Wie sind die Umfrageergebnisse einzuordnen?

Über einige Ergebnisse der Studie haben wir bereits hier im Blog sowie in hr-iNFO berichtet. Aber was bedeuten diese Ergebnisse, wie sind sie einzuordnen? Damit haben sich die hr-iNFO-Redakteure Oliver Günther und Marc Dugge beschäftigt. Hören Sie hier die Ergebnisse ihrer Recherchen.

Es geht nicht mit, es geht nicht ohne: das Nutzungsdilemma

Professor Peter Buxmann vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt und Leiter des Forschungsprojekts hat am Morgen in hr-iNFO ein besonders interessantes Ergebnis der Studie skizziert:

„Die Studie hat gezeigt, dass die Nutzer nur geringes Vertrauen in Internetfirmen haben. Sie haben Angst vor der Macht der Internetfirmen – das gilt interessanterweise für die Älteren wie für die Jüngeren. Die Jüngeren sind nicht naiv! Aber sie stehen vor dem Dilemma, dass es ihnen – anders als manch einem Älteren – nicht so leicht fällt zu sagen: Als Konsequenz nutze ich jetzt eben die Sozialen Netzwerke nicht mehr. Sie sind stärker auf diese Netzwerke angewiesen, um etwa ihre sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten.“

Also: Viele von uns haben Angst vor den Datenkraken, auch die Jüngeren. Aber wir nutzen sie trotzdem. Warum ist das so? Marc Dugge:

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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Ein weiteres Ergebnis: Den meisten Befragten ist weniger wichtig, wie viele Daten sie angeben und zu welchem Zweck – was für sie zählt, ist vor allem, Kontrolle über ihre Daten zu haben. Professor Buxmann:

„Das meint zum einen Kontrolle über die Weitergabe der Daten. Zum anderen aber auch Kontrolle, dass sie die Daten auch löschen können, wenn sie beispielsweise ihr Partybild nicht mehr bei Facebook haben möchten.“

Die Kontrolle über unsere Daten ist uns wichtig. Aber haben wir die überhaupt? Marc Dugge hat auf diese Frage eine Antwort gesucht.

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Teure Daten, günstige Daten

Sind Sie Mitglied in einem sozialen Netzwerk? Wenn ja, welche Daten haben Sie in Ihrem Profil angegeben? Ihr Geschlecht? Ihr Alter? Oder – Ihre politische Einstellung? Dass Daten nicht gleich Daten sind, dürfte jedem einleuchten. Manche Daten werden lieber angegeben, andere vielleicht eher ungern. Aber wie verhält sich das genau? Dazu Professor Peter Buxmann:

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Befragten am ehesten Informationen zu ihrem Geschlecht, Alter, Name, Profilbild, Musikgeschmack, Filmgeschmack und Freizeitinteressen bereitstellen. Das sind also die Informationen, die sie auch zu ihrer Selbstdarstellung gut verwenden. Sehr zurückhaltend sind die Leute demgegenüber bei der Angabe ihrer politischen Einstellung, ihrer Glaubensrichtung oder ihrem aktuellen Aufenthaltsort.“

So sehen es also die Nutzer. Aber wie sieht das bei den Betreibern der Internet-Seiten aus, bei den Firmen, die ihr Geld mit den Daten verdienen – welche Daten sind hier die Wertvolleren? Mit dieser Frage beschäftigt sich Oliver Günther in diesem Beitrag.

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Zahlen für den Datenschutz

Große Internetkonzerne wie Facebook oder Google werten in großem Stil die Daten ihrer Nutzer aus – und verdienen damit Geld, indem sie zielgerichtet Werbung schalten. Ist das den Nutzern recht? Und wenn nicht, wären sie bereit dafür zu zahlen, dass ihre Daten besser geschützt sind? Noch einmal Professor Buxmann:

„Die Studie hat gezeigt, dass die Befragten durchaus bereit wären, für ein privatsphärenfreundliches soziales Netzwerk zu zahlen. So haben etwa fünfzig Prozent gesagt, dass sie bereit wären, bis zu fünf Euro pro Monat für ein soziales Netzwerk zu zahlen, das ihren Anforderungen im Hinblick auf Privatsphäre genügt.“

Fünf Euro pro Monat? Ist dieser Preis eigentlich realistisch? Ließe sich damit überhaupt ein soziales Netzwerk wie Facebook, Google+ oder XING finanzieren? Oliver Günther hat sich auf die Suche gemacht.

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