Die eine Billion Dollar-Drohung

14.08.2017 11:08 | Stefan Wolff

 

 

Seit US-Präsident Donald Trump mit “Feuer und Zorn” in Richtung Nordkorea gedroht hat, hat sich die Stimmung an der Börse gedreht. Dem Dax blüht ein Sommertanz um die 12.000er Marke. Sollte es – wie viele fürchten – tatsächlich zu einem Crash kommen, liegt das nicht nur am Nordkorea-Konflikt.

 

“Kaufe, wenn die Kanonen donnern”, ist ein Börsenspruch von gestern. Der Rat, “Kaufe, wenn die Säbel rasseln”, gilt nur für Rüstungsaktien. Der Rekordstand von Lockheed Martin-Papieren ist ein Beispiel dafür. Ansonsten hat die Nordkorea-Krise die Märkte schwer verunsichert. Seit sich der Ton zwischen US-Präsident Donald Trump und Norkoreas Diktator Kim Jong-Un verschärft hat, ist von den Aktienbörsen dieser Welt Berechnungen zufolge Kapital im Wert von einer Billion Dollar abgezogen worden.

 

Den Deutschen Aktienindex (Dax) hat die Krise bereits die Hälfte der Kursgewinne dieses Jahres gekostet. 12.000 Punkte sind wieder ein Thema. Besonders unter Druck gerieten natürlich die Börsen und die Währungen in der Region. Schweizer Franken und zwischenzeitlich Gold fungierten als Ausweichhäfen in der Krise. Auch die US-amerikanische Börse stoppte ihre Rekordfahrt. Dass am zurückliegenden Wochenende nichts geschehen ist, beruhigte die Marktteilnehmer ein wenig.

 

Trotzdem: Nun, da nach Aussage Trumps die Waffen “bereit und geladen” sind, fürchten nicht wenige Beobachter, dass es zu einem veritablen Kursrutsch kommen könnte. In den vergangenen Monaten ist die Nervosität ohnehin gewachsen. Der Aufschwung an den Aktienmärkten hält nun schon – von kleineren Unterbrechungen einmal abgesehen – seit 2009 an. So langsam dämmert es auch dem optimistischsten Marktteilnehmer, dass dieser Zyklus irgendwann einmal enden könnte.

 

Der Auslöser für einen möglichen Abverkauf ist aber nicht nur in der Koreakrise zu suchen. Die Präsidentschaft von US-Präsident Trump liefert auch sonst alle Zutaten dazu, das Ende eines goldenen Börsenjahrzents einzuläuten. Von den vollmundigen Versprechen in Richtung Wirtschaft ist nur heiße Luft geblieben. Hinzu kommen die Ermittlungen gegen den Präsidenten, die ihn schon in seinem ersten Amtsjahr zu einer Art lahmen Ente machen.

 

Die eskalierende Kriegsrethorik ist da nicht mehr als ein Tropfen. Doch das berühmte Fass ist schon gut gefüllt. Angesichts der Unsicherheiten und der Diskussion über eine Zinswende verhalten sich die Aktienmärkte sogar erstaunlich ruhig. US-Notenbankchefin Janet Yellen könnte eine weitere Amtszeit verwehrt bleiben. Donald Trump ist nicht gerade ein Fan von ihr. Auch das kann in der aktuellen Situation zu Unsicherheiten führen.

 

In Europa könnte ein weiterer Krisenherd schlummern. Die große Subprimekrise, die zu einer Bankenkrise und danach in die Euro-Schuldenkrise führte, ist auch zehn Jahre nach ihrem Ausbruch noch nicht ausgestanden. Die Wunden im Finanzsystem sind tief. Sie heilen nur langsam und brechen immer wieder auf. Das hat erst vor kurzem die staatliche Bankenrettung bei Nacht und Nebel gezeigt.

Auch wenn die Märkte erstaunlich gelassen scheinen; das kann die Ruhe vor dem Sturm sein. Oder der Vorbote einer lang anhaltenden Flaute.

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Kommentare

  1. Kommentar 1: von Börsenjupp

    Überwiegend werden die Märkte von, wie sie sich nennen, Analysten und sogen. Marktexperten belastet. Die Artikel die ich hier zum Teil lesen muss sind ein Sammelsurium von nicht belegbaren Aussagen. Viele schreiben nicht weil sie neue Markterkenntnisse gewonnen haben sondern weil sie dafür bezahlt werden. Selbst wer eigentlich nichts zu sagen hat verfasst einen Artikel mit abenteuerlichen Thesen und Vermutungen. Die Größte Gefahr geht m.E. von Unternehmen wie Goldman Sachs & Co. aus. Hier wird der Markt mit haltlosen Einschätzungen und Aussagen manipuliert. Der Dumme ist der Kleinanleger!

  2. Kommentar 2: von Gerard Ryan

    Der Scheinkrise in Korea kann man vergessen,nur zwei Männer mit sau dummen Haarstylen .So lang als Arbeitslosigkeit wird immer weniger,DAX Firmen bringen immer bessere Profite, in Bank Kredit Bücher immer weniger faule Kredite, so lang Banken geben immer mehr Kredite aus dann irgend wann kommt die Konsumer raus und fängt an aber richtig zu konsumieren. Die genaue Anlass für diese Geschehen und die genaue Zeitpunkt dafür ist für die Wissenschaft der Ökonomie ein Mysterium. Genau das ist passiert in Japan im Q2. Diese rätselhafte Ereignis bringt mit sich höhere BSP Wachstum und ein plötzliche und sehr gefährliche Ausbruch der Inflation. Diese fördert wiederum eine rasche Zins Erhebung vom Zentral Bank und das wirtschaftliche Leben macht ein große Schritt zurück zur Normalität. In Europa diese sehr spezial Moment musst bald kommen, nur keiner weist wann.

  3. Kommentar 3: von MEYER

    Sicherlich ist die Kriegsgefahr nicht zu unterschätzen, aber auf der anderen Seite wächst der BIP um 0,6%. Mir ist der Kommentar zu negativ. Ich würde eine Chance von 60:40 sehen.

  4. Kommentar 4: von Ersca

    Der ganze Bericht ist reine Stimmungsmache und zeugt von wenig Ahnung von Wirtschaft und Börsen.

  5. Kommentar 5: von Stefan Wolff

    Ich lasse das mal so stehen. Meiner Meinung nach dürften 20 Jahre Erfahrung wenigstens klitzekleine Ahnungsspuren hinterlassen haben.

  6. Kommentar 6: von Manfred Leitner

    Wie lange soll der Betrug am D/A Sparer mit Nullzinsen noch anhalten? Die wahre Inflation liegt doch weit über 3% .
    Die Verbraucher kaufen nicht, wegen der tollen Einkommenszuwächse, sondern weil sie (die verantwortungsvollen Vorsorger) dem Kaufkraftverlust zu entfliehen hoffen. Mit Draghi und seinen Südstaaten ist leider keine Besserung in Sicht.
    Die Überschüsse des Herrn Schäuble sind von den Sparern gestohlen! Er soll sie gefälligst zurück geben.
    Mich wundert, dass Frau Merkel nicht behauptet “ mit ihrer Willkommenskultur hat sie Arbeitsplätze geschaffen“. Was haben diese sinnlosen AL-Statistikverbesserer der Allgemeinheit schon gekostet? Gewinner sind das Großkapital (Lieferanten) und Eindringlinge mit Komplettversorgung. Vielfach auch berechnende Gutmenschen.
    Bezahlen und Verzicht üben muss überwiegend der dumme Michl (Wähler) mit der Lohnsteuerkarte.

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