Deutsche Augenwischerei AG
Huiuiui… da hatse aber hĂŒbsch Gewinn gemacht, die Deutsche Bank.
Und wĂ€hrend die entsprechenden Journalisten sich freuen und gleichzeitig ein wenig wundern, warum der Aktienkurs trotzdem gefallen ist, erklĂ€rt der Kulturhistoriker Don Alphonso den Wirtschaftsprofis und uns, warum das so ist, woher der ausgewiesene Gewinn tatsĂ€chlich stammt und warum die Deutsche Bank mittelbar eben doch Staatshilfe bekommt – obwohl der Ackermann ja das Gegenteil behauptet.

Dienstag, 28. April 2009 | 20:34 Uhr
sowas kann ein Ackermann nur machen, wenn er sich ganz sicher sein kann, dass die handvoll Mainstreammedien-Verantwortlichen, die 90% des Marktes abdecken, auf seiner Linie sind; ihn decken;
d.h., die wiederholte (nachweislich falsche) Behauptung Ackermanns, dass die DB keine Staatshilfen brÀuchte, aus der Krise gestÀrkt hervorginge usw., ist der Nachweis, dass unsere Medien im Wesentlichen mit der Finanzindustrie unter einer Decke stecken.
Dienstag, 28. April 2009 | 20:50 Uhr
Nee, das ist kein solcher Nachweis. Such nie nach einer Verschwörung, wenn Dummheit als BegrĂŒndung ausreicht!
Das Problem des deutschen Journalismus ist seine Arroganz. Die rĂŒhrt aus einer Zeit, in der es den Menschen noch nicht so leicht gefallen ist, Sachverhalte selbst zu ĂŒberprĂŒfen, so dass die Journalisten sich – seinerzeit zurecht – fĂŒr diejenigen halten konnten, die den Massen die Welt erklĂ€ren.
Wenn man einen solchen herausgehobenen, wichtigen Status hat und zu allem Ăberfluss auch noch fast unangreifbar ist, weil man neben den Nachrichten auch noch die Verbreitungswege kontrolliert, wird man leicht nachlĂ€ssig und noch leichter dĂŒnkelhaft.
NachlĂ€ssigkeit und DĂŒnkel scheinen sich in die heutige Journalistenausbildung und damit die Einstellung der Journalisten gerettet zu haben – und so schreiben und senden Heerscharen von vermeintlichen Nachrichtenprofis halbgare Dinge, die ihnen dann von Laien oder Fachleuten auseinandergepflĂŒckt werden, worauf die Profis dann pikiert und hochnĂ€sig reagieren, anstatt dankbar zu sein, dass jemand mit mehr Sachverstand ein paar Dinge erklĂ€rt. Falls sie ĂŒberhaupt reagieren.
Und dann wundern sie sich, warum sie keiner leiden kann.
Aber dass unsere Medien mit der Finanzindustrie unter einer Decke stecken, kann man wirklich nicht sagen. Da wirken ganz andere KrÀfte.
Dienstag, 28. April 2009 | 21:14 Uhr
Na, was ist Arroganz, wenn nicht, allen(!) Journalisten Dummheit zu unterstellen?! ;-)
Nein, das wahre Ausmaà der Finanz(!)Krise* derart unter der Decke zu halten, das ginge gar nicht, wenn alle Journalisten wirklich frei berichten könnten:
“Am 8. Oktober 2008 war die Krise noch jung, man möchte fast sagen: unschuldig. An jenem Mittwochabend luden die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister die Chefs der wichtigsten Zeitungen ins Kanzleramt, um ihnen eine Botschaft zu ĂŒbermitteln. Die lautete: Wir wissen zwar nicht genau, was in zwei oder drei Wochen ist, aber wĂŒrden doch sehr herzlich um Ihr Vertrauen bitten und vor allem darum, dass Sie keine schlechte Stimmung machen, denn dazu ist die Lage zu ernst” (http://www.zeit.de/2009/06/Ratlosigkeit ; siehe auch: “Ăber das Zusammenspiel von Medien, Finanzwirtschaft und Politik” – http://www.nachdenkseiten.de/?p=3743)
*wir sollten nicht vergessen, dass alles, Wirtschaftseinbruch usw. ursprĂŒnglich das Resultat von zockenden Finanzheinis ist!
Dienstag, 28. April 2009 | 21:45 Uhr
Mist, erwischt ;D Die Arroganz ist die Dummheit – so meinte ich das.
Es kommt noch ein Umstand dazu: der erste, der schreibt, wie tief der Karren wirklich im Dreck steckt, lĂ€uft Gefahr, eine Panik auszulösen. Und davor haben die Medien natĂŒrlich Angst.
Diese Gesellschaft braucht einzelne SĂŒndenböcke, an denen sie sich abarbeiten kann. Da hacken wir dann gerne auf Ackermann rum, obwohl die CDU/CSU, die SPD, die GrĂŒnen und die FDP diejenigen sind, die die gesetzlichen Voraussetzungen fĂŒr Ackermanns Zockerei erst möglich gemacht haben.
Mittwoch, 29. April 2009 | 11:26 Uhr
[...] Holgi bringts mal echt auf den Punkt: “Das Problem des deutschen Journalismus ist seine Arroganz. Die rĂŒhrt aus einer Zeit, in [...]
Mittwoch, 29. April 2009 | 14:25 Uhr
Donalphons hat Recht, ohne die 11 Mrd EUR der AIG wÀre die HÀlfte des Eigenkapitals hops gegangen. Bei 217 Mrd EUR Passiva wÀre es dann knapp geworden, keine Staatshilfe anzunehmen. Da wurde von Seiten der Deutschen Bank gut gepokert, ist aber schon lange im Kurs enthalten. Doch das ist nicht der Grund warum der Kurs gestern nachgeben hat meines Erachtens.
Der zur zeit anhaltende Bond Boom beschert der Deutschen Bank tolle ErtrĂ€ge, da Sie bei fast jeder Neuemission dabei waren. Das ist positiv zu sehen, da es wenig Eigenkapital bindet. Doch hier liegt das Problem. Der Privaten Kunden Bereich lĂ€uft zur Zeit nicht, logisch weil niemand Aktien haben möchte. Der Bond Boom wird nicht ewig anhalten und dann muss sich zeigen wo man als Deutsche Bank Geld verdient. Desweiteren bergen die Neuemissionen auch Risiken des Ausfalls. Desweiter sind die Ergebnisse nur deshalb so gut ausgefallen, da nun nach IFRS39 nicht mit dem Fair Value bewertet wird, sonder mit dem Kaufpreis minus 5%. Das fĂŒhrte in den ersten 3 Monaten nicht mehr zu Abschreibungen, sondern zu höher Bewertungen um mehr als 2 Mrd. Eur. Leider sind aber neue Abschreibungen fĂŒr die nĂ€chsten Monate zu befĂŒrchten. Und genau das sind die GrĂŒnde, warum es gestern Gewinnmitnahmen am Markt zu beobachten sind.
Das Josef Ackermann noch weitere 3 Jahre bleibt, hat ein wenig seiner GlaubwĂŒrdigkeit geschadet â da er vor einigen Monaten das Gegenteil behauptet hat. Und jeder der glaubt, dass er wirklich 3 Jahre bleibt, ist naiv. Lediglich hat man keinen passenden Nachfolger gefunden. Sollte es Herr Ackermann aber schaffen, die Deutsche Bank auf Kurs zu halten, reiht er sich hinter den ganz groĂen der Deutschen Bank ein.
Mittwoch, 29. April 2009 | 16:42 Uhr
Also ich habe an der Börse mit der DB in den letzten Monaten gut verdient, fast 200% Gewinn, nach Steuern. Danke Sepp, die 25% von denen Sepp sprach, sind fĂŒr mich nur Peanuts.
Hoffentlich bleibt er weiter bei der DB, das steigert und stabilisiert den psychologischen Kurs der DB weiter.
Mittwoch, 29. April 2009 | 17:47 Uhr
Ich habe der DeuBa ja nicht getraut und darum lieber die Finger davon gelassen *grummel*.
Aber Frogster haben auch nicht schlecht performt ;)
Mittwoch, 29. April 2009 | 21:56 Uhr
Die Medien haben Angst vor Panik?? ĂÀÀÀÀhhhmm … Schweinegrippe?!
Oder meinst du das nur bezogen auf die Wirtschaft? Der Werbeeinnahmen wegen? Oder weil sie das System kritisieren mĂŒssten und sie sich das nicht trauen?
Mittwoch, 29. April 2009 | 22:02 Uhr
[...] darf man sich nicht tĂ€uschen lassen: Staatshilfen aus den USA sowie die Anwendung âspezieller Bilanzierungsregelnâ haben der Bank geholfen, dieses [...]
Donnerstag, 30. April 2009 | 22:36 Uhr
Iberoa, es geht nicht um grundsĂ€tzliche Panik, sondern – um es allgemeiner zu formulieren – um das Verhalten der Bevölkerungsmehrheit.
Die Massenmedien haben Angst davor, ein Verhalten zu provozieren, dass denjenigen zum Schaden gereichen könnte, von dem sie jeweils abhĂ€ngig sind oder sich abhĂ€ngig fĂŒhlen.
Das sind – je nach Medienproduzent und Standort in unterschiedlicher starker AusprĂ€gung – Werbekunden, Inhaber/Anteilseigner und selbstverstĂ€ndlich Seilschaften zwischen diesen oder den leitenden Angestellten mit dem politischen Personal.
Da darf man sich auch nichts vormachen. Es gibt kein Medium, dass nicht mindestens eine Schere im Kopf hat, die ausgewogene Berichterstattung verhindert, oder das sogar Fakten verfĂ€lscht darstellt (die FAZ und ihre Berichterstattung ĂŒber den öffentlich-rechtlichen Rundfunk fĂ€llt mir da sponatn ein) oder diese sogar erfindet (Bild), um eine gewĂŒnsche Reaktion beim Publikum zu provozieren.