„Wenn mir jemand

das Gegenteil beweist, ziehe ich sofort alle Maschinen zurück.“, sagt Oskar Mürell, der Wahlleiter der Stadt Obertshausen.Entweder weiss er nicht, dass ein Negativbeweis in diesem Fall eine unzulässige Forderung ist, weil beweispflichtig ist, wer die Behauptung aufstellt – und die lautet, dass nach einer Computerwahl zweifelsfrei nachvollziehbar ist, wie gewählt wurde, die Wahlgrundsätze eingehalten wurden – oder er weiss und ignoriert es.
Ich kann mir nur zwei Gründe für eine solche Haltung vorstellen. Mangelnder Sachverstand  oder böse Absicht. Eine dritte Möglichkeit sehe ich leider momentan nicht, lasse mich aber gerne belehren.

12 Kommentare zu “„Wenn mir jemand”

  1. von Christoph

    Obacht, eine ähnliche Einschätzung seiner Person in einer privaten Mail an ihn brachte mir jüngst die Drohung einer Klage aufgrund Diffamierung ein ;-)

  2. von Paul Lanon

    Ach es geht ums Geld? – Sososo. Na sagen Sie das doch gleich, Herr Mürell. Es ist zu teuer wieder auf Papier zu wählen. Dann können wir ja auf die Stimme von älteren Wählern ruhig verzichten; zumindest auf die, die mit den Computern nicht umgehen konnten.
    Wow, ich bin mal gespannt wie viel von diesem Tohuwabohu in die Öffentlichkeit gerät – wie lang da am Ball geblieben wird.
    Deine Sendung Holger, werde ich am Mittwoch wohl aufnehmen müssen. Das wird sicher spannend. Oder ich bekomme den Wirt in der Kneipe dazu um 23.00 das Radio einzuschalten. :)

  3. von Holgi

    Gut, formuliere ich es um. Danke :) So bleibt es jetzt aber. Das ist meine Meinung und die darf ich sagen.

    Ich glaube, dass die Kollegen Qualitätsjournalisten überhaupt nicht am Ball bleiben werden, weil sie selbst kaum begreifen, was das Problem ist und weil es ihnen zu anstrengend ist, dieses Thema zu bearbeiten. Der Zynismus in den Redaktionen sitzt so tief, dass sie einfach zur Tagesordnung übergehen und das Problem der Wahlcomputer zu einem Nerd-Problem erklären werden. Die meisten mir bekannten Journalisten sind absolut Technik- und Obrigkeitsgläubig und beseelt vor einer seltsamen Arroganz, die sie glauben lässt, mit den einfachen Problemen „da unten auf der Strasse“ nichts zu tun zu haben.
    An anderer Stelle habe ich geschrieben: „Hätten die Journalisten all die Jahre ihren Beruf ernstgenommen, würden heute auch nicht ihre Telefone abgehört.“ Es ist genau diese Haltung, die sie auch beim Thema Wahlcomputer an den Tag legen werden und sie werden die Wahlen beweinen, wenn es längst zu spät ist.

    Aber ich bin auch Pessimist. Und hoffentlich irre ich.

  4. von Paul Lanon

    Das denke ich auch, leider: Der Bogen “auf der Straße” ist zu schnell gespannt, zwischen Wahlen in Kenia und Wahlen in Deutschland. Undemokratische Wahlen? Aber hier doch nicht.

    Ich kann es ja auch so sehen: Journalisten sind Verfechter der Demokratie. Sie bewahren uns vor den Zweifeln, damit die Bürger ihren Glauben an die Demokratie behalten können. Oje!

  5. von Christoph

    @Holgi: Ich hätte es sogar so stehen gelassen. Personeneinschätzungen gehören für mich ebenfalls zur freien Meinung.

    (Ist der Witz an dem Spam-Dingen, dass da immer 17 rauskommt?)

  6. von Christoph

    Ah, ne. Zum ersten Mal habe ich jetzt was anderes eingeben müssen.

  7. von Holgi

    Und wenn da ein Witz hingehört, dann ja wohl 23 oder 42 :D

  8. von Scarlett

    Wieso kommt bei mir des nie über 15? :D woher wissen die das ich ein Matheproblem hab? :D

  9. von My-Doom

    Journalisten sind Verfechter der Demokratie?
    Hey, das deckt sich super mit dem was ich Samstag auf den Plakaten der NPD lesen konnte: “Journalisten sind Mörder”.

  10. von niemand ist verpflichtet das Blog zu lesen

    @ Herr Mustermann

    Man könnte das Wort “Links-Demokraten”, in Kontext der von Ihnen gebrauchten Formulierung, auch als Diffamierung auffassen.
    Im übrigen zeichnet sich eine Demokratie unter vielen anderen Dingen auch durch Meinungsvielfalt und -Freiheit aus.

  11. von Holgi

    Bitte füttert die Trolle nicht. Die fliegen kommentarlos raus und hinterher wundert sich jemand, warum Kommentare wie der vorstehende keinen Sinn ergeben.

    Danke :)

  12. von Paul Lanon

    Laut Netzpolitik.org soll ein Artikel in der Offenbach-Post vom 29.1.08 erschienen sein. Darin droht Herr Mürell Klage gegen den CCC einzureichen.
    Der Artikel betätigt seine Auffassung, das keine Wahlbeobachter zugelassen sind, bevor die Wahllokale offiziell öffnen.

    http://s5.directupload.net/images/080129/q9nhoohw.jpg

    Kann jemand herausfinden, ob der Artikel tatsächlich in der Zeitung stand? In der Onlineausgabe find ich nix.

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