Wir über uns

Eine Nachricht auf Facebook, eine Suche auf Google, ein Videotelefonat bei Skype oder schnell ein paar Fotos online stellen. Täglich nutzen viele Millionen Menschen Angebote im Internet, für die sie keine Rechnung bekommen. Und doch zahlen sie dafür – mit ihren Daten. Wie hoch der Preis des Kostenlosen ist, das erkundet ein Forschungsprojekt des Fachgebiets Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt in Kooperation mit hr-iNFO, dem Informationsradio des Hessischen Rundfunks.

Im Grunde verbergen sich zwei Forschungsprojekte hinter der Kooperation: Zum einen geht es um die Antwort zur Frage, welchen konkreten Wert einzelne Daten der User für Anbieter und Werbende haben. Andererseits wollen die Forscher herausfinden, was den Nutzern selbst ihre Privatheit im Internet wert ist (Professor Peter Buxmann, der das wissenschaftliche Projekt leitet, spricht hier bei hr-iNFO über Fragestellungen und Herausforderungen).  Spannende Fragen zu einem außerordentlich komplexen Thema. Erste Forschungsergebnisse werden voraussichtlich Ende Mai vorliegen.

Transparenz schaffen

In unserem Blog werden wir dieses Projekt begleiten – unter mehreren Gesichtspunkten: Zum einen wollen wir die Arbeit der Wissenschaftler in Darmstadt dokumentieren. Woher kommen die Fragestellungen, wie werden sie methodisch erforscht, wo liegen die Knackpunkte?

Auf der anderen Seite wollen wir unsere eigene journalistische Arbeit transparent machen. Wie laufen unsere Recherchen, an welche Infos kommen wir einfach heran, welche Schwierigkeiten ergeben sich?

Reporter recherchieren aus Otto-Normalnutzer-Sicht

Nicht alle der hr-Reporter sind ausgewiesene Experten. Sie nehmen in unserem Blog die Perspektive des Durchschnittsnutzers ein und recherchieren hartnäckig, um Antworten auf Ihre Fragen zu bekommen. Aber: Lassen sich Google, Facebook, Yahoo & Co. überhaupt darauf ein, wenn wir bei ihnen hinter die Kulissen schauen wollen? Wo laufen deren gigantische Datenmengen zusammen, wer hat darüber Kontrolle. Und wie sicher sind diese Daten?

Steht am Ende tatsächlich die bislang vorrangig gefühlte Erkenntnis, dass Otto Normalnutzer eigentlich gar keine Chance hat gegen die großen Datenkraken, die ihre Nutzungsbedingungen und Angebote dauernd (und zu ihren Gunsten) ändern? Gibt es also tatsächlich nur die sprichwörtliche Wahl: Friss oder stirb? Oder ist die ganze Datenschutzdiskussion am Ende heillos übertrieben. Schließlich ist das, was uns gestern noch als bedrohlich vorkam, heute bereits Schnee von gestern.

Ihre Fragen, unsere Antworten

hr-iNFO hat seine Hörer bereits aufgefordert, Fragen zum Thema zu mailen (hier ein Radiobeitrag von Nicole Markwald zum Thema) . Der Rücklauf hat gezeigt: Es besteht viel Aufklärungsbedarf. Unsicherheiten und irrationales Nutzerverhalten sind groß. Und es gibt die Erkenntnis, dass die Frage welche Privatdaten als sensibel bewertet werden, ganz unterschiedlich, aber keinesfalls abschließend beantwortet worden ist. Deshalb können Sie uns hier im Blog weiter ihre Fragen und Beobachtungen schicken. Wir werden diese dokumentieren und gehen ihnen nach.

Schließlich sind wir gespannt auf ihre Meinungen, ihre Diskussionsbeiträge. Jeder unserer Blogbeiträge ist offen zur Diskussion. Wir hoffen auf ihre rege Teilnahme, gerne auch bei Twitter oder Facebook.

2 Antworten auf Wir über uns

  1. Fontanefan sagt:

    Bemerkenswert ist dabei, dass der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik sein eigenes Facebookaccount eingerichtet hat und unter seinen Arbeitsgebieten an erster Stelle die „Entwicklung und Stärkung der IKT-Branche im Rhein-Main-Gebiet“ genannt wird, an der „gemeinsam von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und der Hessischen Landesregierung“ zusammengearbeitet wird (sieh die Internetseite des Instituts).
    Ob die Aufklärungsarbeit vornehmlich vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk betrieben wird, die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft aber vornehmlich zur Ausforschung der „Internetgemeinde“ im Blick auf bessere Marketingstrategien dienen wird, bleibt abzuwarten.

  2. Markus Neumann sagt:

    „Das, was uns gestern noch bedrohlich vorkam, ist heute bereits Schnee von gestern.“ Ist das so und wenn ja, warum? Haben die Verantwortlichen tatsächlich unser Vertrauen gewonnen oder uns am Ende doch nur in Watte gepackt und zum Schweigen gebracht?
    Haben wir uns an etwas gewöhnt und sehen nur noch die Vorteile, weil es bequemer und zudem kostenlos ist? Was ist im Gesamtzusammenhang betrachtet „irrationales Verhalten“? Das Produkt eines wachsenden Misstrauens des Einzelnen, das der gesellschaftlich Angepaßte als unangemessen betrachtet? Schon der Einführungstext zu diesem Blog wirft für mich eine Menge Fragen auf…

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