Pop-News my arse!

Ich habe ja schon immer gesagt, dass Boulevardberichterstattung über Prominente hauptsächlich ein Haufen Müll ist, egal wie man sie nennt und dass jeder, der sich an diesem Zirkus beteiligt, auch jedesmal daran beteiligt ist, wenn Menschen zerstört werden, nachdem sie hochgejubelt wurden.
Und Stefan Niggemeier bestätigt die Armseligkeit dieses Zweiges der Berichterstattung, in dem hauptsächlich gröhlende Fotografen zu existiren scheinen und Pseudojournalisten, die jede Meldung verbreiten, egal wie falsch sie auch sein mag. Und sie sind fast immer falsch, denn meistens sind sie schlecht gemachte Propagangda zur Umsatzsteigerung oder eben Lügen, die irgendwelche Schreiberlinge sich ausgedacht haben. Und jetzt spielen auch noch die Prominenten ein lustiges Spiel.

Die Sendung zeigt die immer wieder unfassbare Zahl, Allgegenwart und Aggressivität der Fotografen, und mit welcher Geschwindigkeit und Wucht und welchem Desinteresse an Tatsachen aus einem harmlosen Anlass Titelseiten und weltweite Schlagzeilen fabriziert werden. Sie ist eine Art Notwehr der Prominenten – und wirkt, im Idealfall, medienpädagogisch: Je mehr dem Publikum bewusst ist, dass all die „Star-News”, mit denen sie von Viva über „Bunte” bis „Spiegel Online” überflutet werden, im Zweifelsfall reine Erfindungen sind (der Medien oder der Stars selbst), um so größer ist die Chance, dass das Interesse an diesem Genre wieder sinkt.

Dann kann man es ja auch gleich lassen, oder?

6 Kommentare zu “Pop-News my arse!”

  1. von foofighter

    Wieso die Aufregung über diese Art Medien? Wenn einem “Bunte” oder “Spiegel Online” nicht paßt, dann einfach nicht lesen..Wenn Euch Paris Hilton nicht interessiert, dann kümmert Euch halt nicht drum. Sieht man sich mal die Tags auf Niggemeyers Seite an, macht er im Grunde nix anderes. Er lockt damit viele auf seine Seite. Die meisten Kommentare der Blogleser auf dessen Seite befassen sich exakt mit solchen Boulevardthemen. Es scheint also ein großes Interesse an HIlton und Co zu bestehen..
    ..oder glaubt Ihr wirklich, durch Bildblog und Konsorten verkauft sich ein Exemplar dieses Schrottes weniger?…träumt weiter…

  2. von Holgi

    Du scheinst wirklich zu glauben, Medien bildeten nur ab, was sie längst vorfinden. Du ärmster.

    Und wer sagt, dass er glaubt, es verkaufen sich weniger Exemplare der Bildzeitung? Oder ist das nur wieder einer Deiner Versuche, den Menschen vorschreiben zu wollen, was sie denken sollen und was nicht? Wäre ja auch nicht der erste.

  3. von Paul Lanon

    Die Auflage der Bild sinkt – Jahr für Jahr. Und das ist gut so. Und Sendungen, wie “Pop Fiction”, Blogs, wie “BILDBlog”, tragen ihren Teil dazu bei.

    Ich glaube, das Teile der Medien – leider große Teile – Nachrichten schaffen, die eigentlich keine sind: Hach, was kann der Bürger froh sein, das er kein Promi ist.

    Allerdings, und das ist die Kehrseite: Auch Prominente schaffen Nachrichten, die eigentlich keine sind – mysteriöserweise immer dann, wenn es gerade passt.

  4. von Holgi

    Ich denke nicht, dass beispielsweise das Bildblog dafür verantwortlich ist, dass auch nur eine Zeitung weniger verkauft wird. Der Reichweitenrückgang hat vorher schon eingesetzt und würde auch weitergehen, wenn das Bildblog morgen wieder verschwände.
    Solche Publikationen sind gut, um Medienmachern vor Augen zu führen, was passiert, wenn sie nicht wachsam genug sind und sich ausruhen in der Gewissheit, dass früher oder später schon zur Wahrheit werden wird, was sie sich ausgedacht haben. Und zur Unterhaltung derer, die sich sowieso schon auf der richtigen Seite wähnen.
    Und über ein Ereignis zu berichten, so zu berichten, wie es passiert ist, ist ja nicht verkehrt – wenn es denn überhaupt eins gegeben hat.

  5. von Jens

    …zumal das Problem der sinkenden Auflage (und Reichweite) ja bei weitem nicht nur die Bild-Zeitung betrifft. Diese Beobachtung kann man eigentlich bei allen größeren, überregionalen Zeitungen machen.

  6. von Paul Lanon

    Aber Ereignisse werden auch gern inszeniert, damit darüber berichtet werden kann. Howard Carpendale zum Beispiel: zieht ein Drogenproblem aus der Gesäßtasche, um die Zeit zu überbrücken zwischen neuem Album und Tournee. (Ja, auch deutsche Promis machen das).

    Sicher ist BILDBlog nicht allein verantwortlich, dass die Auflage der BILD zurückgeht – aber trägt dazu bei. Mehr dazu trägt sicher bei, dass die Menschen irgendwann gesättigt sind. Zuviel medialer Lärm schadet wohl der flexiblen keine-Zeit-Gesellschaft.

    Ich bin auch vor einigen Jahren Tageszeitungen auf eine Wochenzeitung umgestiegen – da hat die Redaktion wenigstens ein paar Tage mehr Zeit, etwas fundierteres zu schreiben.