Der Preis des Kostenlosen | hr-online.de http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen Wie Facebook, Google & Co. mit Nutzerdaten Milliarden verdienen. Was Nutzern ihre Privatheit im Internet wert ist Thu, 23 May 2013 12:34:57 +0000 de-DE hourly 1 http://wordpress.org/?v=4.2.4 Haben Nutzer die Lust auf Soziale Netzwerke wieder verloren? http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2013/02/25/haben-nutzer-die-lust-auf-soziale-netzwerke-wieder-verloren/ http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2013/02/25/haben-nutzer-die-lust-auf-soziale-netzwerke-wieder-verloren/#comments Mon, 25 Feb 2013 15:48:46 +0000 http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/?p=599 Weiterlesen ]]> Mitte Dezember veröffentlichte das „The Pew Research Center’s Internet & American Life Project“ eine Studie, der zufolge sich in den USA mehr Menschen von Facebook abwenden als neu hinzukommen. Zwar ist Facebook mit 67% Marktanteil die mit Abstand größte soziale Plattform, aber es gebe eine starke Tendenz, sich von Facebook abzuwenden.
Auch in Deutschland fasten derzeit viele Menschen digital und verzichten bewusst auf die Nutzungvon Social Networks. Zum Teil auch, weil sie immer neue Features in der Grauzone des Datenschutzes nerven.
Wie entwickelt sich das Nutzerverhalten in Bezug auf Soziale Netzwerke? Ist der Zenit überschritten? Oder gar der Hype vorbei? hr-iNFO hat mit Professor Peter Buxmann vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt gesprochen.
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Der Preis des Kostenlosen – Jetzt auch als Unterrichtsmaterial für Schulen http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/11/14/der-preis-des-kostenlosen-jetzt-auch-als-unterrichtsmaterial-fur-schulen/ http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/11/14/der-preis-des-kostenlosen-jetzt-auch-als-unterrichtsmaterial-fur-schulen/#comments Wed, 14 Nov 2012 17:11:36 +0000 http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/?p=568 Weiterlesen ]]> Lernen mit dem „Preis des Kostenlosen“ – das gibt es jetzt an Hessens Schulen. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Rundfunk und Schule haben hr-iNFO und hr-online die Recherche- und Studien-Ergebnisse des Projektes für den Unterricht aufbereitet. Basis der insgesamt sechs Module sind die hr-iNFO-Hörfunk-Beiträge und die Forschungsergebnisse des Instituts für Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt.

Die Unterrichtsmaterialien liegen ab sofort als pdf zum Download bereit:

Die eingebetteten Audios sind abrufbar auf

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Detaillierter Ergebnisbericht online http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/09/14/detaillierter-ergebnisbericht-online/ http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/09/14/detaillierter-ergebnisbericht-online/#comments Fri, 14 Sep 2012 13:26:00 +0000 http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/?p=560 Weiterlesen ]]> Wir freuen uns, Ihnen den Ergebnisbericht zur empirischen Umfrage zum „Preis des Kostenlosen“ präsentieren zu können. An dieser Stelle möchten wir uns nochmal ganz herzlich für Ihr Interesse, Ihre Teilnahme und auch Ihre konstruktiven Rückmeldungen zu unserem Forschungsprojekt bedanken. Uns hat die Arbeit sehr viel Spaß gemacht und die Ergebnisse liefern interessante Einblicke in den aktuellen Umgang mit persönlichen Informationen im Internet und insbesondere in sozialen Netzwerken.

Die Studienergebnisse möchten wir nun mit Ihnen teilen: den ausführlichen Ergebnisbericht finden Sie hier.

Viel Spaß beim Lesen!

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Nutzerdaten sind das Erdöl des 21. Jahrhunderts http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/06/18/nutzerdaten-sind-das-erdol-des-21-jahrhunderts/ http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/06/18/nutzerdaten-sind-das-erdol-des-21-jahrhunderts/#comments Mon, 18 Jun 2012 09:45:51 +0000 http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/?p=545 Weiterlesen ]]> Bisher sind die sogenannten „Datenkraken“ Facebook und Google ohne ernsthafte Konkurrenz. Kein Soziales Netzwerk hat ein so genaues Wissen über seine Nutzer wie Facebook, kein Dienst sammelt mehr Daten als Google. Viele Internetnutzer sehen das kritisch.

Das hat auch die Studie zum Projekt „Der Preis des Kostenlosen“ ergeben, die hr info zusammen mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt durchgeführt hat. Sie zeigt: Das Misstrauen gegenüber Internetfirmen ist groß. Über 60 Prozent der Befragten finden es nicht in Ordnung, dass mit ihren Nutzerdaten Geld verdient wird. Ist das möglicherweise ein Geschäftsrisiko für Google, Facebook und Co? Oder kann den Diensten ihr Image egal sein, weil sie ohne Alternative sind?

Natürlich sind die Nutzerdaten das Erdöl des 21. Jahrhunderts. Das ist das, was die gesamte Internetökonomie antreibt und betreibt.“

Das sagt Internet-Trendforscher Ossi Urchs. Wohl auch wegen seiner Rastazöpfe und seins langen Barts wird er „Internet-Guru“ genannt. Seit Jahren beobachtet er den Werbemarkt im Internet, berät Firmen bei Werbestrategien.

Grundsätzlich gilt: Der Wert eines Internetunternehmens steht und fällt mit den Daten, die es von seinen Nutzern hat. Daten, die auch mithilfe von Cookies erhoben werden – kleinen Dateien, die meist unbemerkt auf den Computern der Nutzer installiert werden. Und die deren Surfverhalten ausspionieren. Thilo Weichert, oberster Datenschützer von Schleswig Holstein, sagt: Internetnutzer reagieren immer sensibler auf den Umgang mit ihren Daten. Und doch:

Wenn es tatsächlich heute schon so ist, dass es Seiten gibt, bei denen von 40 verschiedenen Anbietern Cookies gesetzt werden und ein Tracking stattfindet, das kommerziell ausgewertet wird, dann ist das eine Entwicklung, der sich 95 Prozent oder mehr der Internetuser nicht ansatzweise bewusst ist.“

Diese Daten werden von den Unternehmen gehortet wie wertvolle Ölreserven, sie sind ihr Schatz. Sie sind die Währung in einem Tauschgeschäft: Nutzer geben ihre Daten preis – und bekommen dafür attraktive Internetangebote. Leidet aber das Image eines Internetdienstes, etwa durch einen laxen Umgang mit Nutzerdaten – dann kann das dem Unternehmen zur Gefahr werden. Eine möglicherweise existenzbedrohende Gefahr. Ossi Urchs sagt: Selbst Online-Giganten wie Facebook kann ihr Image nicht egal sein:

Facebook hat anders als Google keinen technologischen Vorsprung, der sich wirtschaftlich monetarisieren lassen könnte. Das ist vielmehr eine Plattform, auf der die Nutzer weitestgehend bestimmen, was dort passiert. Sollten die Nutzer sich entscheiden, auf andere Plattformen auszuweichen, ist das Geschäft buchstäblich beendet.“

Zwar haben große Dienste wie Google oder Facebook mittlerweile eine stabile Marktposition, dank ihrer vielen Nutzer einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil. Doch auch ihnen könnten Konkurrenten das Leben schwer machen. Konkurrenten die etwa versprechen, Daten noch besser zu schützen, sagt Osi Urchs:

Also wenn heute jemand kommt, der den Nutzern ein erkennbar besseres Angebot macht, ließe sich vorstellen, dass die Welt in fünf Jahren anders aussieht.“

Mediensoziologe Jan-Hinrik Schmidt vom Hans-Bredow-Institut Hamburg, sieht das ähnlich:

Ich halte es auch überhaupt nicht für ausgemacht, dass es nicht in den nächsten Jahren gesellschaftlich eine Gegenbewegung gibt, die versucht, diesen „Datenkraken“ etwas entgegenzusetzen.“

Bei Google weiß man, dass Image zählt. War man dort noch vor wenigen Jahren eher schweigsam, wenn es um Datenschutz ging, gibt man sich heute betont offen. Google-Sprecherin Lena Wagner:

Es gibt bei uns ein Team, das nennt sich die „Data Liberation Front“. Dieses Team kümmert sich darum, alle Daten, die bei Google eingegeben wurden, auch wieder dort raus zu bekommen. Das ist uns ganz wichtig, weil wir eher die Meinung vertreten, die Leute sollen bei uns bleiben, weil sie zufrieden mit uns sind – und nicht, weil sie müssen.“

Ein Seitenhieb gegen Facebook, das es Usern besonders schwierig macht, seine Daten zu kontrollieren und zu löschen. Nichtsdestotrotz: Google ist datenhungriger denn je. Aber man weiß heute in der Netzindustrie, dass Daten nicht alles sind. Sondern dass das Vertrauen der Nutzer mindestens ebenso wertvoll ist.

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Google – eine Datenmaschine zum „Gelddrucken“ http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/06/14/google-eine-datenmaschine-zum-geldrucken/ http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/06/14/google-eine-datenmaschine-zum-geldrucken/#comments Thu, 14 Jun 2012 19:20:15 +0000 http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/?p=530 Weiterlesen ]]> Was sind unsere Daten den Internetdiensten eigentlich wert? Ein Dienst, der als sogenannte „Datenkrake“ gilt, ist die Suchmaschine Google. Google sagt: Wir legen KEINE Nutzerprofile mit persönlichen Daten an. Aber Google verdient mit unseren Daten sein Geld. Sehr viel Geld.

Google sagt auch: „Wir haben eine Mission: Die weltweiten Informationen zugänglich zu machen und zu organisieren.“

Empfang der Firma Google in Hamburg

So empfängt Google seine Besucher in Hamburg

Unendliches Google-Universum

Das unendliche Universum des Internets: Google hat es erforscht, erschlossen, erobert. Denn Google ist nicht nur Google. Sondern auch Google Maps, Google Mail, Google Chat, Youtube – um nur einige Dienste zu nennen.

Google erreicht unglaubliche 95 Prozent aller deutschen Internet-Nutzer. Nutzer, die von Google ebenfalls erforscht, erschlossen und erobert werden.

Ich treffe Lena Wagner, Sprecherin von Google in der Deutschlandzentrale in Hamburg.  Ärgert Sie eigentlich der Begriff „Datenkrake“?

„Ärgern ist zu viel gesagt. Ehrlich gesagt haben wir uns ein bisschen dran gewöhnt, was die Sache nicht schöner macht. Natürlich arbeiten wir mit vielen Daten. Aber das machen zum Beispiel Banken genauso.“

Aber: Wohl keine Bank auf der Welt hat so viele Daten gespeichert wie Google.

Die größte „Daten-Bank“ der Welt

Was für ein Unternehmen! Ein Börsenwert von gigantischen 200 Milliarden US-Dollar. Jährliche Profitsteigerung: 20 Prozent, der Aktienkurs lag in den letzten Wochen bei knapp 600 Dollar.

Google war in den vergangenen Jahren eine Maschine zum Gelddrucken – dank der Anzeigen auf den Google-Seiten. Lena Wagner:

„Der Werbetreibende kommt zu uns und sagt: Ich habe folgendes Produkt, das ich vermarkten möchte. Bitte platziert das so, dass ich interessierte Kunden erreiche. Interessierte Kunden finde ich, wenn sie nach meinem Produkt suchen – oder nach themenverwandten Inhalten. Genau dann  spielen wir die Werbung aus.“

Werbung: Einmal „Kredit“ klicken kostet etwa zehn Euro

Ein Beispiel: Ich gebe bei Google den Begriff „Kredit“ ein – und drücke auf Enter. Jetzt startet eine Online-Versteigerung im Turbogang. Alle Werbekunden, die bei Google den Suchbegriff „Kredit“ inserieren, werden von der Suchmaschine identifiziert. Jener Anbieter, der für seine Anzeige am meisten Geld bietet, wird ganz oben auf der Seite mit der Trefferliste angezeigt – der prominenteste Platz.

Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt erläutert:
„Das Stichwort „Kredit“ gehört zu den teureren, wie man sich vorstellen kann. Wenn man nach einem Kredit sucht, ist man vielleicht willig, einen Vertrag abzuschließen. Da betragen die Kosten etwa zehn Euro pro Click. Das heißt: Wenn jemand diese Anzeige anklickt, fließen zehn Euro zu Google.“

Persönlich Daten spielen keine Rolle!?

Mein Browser speichert meine Suchanfrage. Darauf kann Google bei künftigen Suchen zurückgreifen. Persönliche Daten spielen dabei aber keine Rolle, sagt mir Lena Wagner. Sie nennt das Beispiel der Suche nach einer Digitalkamera.

„Da ist es egal, wie alt Sie sind, welches Geschlecht Sie haben, egal, wo sie wohnen. Denn Sie sind eben an einer Digitalkamera interessiert. Die Anzeigen erscheinen von Kunden, die das Wort „Digitalkamera“ gebucht haben. Es ist nicht so, dass Nutzerprofile entstehen. Es gibt nirgendwo einen Keller mit Akten, wo ich eine Schublade rausziehe, nach dem Motto:  „Akte Lena Wagner, so und so alt, wohnt in Hamburg“…das gibt es nicht!“

Google kennt Dich!

Bin ich bei Google also anonym unterwegs? „Unsinn“, sagt Thilo Weichert vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Kiel.

„Das ist alles andere als anonym. Über Jahre, teils sogar über viele Jahre hinweg, werden diese Daten zu Kommunikations-, Interessen- und sonstigen Profilen zusammengestellt. Das was die US-Amerikaner als anonymisiert ansehen, ist nach deutschem, europäischem Recht definitiv personenbeziehbar.“

Google kennt mich also vermutlich ziemlich gut. Und mit jedem Tag, mit jeder Suche, besser…

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Mein Wert auf Facebook – ein Selbstversuch http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/06/13/mein-wert-auf-facebook-%e2%80%93-ein-selbstversuch/ http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/06/13/mein-wert-auf-facebook-%e2%80%93-ein-selbstversuch/#comments Wed, 13 Jun 2012 14:51:56 +0000 http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/?p=519 Weiterlesen ]]> Wenn Sie bei Facebook über den Kinobesuch gestern abend posten oder einen Foto hochladen müssen Sie dafür nichts bezahlen  – Facebook ist für seine Nutzer kostenlos. Zumindest auf den ersten Blick. Denn tatsächlich zahlen wir – und zwar mit unseren Daten. Daten, die umgekehrt für Facebook bares Geld wert sind. Wie das geht? Ganz einfach – mit Werbung.

Das funktioniert zum Beispiel so:  Ein Anbieter für Unterhaltungselektronik will auf Facebook ein neues Computermodell bewerben und dabei eine bestimmte Zielgruppe erreichen. Kein Problem, sagt Facebook und bietet potenzielle Kunden an – gegen Bezahlung.

Was aber ist ein solcher potentieller Kunde in der Facebook-Welt wert? Und welche Rolle spielen dabei unsere Daten? Das haben Wirtschaftsinformatiker der TU Darmstadt für hr-iNFO untersucht. Ich habe mir das mal für mich selbst durchrechnen lassen….

Weil ich es mir wert bin…

Ich sitze am Rechner, und schau auf die „Registrieren“ Seite von Facebook – inklusive Versprechen: „Facebook ist und bleibt kostenlos“.

Wenn man bei Facebook dabei sein will, dass muss man sich erst mal registrieren und genau das mache ich jetzt mal. Ich bin selber sehr gespannt, wann da zum ersten Mal die Kasse klingelt. Also ich fange an, erst mal der Name, Nachname, E-mail-Adresse, dann der nächste Punkt: Geschlecht auswählen. Ok, ich bin männlich.

Die Kasse klingelt bei Facebook jetzt, denke ich. Und: Mein Wert als Mann liegt bei 45 Cent.

Neben mir sitzt Peter Buxmann, Leiter des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Darmstadt. Ich frage den Professor: Wie kommt diese Zahl zustande?

Kosten fallen erst bei Klick auf Anzeige an

Seine Antwort: „Die Zahl sagt nicht, dass ein Mann 45 Cent wert ist. Denn Facebook rechnet per Klick ab. Es läuft so: Ein Werbetreibender sagt: Ich möchte eine Anzeige schalten, die alle Männer sehen können. Aber erst, wenn jemand dieser Männer auf diesen Werbebanner klickt, kostet es.

Aha. Die 45 Cent stehen sozusagen für meinen Marktwert im Zusammenhang mit einer Werbeanzeige. Was aber, wenn ich eine Frau wäre? Buxmann weiß:“Dann wären Sie für die Werbeindustrie bei Facebook ein bisschen teurer.“

Ich komme zum nächsten Feld: Geburtsdatum.

Nun teilt mir Facebook – falls es mich interessiert – immerhin mit , wofür mein Geburtsdatum benötigt wird: „Dadurch soll die Authentizität der Seite und der Zugang zu altersgerechten Inhalten gewährt werden. Wenn du möchtest, kannst du diese Information in deinem Profil verbergen.“

Aber offensichtlich gibt es noch einen anderen Grund…Denn mein Wert steigt jetzt: auf 50 Cent. Ich bin mir nicht sicher: Kommen diese 50 Cent jetzt auf die ersten 45 drauf? Auch das kann Buxmann erklären: „Nein, das ist nichts anderes als eine Detaillierung der Zielgruppe, also erst hatten wir die Zielgruppe männlich und dann hatten wir jetzt die Detaillierung 30 bis 50 Jahre alt, als insgesamt dann 50 Cent per Klick.“

Der nächste Punkt: Freunde und Familie.

Hier gibt das Feld Beziehungsstatus, und das klicke ich mal an und gebe hier ein: verheiratet. Mein Wert steigt weiter: 54 Cent. Auch der Beziehungsstatus hat also einen Einfluss auf den Marktpreis pro Klick. Und die Zielgruppe der Verheirateten sei ein wenig teurer als die der Singles, so Buxmann.

Ich wende mich wieder meinem Profil zu, fülle zum Schluss „Interessen“ aus. Hier findet man bei Facebook verschiedene Kategorien. Welche Musik gefällt mir, welches Buch, welche Filme und so weiter.. Ich gehe auf Aktivitäten und Interessen und gebe an, ich sei an Unterhaltungselektronik interessiert. Ich bin gespannt: was bin ich jetzt wert? 58 Cent!

Werbewert schwankt zwischen 50 und 70 Cent

58 Cent, das ist jetzt der potenzielle Marktpreis meiner Daten. Ich frage den Professor, wie stabil dese Zahl ist. Seine Antwort überrascht mich etwas: „Dadurch, dass die Daten jeweils in einer Auktion ermittelt werden, ist dieser Preis nicht wirklich stabil. Die Schwankungsquote ist allerdings gering. Sie liegt ungefähr zwischen 50 und 70 Cent für diese Zielgruppe.“

Der Marktpreis per Klick für eine bestimmte Zielgruppe wird also durch eine Auktion ermittelt. Verauktioniert wird, weil verschiedene potenzielle Anbieter, die beispielsweise an Facebook-Nutzern interessiert sind, die Interesse für Unterhaltungselektronik haben, um diese Werbeplätze konkurrieren. Das ist wie an der Börse.

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Frauen wertvoller als Männer – Wie Facebook mit unseren Daten Geld verdient http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/06/12/505/ http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/06/12/505/#comments Tue, 12 Jun 2012 04:00:06 +0000 http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/?p=505 Weiterlesen ]]> Wenn Unternehmen bei Facebook Werbung schalten, dann variiert der Preis pro Klick beträchtlich. Denn unterschiedliche Zielgruppen werden von der Werbeindustrie unterschiedlich wertvoll eingeschätzt. Bei der Versteigerung der Werbeplätze bestimmt daher die Nachfrage der Werbenden den Preis pro Klick.

Zielgruppen wiederum lassen sich bei Facebook recht einfach bestimmen und herausfiltern – dank der Daten die die User selbst hinterlassen. Facebook und die Werbeindustrie nutzen das gerne. Besonders gefragt als Werbeflächen sind zum Beispiel die Profile der Generation der so genannten Baby-Boomer.

Über Werbepreise, Zielgruppen und das Potential unserer Daten im Netz hat hr-iNFO-Moderator Dirk Wagner mit Professor Peter Buxmann gesprochen, dem Leiter des Fachgebiets Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt.

Dirk Wagner: Herr Prof. Buxmann, mit welchen Daten wird denn Geld verdient?

Prof. Peter Buxmann: Bislang wird tatsächlich überwiegend mit den von den Nutzern freiwillig bereitgestellten Daten Geld verdient. Ein häufig vorkommender Abrechnungsmodus ist, dass mit Kosten per Klick bezahlt wird. Das bedeutet, ein Werbetreibender bekommt eine Anzeigefläche auf Facebook bereitgestellt. Und sobald ein Nutzer von Facebook auf eine solche Werbeanzeige draufklickt, fließt entsprechend Geld vom Werbetreibenden an Facebook.

Das wäre so ungefähr 50, 60, 70 Cent, dass kann ein Stück weit variieren. Ganz interessant ist dabei, dass im Moment mit den Daten von Frauen mehr Geld verdient wird als mit Männern. Akademiker sind als Zielgruppe im Schnitt auch teurer als Nicht-Akademiker. Und die teuerste Zielgruppe, das sind die Frauen und die so genannten Baby-Boomers.

Dirk Wagner: Weil die möglicherweise mehr kaufen? Mehr Geld ausgeben? Oder kann man das gar nicht so genau sagen?

Prof. Peter Buxmann: Man kann das insofern sagen, dass Ihre Vermutung wahrscheinlich richtig ist. Denn hinter dieser Berechnung stecken ja letztendlich Marktpreise.

Dirk Wagner: Jetzt würde ich von der Logik her annehmen, dass die Preise für die Werbeanzeige umso höher sind, je genauer man die Zielgruppe definieren kann…

Prof. Peter Buxmann: In der Regel ist das auch genauso. Aber es gibt eben auch Ausnahmefälle. Ein schönes Beispiel für einen Ausnahmefall: Wenn Sie eine Zielgruppe „Männer“ definieren, kostet das so etwa 44 Cent per Klick. Wenn sie dann eine bestimmte Altersgruppe wählen, also zum Beispiel zwischen 30 und 40 Jahren, dann steigen diese Kosten per Klick noch einmalmal an. Wenn sie dann aber beispielsweise noch die Zusatzinformation reinnehmen, dass derjenige Student ist, also ein Student zwischen 30 und 39 Jahren, dann fällt  dieser Marktpreis wieder.

Dirk Wagner: Sind denn die Daten, die Ergebnisse die Sie da bekommen haben übertragbar von Facebook auf andere Anbieter im Internet?

Prof. Peter Buxmann: Nein, diese Daten sind nicht übertragebar. Ich will Ihnen einfach mal ein anderes Beispiel nennen: Bei google gibt es ja auch diese Werbeflächen. Und dort sind die Werbepreise per Klick zum Teil deutlich höher. Also wenn sie zum Beispiel eine Stichwortsuche nach dem Wort Kredit machen, dann wird rechts eine Werbefläche eingeschaltet mit Kreditanbietern. Wenn sie dort draufklicken, ist dieser Klick bis zu 10 Euro wert. Und spannend ist vielleicht auch, dass das ökonomische Prinzip, das dahinter steckt, das gleiche ist wie bei Facebook. Denn die Marktpreise werden letztendlich per Auktion ermittelt – also so ähnlich wie bei einer Kunstauktion.

Dirk Wagner: Wie funktioniert das?

Prof. Peter Buxmann: Sie haben mehrere potentielle Werbeanbieter, die gegeneinander  antreten. Und der eine sagt: Ich bin bereit, einen bestimmten Preis für diesen Werbeplatz zu bezahlen. Dann sagt der andere: Ich bin bereit, ein bisschen mehr zu bezahlen. Und auf diese Weise wird eben ein solcher Marktpreis ermittelt.

Dirk Wagner: Das heißt: Diese Preise gehen auch mal hoch und mal runter?

Prof. Peter Buxmann: Ganz genau. Wie das eben bei einer normalen Auktion auch ist. Wenn man Gegenstände zu verschiedenen Zeitpunkten verkaufen würde per Auktion, würden sich die Endpreise ja auch unterscheiden.

Dirk Wagner: Können Sie denn schon abschätzen mit dem Stand von heute, welche Werte schon in den Daten stecken, die wir alle im Internet hinterlassen haben, also was man daraus vielleicht mal generieren kann an Wert? An Umsatz?

Prof. Peter Buxmann: Das ist tatsächlich unheimlich schwierig. Und ich habe im Moment den Eindruck, dass auch viele Firmen, die Daten sammeln, nicht genau wissen, was letztendlich der Verwendungszweck sein wird, und wo sie damit hin wollen. Ich hab eher den Eindruck, dass da so eine Art Potential aufgebaut wird, weil man letztendlich so ein Bauchgefühlt hat, dass diese Daten eine Menge wert sind.

Ein ganz nettes Beispiel ist vielleicht Facebook, die ja bislang lediglich für ihre Nutzer Werbung auf Facebook angezeigt haben. Die sich jetzt aber überlegen, ob und inwieweit es nicht auch ein Modell sein könnte, um mehr Geld einzunehmen, das man die vorhandenen Nutzerdaten dafür nutzt, auch auf anderen Webseiten zielgerichtete Werbung einzublenden. Es geht also darum,  aus diesen Daten über einen anderen, neuen Weg Geld zu machen.

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#DPdK-Ergebnisse in der Hessenschau http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/06/01/dpdk-ergebnisse-in-der-hessenschau/ http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/06/01/dpdk-ergebnisse-in-der-hessenschau/#comments Thu, 31 May 2012 22:19:12 +0000 http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/?p=501 Auch das hr-Fernsehen hat über „Der Preis des Kostenlosen“ berichtet. Sehen Sie hier den Beitrag von Hessenschau-Reporterin Nora Enns.

[youtube width=“580″ height=“349″]http://www.youtube.com/watch?v=ySd_jq3GQbM[/youtube]

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Interview zum „Preis des Kostenlosen“ mit Ilse Aigner http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/05/30/interview-zum-preis-des-kostenlosen-mit-ilse-aigner/ http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/05/30/interview-zum-preis-des-kostenlosen-mit-ilse-aigner/#comments Wed, 30 May 2012 16:15:22 +0000 http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/?p=489 Weiterlesen ]]> Viele der Befragten unserer Studie „Der Preis des Kostenlosen“ haben angegeben, dass sie Angst haben, Internetfirmen wie Google, Facebook und Co. könnten zu viel Macht bekommen. Muss in so einem Fall nicht die Politik reagieren? Und wenn ja, wie? Unser hr-iNFO-Hauptstadtkorrespondent Jens Borchers hat die Bundesministerin für Verbraucherschutz Ilse Aigner (CSU) mit den Ergebnissen der Studie konfrontiert. Hier können sie das Interview nachlesen und -hören.

hr-iNFO: Frau Aigner, die Studie sagt, dass die Nutzer des Internets relativ kritisch sind, was den Umgang mit ihren Daten angeht. Sie sehen mit Misstrauen auf die kommerzielle Nutzung der Daten. Ergibt sich für Sie aus diesem Misstrauen politischer Handlungsbedarf?

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner: Zum einen handeln wir momentan, und zwar auf europäischer Ebene mit einer neuen Datenschutzrichtlinie, die jetzt beraten wird. Aber insgesamt finde ich, dass man sich bewusst sein muss: Die Währung im Internet – gerade in sozialen Netzwerken – sind immer die eigenen Daten. Das ist einfach die Grundwährung. Deshalb geht es mir immer um Transparenz und um Bewusstsein. Und die Diskussion, die wir bereits geführt haben, hat vielleicht auch dazu geführt, dass die Menschen sich inzwischen bewusster sind, dass die Daten dann eben doch im Zweifelsfall am „Schwarzen Brett“ hängen.

Gleichzeitig geben die Benutzer an, dass sie zwar misstrauisch seien, die Dienste aber trotzdem nutzen würden. Heißt das: Datenschutz ist doch nicht so wichtig?

Es ist meines Erachtens immer eine gewisse Güterabwägung, denn wir haben gerade bei den Netzwerken in Deutschland auch sehr gute Alternativen, was Datenschutz rechtlich betrifft. Allerdings stellt man fest, dass die Nutzer dann doch zu den „größeren“ sozialen Netzwerken gehen, nach dem Motto: „Da sind alle meine Freunde drin, da will ich auch hin.“ Das kann man schwer beeinflussen – man kann höchstens sagen: „Achtung! Dann achtet wenigstens auf die Privateinstellungen.“

Sie haben die sozialen Netzwerke schon angesprochen. Die Nutzer wollen eigentlich die Kontrolle über ihre Daten in den Netzwerken haben – auch das ist ein Ergebnis der Studie. Ist da eine ausreichende Kontrolle gewährleistet? Denn – Beispiel Facebook – da monieren Kritiker, es gäbe keine Möglichkeit, Daten verlässlich zu löschen.

Ich finde, da hat sich durch die Diskussion schon einiges verändert. Früher hat man ganz lange suchen müssen, bis man zum Beispiel Privateinstellungen verändern konnte. Heute ist das wesentlich einfacher. Aber das Grundproblem ist meines Erachtens immer noch nicht gelöst, nämlich die Frage nach dem „Opt-In“ oder „Opt-Out“. Konkret: Ist die Voreinstellung so, dass ich meine Daten einem größeren Kreis zur Verfügung stelle oder gilt automatisch eine restriktive Einstellung. Ich mache es gerne an dem Beispiel „Facebook-Partys“ deutlich: Steht die Voreinstellung auf „öffentliche Party“ und man übersieht, das „wegzuklicken“, dann stehen möglicherweise deutlich mehr Menschen vor der Tür als man möchte. Das wurde jetzt zwar für Kinder geändert. Ich sage aber: Das müsste für alle geändert werden.

Aber, und das ist aus meiner Sicht noch bedenklicher, ich kann Daten nicht verlässlich löschen, wenn ich einmal welche eingegeben habe…

Auch das ist ein Punkt der Datenschutzrichtlinie: Wie kann man seine eigenen Daten löschen? Das will die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding regeln – ein „Recht auf Vergessen“, und zwar in Bezug auf die Daten, die ich als Nutzer eingegeben habe. Meine Daten, die ich einem Netzwerk, einer Firma anvertraut habe, muss ich auch wieder zurückholen können.

Für Facebook gelten nach wie vor die irischen Datenschutzbestimmungen. Heißt das für Sie als deutsche Ministerin, dass Sie handlungsunfähig sind?

Zum einen gelten in Europa die irischen Datenschutzrichtlinien, es gilt aber auch das so genannte „Safe-Harbor-Abkommen“, das ist eine Verabredung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika, in der sich die Firmen verpflichten, sich an die Datenschutzregelungen zu halten. Der nächste Punkt ist jetzt, dass mit der Datenschutzrichtlinie eben ein einheitliches europäisches Recht geschaffen werden soll, für die Nutzer, aber auch für die Firmen, so dass sie sich nicht an 27 verschiedene Länder gewöhnen müssen. Und nach diesem Recht sollen sich dann auch an alle Länder außerhalb Europas richten.

Noch eine Frage zum Nutzerverhalten. Das Interessante ist ja, dass für die Wirtschaft genau die Daten interessant sind, die relativ freigiebig – so ein weiteres Ergebnis unsere Studie – von den Nutzern herausgegeben werden, also Geschlecht, Alter und Ähnliches. Brauchen wir einen besseren Schutz für solch kommerziell interessanten Daten?

Auch hier gilt Bewusstsein. Ich muss wissen, dass ich mit jedem Profil letztendlich darstelle, dass ich zu einer Werbezielgruppe gehöre. Und darum geht es letztendlich, es geht um die Werbeeinnahmen. Deswegen würde ich als privater Nutzer so restriktiv mit Daten umgehen wie irgend möglich.

Sie sehen aber primär die Nutzer selbst in der Pflicht…

Auf alle Fälle. Sie müssen selbst immer wissen, alles was sie einstellen – obwohl sie es nicht zwingend angeben müssen – ist im Zweifelsfall im öffentlichen Raum.

hr-iNFO: Frau Aigner, dieStudie sagt, dass die Nutzer des Internets relativ kritisch sind, was den Umgang mit ihren Daten angeht. Sie sehen auch mit Misstrauen auf die kommerzielle Nutzung der Daten. Ergibt sich für Sie aus diesem Misstrauen politischer Handlungsbedarf?

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner: Zum einen handeln wir momentan, und zwar auf europäischer Ebene mit einer neuen Datenschutzrichtlinie, die jetzt beraten wird. Aber insgesamt finde ich auch, man muss sich bewusst sein, dass die Währung im Internet, gerade in sozialen Netzwerken, immer die eigenen Daten sind. Das ist einfach die Grundwährung. Deshalb geht es mir immer um Transparenz und um Bewusstsein. Und die Diskussion, die wir bereits geführt haben, hat vielleicht auch bewirkt, dass die Menschen sich inzwischen bewusster sind, dass die Daten eben dann doch sozusagen am „Schwarzen Brett“ hängen im Zweifelsfall.

hr-iNFO: Gleichzeitig geben die Benutzer an, dass sie zwar misstrauisch seien, die Dienste aber trotzdem nutzen würden. Heißt das: Datenschutz ist doch nicht so wichtig?

BM Aigner: Es ist meines Erachtens immer eine gewisse Güterabwägung, denn wir haben gerade bei den Netzwerken in Deutschland auch sehr gute Alternativen, was Datenschutz betrifft. Allerdings stellt man fest, dass die Nutzer dann doch zu den „Großen“ gehen, nach dem Motto: „da sind alle meine Freunde drin, da will ich auch hin“. Das kann man schwer beeinflussen. Man kann aber sagen: „Achtung! Dann achtet wenigstens auf die Privateinstellungen“.

hr-iNFO: Sie haben die Sozialen Netzwerke schon angesprochen. Die Nutzer wollen eigentlich die Kontrolle über ihre Daten in den Netzwerken haben – auch das ein Ergebnis der Studie. Ist da eine ausreichende Kontrolle gewährleistet? Denn – Beispiel Facebook – da monieren Kritiker, es gäbe keine Möglichkeiten, Daten zu löschen – zumindest verlässlich zu löschen.

BM Aigner: Ich finde, da hat sich durch die Diskussion schon einiges verändert. Früher hat man ganz lange suchen müssen, bis man zum Beispiel Privateinstellungen verändern konnte. Heute ist das wesentlich einfacher. Aber das Grundproblem ist meines Erachtens immer noch nicht gelöst, nämlich die Frage, ob gilt „Opt-In“ oder „Opt-Out“. Konkret: ist die Voreinstellung so, dass ich meine Daten einem größeren Kreis zur Verfügung stelle oder gilt automatisch eine restriktive Einstellung. Ich mache es gerne an dem Beispiel „Facebook-Parties“ deutlich:

Steht die Voreinstellung auf „öffentliche Partie“ und man übersieht, das „wegzuklicken“, dann stehen möglicherweise deutlich mehr Menschen vor der Tür als man möchte. Das wurde jetzt zwar für Kinder geändert, ich sage aber: das müsste für alle geändert werden.

hr-iNFO: Aber, und das ist aus meiner Sicht noch bedenklicher, ich kann Daten nicht verlässlich löschen, wenn ich einmal welche eingegeben habe….

BM Aigner: Auch das ist ein Punkt der Datenschutzrichtlinie: wie kann man seine eigenen Daten löschen? Das will die zuständige EU-Kommissarin Reding regeln, ein „Recht auf Vergessen“, und zwar in Bezug auf die Daten, die ich als Nutzer eingegeben habe. Meine Daten, die ich einem Netzwerk, einer Firma anvertraut habe, die muss ich auch wieder zurückholen können.

hr-iNFO: Für Facebook gelten nach wie vor die irischen Datenschutzbestimmungen. Heißt das für Sie als deutsche Ministerin, dass Sie handlungsunfähig sind?

BM Aigner: Zum einen gelten die irischen Datenschutzrichtlinien, es gilt aber auch das sog. „safe harbour“-Abkommen, das ist eine Verabredung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika, in der sich die Firmen verpflichten, sich an die Datenschutzregelungen zu halten. Der nächste Punkt ist jetzt, dass mit der Datenschutzrichtlinie eben ein europäisches Recht geschaffen werden soll, für die Nutzer, aber eben auch für die Firmen, so dass sie sich nicht an 27 verschiedene Länder gewöhnen müssen.

hr-iNFO: Ich habe noch eine Frage zum Nutzerverhalten. Das interessante ist ja, dass für die Wirtschaft genau die Daten interessant sind, die relativ freigiebig – so ein weiteres Ergebnis unsere Studie – von den Usern herausgegeben werden. also „Geschlecht“, „Alter“ und ähnliches. Brauchen wir einen besseren Schutz für solch kommerziell interessanten Daten?

BM Aigner: Auch hier gilt Bewusstsein. Ich muss wissen, dass ich mit jedem Profil letztendlich darstelle, dass ich zu einer Werbezielgruppe gehöre. Und darum geht es letztendlich, es geht um die Werbeeinnahmen. Deswegen würde ich so restriktiv mit Daten umgehen wie möglich – als privater Nutzer.

hr-iNFO: Sie sehen da zunächst aber die Nutzer selbst in der Pflicht….

BM Aigner: Auf alle Fälle. Sie müssen selbst immer wissen, alles was sie einstellen – obwohl sie es nicht zwingend angeben müssen – ist im Zweifelsfall im öffentlichen Raum.

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Wie sind die Umfrageergebnisse einzuordnen? http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/05/30/wie-sind-die-umfrageergebnisse-einzuordnen/ http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/2012/05/30/wie-sind-die-umfrageergebnisse-einzuordnen/#comments Wed, 30 May 2012 14:37:43 +0000 http://blogs.hr-online.de/der-preis-des-kostenlosen/?p=477 Weiterlesen ]]> Über einige Ergebnisse der Studie haben wir bereits hier im Blog sowie in hr-iNFO berichtet. Aber was bedeuten diese Ergebnisse, wie sind sie einzuordnen? Damit haben sich die hr-iNFO-Redakteure Oliver Günther und Marc Dugge beschäftigt. Hören Sie hier die Ergebnisse ihrer Recherchen.

Es geht nicht mit, es geht nicht ohne: das Nutzungsdilemma

Professor Peter Buxmann vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt und Leiter des Forschungsprojekts hat am Morgen in hr-iNFO ein besonders interessantes Ergebnis der Studie skizziert:

„Die Studie hat gezeigt, dass die Nutzer nur geringes Vertrauen in Internetfirmen haben. Sie haben Angst vor der Macht der Internetfirmen – das gilt interessanterweise für die Älteren wie für die Jüngeren. Die Jüngeren sind nicht naiv! Aber sie stehen vor dem Dilemma, dass es ihnen – anders als manch einem Älteren – nicht so leicht fällt zu sagen: Als Konsequenz nutze ich jetzt eben die Sozialen Netzwerke nicht mehr. Sie sind stärker auf diese Netzwerke angewiesen, um etwa ihre sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten.“

Also: Viele von uns haben Angst vor den Datenkraken, auch die Jüngeren. Aber wir nutzen sie trotzdem. Warum ist das so? Marc Dugge:

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Ein weiteres Ergebnis: Den meisten Befragten ist weniger wichtig, wie viele Daten sie angeben und zu welchem Zweck – was für sie zählt, ist vor allem, Kontrolle über ihre Daten zu haben. Professor Buxmann:

„Das meint zum einen Kontrolle über die Weitergabe der Daten. Zum anderen aber auch Kontrolle, dass sie die Daten auch löschen können, wenn sie beispielsweise ihr Partybild nicht mehr bei Facebook haben möchten.“

Die Kontrolle über unsere Daten ist uns wichtig. Aber haben wir die überhaupt? Marc Dugge hat auf diese Frage eine Antwort gesucht.

Teure Daten, günstige Daten

Sind Sie Mitglied in einem sozialen Netzwerk? Wenn ja, welche Daten haben Sie in Ihrem Profil angegeben? Ihr Geschlecht? Ihr Alter? Oder – Ihre politische Einstellung? Dass Daten nicht gleich Daten sind, dürfte jedem einleuchten. Manche Daten werden lieber angegeben, andere vielleicht eher ungern. Aber wie verhält sich das genau? Dazu Professor Peter Buxmann:

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Befragten am ehesten Informationen zu ihrem Geschlecht, Alter, Name, Profilbild, Musikgeschmack, Filmgeschmack und Freizeitinteressen bereitstellen. Das sind also die Informationen, die sie auch zu ihrer Selbstdarstellung gut verwenden. Sehr zurückhaltend sind die Leute demgegenüber bei der Angabe ihrer politischen Einstellung, ihrer Glaubensrichtung oder ihrem aktuellen Aufenthaltsort.“

So sehen es also die Nutzer. Aber wie sieht das bei den Betreibern der Internet-Seiten aus, bei den Firmen, die ihr Geld mit den Daten verdienen – welche Daten sind hier die Wertvolleren? Mit dieser Frage beschäftigt sich Oliver Günther in diesem Beitrag.

Zahlen für den Datenschutz

Große Internetkonzerne wie Facebook oder Google werten in großem Stil die Daten ihrer Nutzer aus – und verdienen damit Geld, indem sie zielgerichtet Werbung schalten. Ist das den Nutzern recht? Und wenn nicht, wären sie bereit dafür zu zahlen, dass ihre Daten besser geschützt sind? Noch einmal Professor Buxmann:

„Die Studie hat gezeigt, dass die Befragten durchaus bereit wären, für ein privatsphärenfreundliches soziales Netzwerk zu zahlen. So haben etwa fünfzig Prozent gesagt, dass sie bereit wären, bis zu fünf Euro pro Monat für ein soziales Netzwerk zu zahlen, das ihren Anforderungen im Hinblick auf Privatsphäre genügt.“

Fünf Euro pro Monat? Ist dieser Preis eigentlich realistisch? Ließe sich damit überhaupt ein soziales Netzwerk wie Facebook, Google+ oder XING finanzieren? Oliver Günther hat sich auf die Suche gemacht.

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