„Die neue Identiät“

Der neue Skytower der EZB beeinflusst das Ostend nicht nur optisch. Sozial, kulturell und wirtschaftlich wird ein völlig neues Viertel entstehen. Attraktiver, mit urbaner Qualität, ein Schmelztiegel verschiedenster Milleus.

Ein neues Hochhaus in Frankfurt ist zunächst nichts besonderes. Die in Deutschland einzigartige Skyline ist schließlich ein Markenzeichen der Mainmetropole. Allerdings sondert sich die neue Unterkunft der Europäischen Zentralbank im Ostend von den üblichen Wolkenkratzern ab – nicht nur räumlich. Der Stadtteil gilt als wenig entwickelt und sozial bunt gemischt. Eigentlich kein Wunder, wenn man sich die Geschichte des Ostends kurz anschaut.

Durch die Nähe zum Osthafen galt der Stadtteil zunächst als Arbeiterviertel und war bis zum zweiten Weltkrieg vor allem durch die jüdische Bevölkerung geprägt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verloren sowohl das Ostend als industrieller Standpunkt, als auch der Osthafen immer mehr an Bedeutung. Die Schließung der alten Großmarkthalle war nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein.

„Frankfurt platzt aus allen Nähten“

Parallel zu dieser negativen Entwicklung gab es auch das Bestreben, dass Ostend zu beleben und in neue Bahnen zu lenken. Sichtbar ist das vor allem auf der Hanauer Landstraße. Die Straße, die am Allerheiligentor in der Innenstadt beginnt und sich bis an die Stadtgrenze erstreckt, hat neben Autohäusern, Hotels und einigen Szene-Clubs vor allem die Kreativen angezogen. Man findet hier reichlich Ateliers, Werbe- und PR-Agenturen und sogar Computerspieleentwickler. “Die Veränderung war ein logischer Prozess”, meint Peter Noller, Stadtsoziologe an der TU Darmstadt. “Frankfurt ist klein und platzt quasi aus allen Nähten. Man weiß eigentlich gar nicht mehr wohin, also lag diese Entwicklung nah und ist nicht sonderlich überraschend.”

Nun zieht also noch die Europäische Zentralbank ins Viertel. Der Bau beschleunigt die Veränderungen. Straßen werden saniert, die Infrastruktur verbessert und Wohnhäuser renoviert. Das Viertel wird attraktiver. Allerdings zu Lasten der Einwohner, denn die Mietpreise im Ostend sind deutlich gestiegen.

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