timo

    Gutte Idee,
    Schade dass der Lobyismus so ausgeprägt ist in Deutschland, aber wenn man sowas auf seine privatautos kleben würde, müsste ein Verein doch zumindestens einige hundert zusammenbekommen oder?

  2. von pianodude

    Vielleicht ist es die Angst vor Fundamentalisten, vielleicht aber auch nur ein gewisser Respekt gegenüber gläubigen Menschen.

    Religion ist Privatsache, deswegen würden mich Busse mit der Aufschrift “Jesus rettet” oder “Allah ist groß” ärgern. Dann muss ich aber auch nicht hingehen und andere Leute mit meinem Unglauben (der genauso Privatsache ist) vor den Kopf stoßen. Meine Oma zum Beispiel, die an Gott glaubt und in die Kirche geht und sich dadurch in ihrem Leben gestärkt fühlt, obwohl sie der Kirche auch nicht ganz unkritisch gegenübersteht.

    Apropos: Angeregt durch den Beitrag über Karlheinz Deschner neulich habe ich mir das Buch “Der Anti-Katechismus” (Karlheinz Deschner / Horst Herrmann, 1991) besorgt. Nach 50 Seiten muss ich leider feststellen, dass der Kommentar, Deschner schreibe “mit Schaum vor dem Mund” ziemlich treffend ist. Die Seiten wimmeln von sarkastischen Anführungszeichen und den Wörtern “sogenannt” und “angeblich”, und er scheut sich auch nicht vor Bezeichnungen wie “Klerofaschisten”. Das Ganze in wirklich pöbelndem Ton und (bisher jedenfalls) weitgehend ohne Angabe von Hintergründen und Quellen. Eine ziemlich enttäuschende Erfahrung, zumal seine “Kriminalgeschichte des Christentums” ja durchaus ordentlich recherchiert zu sein scheint.

  3. von Holgi

    Der öffentliche Raum ist voll mit Werbung für Religion. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel.

  4. von daniel

    Hey, coole Campagne!

    Alle die wollen, dass es tolle Aufkleber gibt, überweisen ein Paar Euro auf ein Konto (nummer auf anfrage, daniel.w ät lsv-hessen.de) mit ihrem Wunschslogan (Aufklebertext) im Verwendungszweck.
    Sobald dann genug Geld für eine erste Aufkleberauflage da ist, werden die Aufkleber bestellt und unter allen die Bezahlt haben, aufgeteilt.

    Eine eigene Homepage für die Aktion gibt’s in kürze.

  5. von Solon

    “Der öffentliche Raum ist voll mit Werbung für Religion. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel.”

    Du meinst die Werbeplakate und Aufkleber innerhalb beispielsweise der Busse? Stimmt. Aber draußen an den Bussen hab ich noch nie religiöse Werbung gesehen. Vielleicht sollten die Atheisten also versuchen, Werbeplatz innerhalb der öffentlichen Verkehrsmittel zu buchen? Das müsste ja dann möglich sein, oder?

  6. von Kilian

    Ich habe noch nie ein Bus oder ne Bahn gesehen wo dick und fett drauf gedruckt steht: “Jesus lebt” oder “Es gibt Gott”. Warum also das Gegenteil?
    Dieser Kreuzzug gegen die Religionen ist meiner Meinung nach genau so nervig wie “übermotivierte” Religiöse Bewegungen!

  7. von Gunnar

    schlimm ist auch die neue sitte sich rot, blau oder weiß leuchtende kreuze in die frontscheibe seines LKWs zu pappen, das nervt! und von nächstenliebe halten solche supertrucker auch nix, ganz im gegenteil.

    wann kommt endlich diese aktion? ich würde meinen LKW freiwillig und völlig kostenlos zur verfügung stellen. ….wenn mein chef mitspielt!

  8. von yvonne

    da kann ich gunnar nur recht geben, dass diese kreuze extrem nervig sind auf der autobahn… meiner meinung nach verwirren diese kreuze, vor allem die kreuze welche blau sind..

  9. von Holgi

    Und wieder einer, der der Demagogie der religiösen Fundamentalisten auf den Leim gegangen ist. Niemand, Kilian, macht einen “Kreuzzug gegen die Religionen”. Es geht um eine Kampagne für die Gleichberechtigung des Atheismus. Davon sind wir nämlich noch sehr weit entfernt. Wie man zuletzt auch sehr gut in Berlin an der scheinheiligen “Pro-Reli”-Kampagne sehen konnte.

    Was das mit Kreuzen in LKWs zu tun hat, ist mir allerdings nicht wirklich klar. Religion ist Privatsache, LKWs sind Privatsache… dann können da doch auch Kreuze dran, oder?

  10. von Tim

    mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gibt es keinen Gott… also weiß man es nicht ganz genau, muss es also GLAUBEN…

    Religiosität ist heilbar – man muss nur fest dran glauben…

  11. von Kilian

    Ging es in Berlin nicht darum, dass Religion ein gleichwertiges Schulfach zu Ethik wird? Soweit mein halbes viertel wissen über die Kampagne, aber wenn es so war, dann widerspricht das deinem, Holger, Argument mit der Gleichberechtigung.
    edit: Der “Kreuzzug gegen die Religionen” hatte in meinem ersten Post übrigens nichts mit der Buskampagne zutun. Das ist ein persönlicher Eindruck von mir.

  12. von Holgi

    In Berlin ist Ethik Pflichtfach und wer Religionserziehung will, geht freiwillig hin. Privatsache halt. Die Fundis haben behauptet, das wäre Unfreiheit und haben versucht, es zur Pflicht zu machen, zwischen Ethik und Religion wählen zu müssen. Und das haben sie “Freiheit” genannt.
    Tatsächlich ging es aber darum, dafür zu sorgen, dass eine bestimmte Ideologie, in diesem Fall hauptsächlich das Christentum, so früh wie möglich in die Köpfe der Kinder kommt, so dass es umso schwieriger für sie wird, sich davon wieder frei zu machen – und so der Machtanspruch derer, die ihr Reden und Handeln religiös begründen möglichst unhinterfragt bleibt.
    Und nebenbei darum, die Organisation der Religionserziehung zum Problem des Senats zu machen. Es gibt einen offenen Brief eines Schulleiters, der ganz gut erklärt, was die Scheinheiligkeit der Pro-Reli-Leute war.

    Gleichberechtigung wäre, wenn es zwei Fächer gäbe, zwischen denen man wählen muss: Religionserziehung und Atheismuserziehung. Huiuiui… da möchte ich aber mal das Geheule des Klerus hören, wenn wir sowas einführen würden. har har har ;D
    Das Fach Ethik hat damit nur insofern etwas zu tun, als die Kirchen sich die Deutungshoheit in ethischen Fragen anmaßen. Und die kann man denen ja ruhig mal in Frage stellen. Muss man sogar.

  13. von H0MER

    Ich wär schon froh, wenn Hessen so weit wäre wie Berlin in dieser Hinsicht. In meiner Schulzeit in Fulda haben sie extra noch versucht, den Ethik-Unterricht so unattraktiv wie möglich zu machen, indem sie ihn auf den späten Freitagnachmittag verschoben haben. Naja, so ist das in einer Stadt voller Fundamentalisten.

    V.a. finde ich eine ethische Bildung extrem wichtig, die nicht wegfallen sollte für ein Schulfach, in der oft kein Wissen, das man kritisch hinterfragen und falsifizieren kann, sondern nur Glaubensdogmen vermittelt werden, und die auch nicht nur dargestellt werden, der Unterricht nicht informieren und bilden soll, sondern propagieren bzw. missionieren.

  14. von fellow passenger

    Die Einstellung der Verkehrsbetriebe finde ich daneben. Wenn die Kirche dort für sich Reklame machen darf, müssen Atheisten das auch dürfen. Allerdings nervt mich der Missionseifer der Kirche und frage mich deswegen umgekehrt, ob man Gläubige unbedingt damit nerven muß, Reklame für Atheismus zu machen. Wenn Weltanschauung endlich aufhörte ein Politikum zu sein, wäre wohl allen am Besten geholfen.