Quasipresseschau 130

  • Staatsknete fĂŒr Zocker
    Das ist das zynische Kommunistengesicht des Neoliberalismus, der fĂŒr seine Genossen und Businessfreunde keine Kosten scheut, wĂ€hrend er in anderen FĂ€llen z. B. jedes Milligramm Sozialstaat bitterlich beklagt. Der totale Bailout setzt tatsĂ€chlich falsche Anreize, und erzeugt jede Menge “Zwangsabgaben”, sogar in einem Billionen- (!) -Umfang. Und diesmal sei das gut.
  • RTC II – der ganz grosse Wurf
    Nun scheint es sich also zu bewahrheiten, dass die UdSSA zugunsten der Parteikader an der Wallstreet eine Kollektivierung schlechter Subprimekredite vornimmt, weil es schon nicht mehr reicht, wacklige Aktien der Parteikaderfirmen bei der Zentralbank als Sicherheit zu hinterlegen.
  • Im zweiten Glied
    Wie Johannes Kahrs das Ende des SPD-Vorsitzenden begleitete
  • Immer auf die anderen
    Europa streitet ĂŒber Auswege aus der Krise. Deutschland gerĂ€t wegen seiner niedrigen Lohnkosten unter Druck.
  • »Die BRD ist deutlich nach unten gerutscht«
    Reallöhne sind gesunken, in anderen LÀndern Europas gestiegen. Deutschland betreibt Lohndumping. GesprÀch mit Thorsten Schulten [von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung]
  • WĂ€hrungsreform am Wochenende?
    Finanzminister Paulson: “Wir beschĂ€ftigen uns mit einem Ansatz, die systemischen Risiken in den KapitalmĂ€rkten anzugehen”. Je nachdem wie diese Aussage interpretiert wird, kann die Vorbereitung auf einen kompletten Systemwechsel darunter verstanden werden. Wie unser Finanzsystem am Montag aussehen wird, kann demnach ĂŒberhaupt nicht prognostiziert werden.
  • LĂŒgengeschichten
    Nach den Briten haben nun auch die Amerikaner die LeerverkĂ€ufe in Finanzaktien verboten und die Finanzaktien lassen sich nicht zweimal bitten: Sie schiessen in den Börsenhimmel. Bereits gestern hatte ich geschrieben, dass ich ein komisches GefĂŒhl habe, dass die Behörden tief in die Trickkiste greifen wĂŒrden und sie haben es tatsĂ€chlich getan.
  • Der dĂŒmmste verdammte Plan des Jahrhunderts
    HÀtte man mich gefragt, was man mit diesen vermaledeiten Hypothekenpapieren in den Bankbilanzen machen soll, damit einerseits die Schockstarre aus den MÀrkten weicht, aber andererseits die unseeligen Praktiken der Vergangenheit nicht gleich wieder ein Revival feiern, ich hÀtte eine 1A-Lösung parat gehabt:

7 Kommentare zu “Quasipresseschau 130”

  1. von by

    Mit dem Eindruck, hier traf es mal den Richtigen, bin ich sicher nicht allein.

  2. von mööp

    “Das Zeitalter des UnglĂŒcks” hattest du schon gestern ;-)

  3. von Holgi

    Hups… dann schmeisse ich es wohl mal raus :)
    Danke.

  4. von unINC

    http://www.focus. de/finanzen/steuern/linkspartei-kollektiver-rechenfehler_aid_261635.html

    Hier nur ein allgemeiner Link der meiner Meinung nach ziemlich interessant und vor allem auch lustig ist zum thema ‘Die Linke’ und Gregor Gysi.

    Also einfach mal reinschauen drĂŒberlesen und nachdenken ob man sich jetzt doch einen Swimmingpool zulegt oder nicht…

    Ich wĂŒnsche viel Spaß

  5. von by

    Wie vom FOCUS kaum anders zu erwarten, ist dieser Artikel extrem einseitig und gefaerbt. Er blendet bewusst absolute, aussagekraeftige Zahlen zur Einkommensentwicklung und bereits noetigen Transferleistungen aus zugunsten einer Zahl zur Steuerleistung, die ohne Kenntnis des Warum und Woher ein sehr verzerrtes Bild liefert. Und behauptet auf deren Basis gar eine Umverteilung von oben nach unten in Deutschland! Eine derart dreiste Luegengeschichte kann heute ohne Aufruhr in einem Massenblatt stehen! Wer so etwas zitiert, macht sich bloss selber unserioes.

  6. von Holgi

    Ich finde es auch bemerkenswert, dass niemand in der Lage zu sein scheint, ernstzunehmende substanzielle Kritik an den VorschlĂ€gen der Linken zu ĂŒben.
    Da wo es versucht wird, wie im Focus, bemĂŒht man die Voodoo-Prognosen des Ifo-Institutes zum Mindestlohn, die die MĂŒnchner seit Jahren propagieren wie der Papst die Existenz Gottes und muss sich des rhetorischen Tricks bedienen, einen unterschwellig diffamierenden Text zu schreiben, bei dem genau eine Sache zu kurz kommt: fĂŒr den Leser nachvollziehbar zu berechnen, was die ganze Nummer kostet, damit sich der Leser sich selbst ein Bild machen und beurteilen kann, auf welche Weise die Sache finanzierbar ist.
    Und finanzierbar ist sie. Man muss sie nur – und das schreibt auch niemand in den neoliberalistischen Medien – finanzieren wollen. Stattdessen steht ĂŒberall etwas davon, es sei “unfinanzierbar”, was Unsinn ist, aber gut passt, weil es nĂ€mlich im Zweifelsfall die Auftraggeber, also die Webekunden des Focus und die Industriebuddies der Chefs dieser Zeitschrift viel Geld und Komfort kostet, so dass dem Blatt kaum mehr ĂŒbrig bleibt, als zu versuchen, die Menschen im Sinne seiner Finanziers zu agitieren.
    (Und gerade der Focus ist durchgehend entsetzlich einseitig unterwegs – darum habe ich auch den Link dahin entschĂ€rft.)

    Lustig finde ich ĂŒbrigens, dass alle immer glauben, der Focus wĂ€re ein Gegenentwurf zum Spiegel, obwohl doch viel eher der Stern angegriffen wird. Das einzige, was ich spiegel-Ă€hnlich finde, ist der Erscheinungstag.

  7. von Frank

    Tja, der Spiegel ist Bild fĂŒr Intellektuelle, und der Focus ist die etwas intellektuellere Bildzeitung.
    Die tun sich alle nicht weh mit ihren LĂŒgen.