Windkraftdiskussion

Liebe Leser,

nun endlich kann auch ich mich hier zu Wort melden - pünktlich zum Beginn der heißen Wahlkampfphase musste ich zunächst mit einem Virusinfekt das Bett hüten.

Nun freue ich mich auf einen regen Austausch hier und angeregte Diskussionen in diesem Blog. Deshalb auch gleich zu einem politischen Thema, das mich heute beschäftigt hat.

Gerade komme ich zurück von einer Diskussionsrunde der Marburger CDU zum Thema „Windkraft“: Der grüne Marburger Bürgermeister plant offenbar im Stadtgebiet eine 180 m hohe Windkraftanlage zu errichten. Hier bekommen die energiepolitischen Diskussionen der Bundesebene einen lokalen Bezug. Verständlicherweise gibt es hinsichtlich der Marburger Pläne Verunsicherungen in der Bevölkerung. Dies spüre ich immer wieder im Wahlkampf vor Ort.

Bei aller Sympathie für Erneuerbare Energien: Gerade hier ist Vernunft statt Ideologie gefragt. Ich selbst bin Mitglied einer (ja noch eher ungewöhnlichen) schwarz-grün-gelben Koalition in unserem Kreistag, wo wir uns sehr ambitionierte, aber letztlich realistische Ziele gesetzt haben: Bis 2040 wollen wir die gesamte Energie für unseren Landkreis aus lokalen, erneuerbaren Quellen beziehen. In unserem ländlichen Raum spielt dabei die Nutzung von Biomasse eine zentrale Rolle - auch weil sie unseren Landwirten neue Einnahmequellen eröffnet. Daneben wollen wir auch Sonnenergie noch stärker nutzen.

Was das Potential von Windkraft in unseren hessischen Breitengraden angeht, bleibe ich skeptisch: Nicht annähernd kann hier die Leistung erzielt werden, die Anlagen in Küstenbereichen ermöglichen. Und: Windenergie ist nicht grundlast-, weil nur unzureichend speicherfähig. Hinzu kommen große Vorbehalte in der Bevölkerung. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Menschen sich nicht nur um das Landschaftsbild sorgen, sondern auch Schattenwurf und Schall der monströsen Anlagen fürchten.

Soviel für heute. Ich freue mich über Rückmeldungen.

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Eine Antwort zu “Windkraftdiskussion”

  1. tim Meint:

    Gebe ihn da völlig recht Herr Heck,
    insofern Marburg nicht die Vorteile von Küstenstädten mit sich bringt. Aber die Lahnberge z.B. stellen mit ihrer Lage ein gute Position für eine Anlage dar. 2040 ist auch ein super Ziel. Vielleicht erleben wir beide, ich bin in Ihrem alter, das auch noch mit. Aber wer weiß wenn wir die Atomkraft weiter nutzen, evt ja nicht. Die letzten vorfälle, quer über den Globus zeigten ja sehr deutlich, dass A-Werke nicht unbedingt sicher sind. Asse II zeigt die im übrigen in eindrucksvollerweiße für ein Endlager. Also evt. nicht soviele gedanken daran verschwenden warum alternative Energien sinnlos sind, sondern speziell für Marburg-Bid, Gedanken machen, wie man sie schnellst möglich optimal einsetzten kann.

    LG
    Tim

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Comments for this post will be closed on 5 January 2010.