Kümmern Sie sich um Ihr Geld!

13.04.2012 11:04 | Markus Gürne

“Noch sind die Zinsen für Spanien und Italien im grünen Bereich”, glaubt Ulrich Kater. Im Gespräch mit Markus Gürne fordert der Chefvolkswirt der Deka-Bank allerdings umfangreiche Reformen für die Länder Südeuropas, die aus seiner Sicht heute noch mit Regeln aus den 60er und 70er Jahren wirtschaften. Sein Tipp für den Privatanleger in diesen unsicheren Zeiten: Kümmern Sie sich um Ihr Geld!

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Kommentare

  1. Kommentar 1: von Privatanleger

    Sehr geehrter Herr Kater,

    “Kümmern Sie Sich um ihr Geld” – ein offensichtlich ernst gemeinter Ratschlag, allerdings kein besonders wertvoller.

    Selbstverständlich kümmert man sich um sein Geld. Der Tipp “in Aktien oder Immobilien” ist klasse – da wäre ich nicht drauf gekommen.

    Vielen Dank an den Chefvolkswirt der Deka-Bank!

  2. Kommentar 2: von F. Sander

    Das Gespräch war sehr aufschlussreich und informativ.

    Meiner Meinung nach sind die Einschätzungen von Herrn Kater zur Zukunft Europas und anstehenden Problemen doch ein wenig realistischer als die sehr optimistischen Erläuterungen von Herrn Hellmeyer von der Bremer Landesbank.

    Die Empfehlung von Herrn Kater zum Thema Geldanlage für den Privatanleger würde ich als mutig bezeichnen. Er empfiehlt dem Privatanleger, sich auch mit dem Aktien zu beschäftigen. Natürlich haben Aktien viel Potential. Aber viele Anleger sind doch in der heutigen Zeit eher vorsichtig, was diesen Anlagetypus angeht. Was man auch aufgrund der Erfahrungen im letzten Jahrzehnt gut verstehen kann.

  3. Kommentar 3: von Fionn H.

    Entschuldigen Sie, dass ich diesen Kommentar auf E schreiben muss.
    But here is something interesting from the Swiss media last week:-
    To get a clear picture of how an index or a share has performed during a period of years, the dividends paid out should be included.
    The example was the SMI (Swiss Index) since 1996 and the evolution/growth – with, and without dividends included.
    WITHOUT dividends included the SMI rose from just over 2000 in 1996 to 6000 in 2012.
    WITH dividends included the SMI rose from ca. 3000 in 1996 to 10’000
    in 2012.
    Gerne hätte ich die Meinung von Herrn Wolf und Herrn Gürne dazu.

  4. Kommentar 4: von David F

    Finanzielle Repression

    In letzter Zeit war hier viel über eine kalte Enteignung der Sparer zu lesen. Es war daher richtig erfrischend auch mal zu hören, dass die Zinsen wohl für eine sehr lange Zeit nichtmehr steigen werden.

    Ich würde es aber eher so formulieren: Es gibt kaum einen Glauben, der sich so hartnäckig gegen die praktische Lebenserfahrung wendet, wie der Glaube an eine kommende Zeit steigender Zinsen. Er beinhaltet oft den Glauben an ein Recht auf Geld, das seinen Wert behält und eine “Rendite erwirtschaftet”.

    Es ist daher an der Zeit, einiges richtigzustellen:

    1.
    Es gehört zu den Grundprinzipien der Marktwirtschaft, das knappe Güter einen Preis haben (die Tragik der öffentlichen Güter setze ich mal als bekannt voraus). Weil Geld theoretisch unendlich vermehrbar ist und ständig vermehrt wird, nimmt auch sein Preis (der Zins) kontinuierlich ab. Das hängt am Grenznutzen – soweit ich mich erinnere.

    2.
    Die Notenbanken haben auf die Höhe dieses Preises einen gewissen Einfluss. Sie könnten die Zinsen erhöhen und die Geldmenge verknappen und damit die Inflation bekämpfen. Sie haben reichlich Mittel, gegen steigende Inflationsraten. Gegen die Deflation haben sie bislang keins.

    Sie wissen daher, dass ein gewisser Sicherheitabstand zur Null-Inflation eingehalten werden muss, um sich nicht der viel größteren Gefahr einer Deflation auszusetzen. Geldwertstabilität wird in Europa bei nahe 2% gesehen. Das dieser Wert vielleicht noch ein bisschen zu knapp an der Schwelle zur Deflation liegt, hatt die Finanzkrise gezeigt.

    3.
    Wenn die Menschen kein Geld verlieren, wenn sie liquide bleiben, haben Sie keinen Anreiz, dass Risiko einer Investition einzugehen. Im wirtschaftlichen Sinne ist der Transport von Werten über die Zeit aber nur durch Investition möglich. Das gilt auch dann, wenn der Wert der Rückzahlung der Investition nicht deren Wert erreicht (negative Realzinsen). Inflation – wenn sie nicht Ressourcengetrieben ist – regt den Wirtschaftskreislauf an, weil sie die (Bar-) Sparer dazu zwingt ihr Geld durch Investition in die Zukunft zu transportieren.

    4.
    Gerade dem kleinen Sparer bringt es wenig, wenn Investitonen ausbleiben, sein Sparguthaben aber keinen Kaufkraftverlusst erleidet. Er profitiert eher von einer florierenden Wirtschaft, wenn die daraus resultierende Verknappung von Arbeitskraft zu steigenden Löhnen führt. Daher gibt es auch nicht sinnvolleres, als eine umlagenfinanzierte Rente.

    Wenn er keinen realen Verlust erleiden will muss er konsumieren, oder investieren (oder stiften). Ich kann nichts Verwerfliches darin sehen, wenn jemand sonst nur dass zurückbekommt, was er hergeben hat. Wenn er jemanden mit dem Transport in die Zukunft beauftragt, kann die Rückzahlung eben auch geringer ausfallen als die Einzahlung. Woraus sich ablesen ließe, dass sie höher ausfallen müsse, erschließt sich mir nicht.

    Aus all diesen Gründen scheint es mir völlig unangemessen, von einer Enteignung der Sparer zu sprechen. Wenn der vom Markt ermittelte Preis für Geld unter die Rate der notwendigen Inflation sinkt, dann rechtfertigt das noch lange keine beeinträchtigung der Tauschmittelfunktion zu Gunsten der Geldbesitzer. Auch weil eine florierende Wirtschaft – durch die abnehmenden Ausfälle bei den Investitionen – letztlich wieder den Investoren zu Gute kommt.

    Die Gefahr einer Inflation liegen vielmehr in der Tendenz zur Blasenbildung, als einer angeblichen Enteignung von Sparguthaben. Aber das ist eine anderes Thema…

    Grüße

    David

  5. Kommentar 5: von Fionn H.

    Eigenartig, wie der Dax sich seit Anfang 2012 positiv entwickelte – zwei Schritte nach oben, dann ein Schritt nach unten (profit-taking?)
    - wiederholt, etappenweise. Doch das beste Quartal seit vielen Jahren, oder?

  6. Kommentar 6: von Stefan Wolff

    Nur das erste Jahresviertel 1998 war besser

  7. Kommentar 7: von Realo12

    “Kümmern Sie sich um Ihr Geld”…., prima Tipp!
    Was sollen wir?
    Wie neulich Ihr Kollege, der inzwischen zur Bundesbank gegangen ist, fast wörtlich sagte: “Man ist blöde, wenn man keine Aktien kauft”…..
    Nun werden aber die Märkte von Spekulanten getrieben!
    Einen Tag 200 Punkte hoch, den nächsten ebenso viel runter, und immer so weiter, munter, Tag für Tag. Die einen sehen einen Aufwärtstrend, die anderen prognostizieren einen Zusammenbruch und das auch wieder munter Tag für Tag. Was soll der Anleger denn nun?
    Er kann sich überhaupt nicht schützen.
    Wird er in Aktien gelockt und die Kurse steigen, provozieren die Marktmacher sofort einen Crash, weil sie als erste aussteigen und auf Kosten der Kleinanleger Gewinne realisieren. Letztere sitzen jahre- oder jahrzehntelang auf Verlusten (Stichwort: Telekom, Infineon, Neuer Markt usw. usf.)
    Die Börse ist ein Casino, eine Abzocke.
    Abgezockt wird über die Derrivate: Puts und Calls auf Indizees. Weil die Absicherungen immer weitergehender sind, werden die Märkte immer schwankungsbreiter! Man kann auch den Verdacht haben, dass die Märkte bewusst “trendlos” gehalten und die Anleger bewusst “verwirrt” werden mit allen möglichen Szenarien, so lässt sich freilich am besten abkassieren und das tun sie denn – die Big Player.
    Wir können uns gar nicht wirklich absichern, dafür sorgen sie schon.
    Wir können so oder so verlieren.
    Warum? Es ist so viel Geld in Umlauf, dass diejenigen, die es haben, damit die Märkte steuern können – immer zu Lasten der kleinen Anleger!

  8. Kommentar 8: von Realo12

    Beispiel zum vorherigen Kommentar:
    Gestern stieg der Dax um fast 200 Punkte: Hausse-Stimmung.
    Wusste man gestern denn noch nicht, dass schon morgen (zwei Tage später) eine problematische Spanien-Anleihe begeben wird? Gibt es keine Terminpläne (rhetorische Frage)! Also: Warum dann gestern 200 Punkte hoch, um heute alles wieder rabenschwarz zu sehen und runterzutreiben. Wer gestern das Haussegedudel geglaubt hat, ist heute um einiges ärmer!
    Das gilt auch für Langfristanleger (Beispiele wurden oben bereits angeführt).

  9. Kommentar 9: von Markus Gürne

    @realo12
    Den Tipp haben Sie möglicherweise falsch verstanden. Es geht ja nicht darum, sich durch den Kauf von Aktien um sein Geld zu kümmern, sondern grundsätzlich. Je nach Möglichkeiten lässt sich durch eine Streuung mehr Sicherheit und auch Rendiute erreichen oder Fonds, ETF oder Tagesgeld sind eine Alternative. Kümmern Sie sich um Ihr Geld war mehr gemeint als selber infomrieren und weniger einfach nur den Bankberater fragen.
    Schönen Tag aus Frankfurt!

  10. Kommentar 10: von Charakterlos

    Hahaha, das ist so wie wenn man in ein Casino rennt mit nur 50 ocken in der Tasche und am Roulett Tisch nur auf eine Zahl setzen kann weil man für rot oder schwarz einen höheren Mindesteinsatz benötigt.

    Sorry, für diejenigen denen alles genommen wurde bevor es in H4 ging, und all den Absolventen die nur von Praktika nach Praktika geschoben worden sind… da ist einfach nichts mit anlegen, nichts mit Rentenvorsorge, und schon gar nichts mit Familienplanung.

    Der untere Mittelstand wird zum wohle der Wohlhabenden zusehends enteignet, und man wundert sich wieso Fachkräfte eingeschleust werden müssen die ja “froh sind” den Lohn zu bekommen der für den verwöhnten Absolvent nicht mehr zum Existenzminimum in der Gesellschaft passt.

    Um es kurz zu machen, wenn wirklich jeder nur daran denkt seine Schäfchen in’s trockene zu bringen, dann bekommen wir auch nichts anderes. Man wird sich noch umsehen was die Gier nach mehr anrichtet.

    Ach, es wird einfach mal wieder Zeit den Filmklassiker “Soylent Green” auszupacken.

  11. Kommentar 11: von Realist

    @Markus Gürne
    Danke für den Hinweis, es stimmt, ich habe den Tipp vielleicht ein bisschen zu sehr auf den Aktienmarkt bezogen. Das, weil mir immer noch der Anwurf Ihres Kollegen (Best) präsent ist , der Nicht-Aktionäre als “dumm” gescholten hat, sich niemals dafür bei den Anlegern, die seit dem schon wieder auf Verlusten sitzen, entschuldigt hat und inzwischen wohl bei der Bundesbank sitzt – einer steuerfinanzierten Institution.
    Nehmen wir aber nun Ihren Tipp zum Gegenstand, stellt sich mir aber auch immer noch die Frage “Was tun?”.
    Sie geben ja einige Beispiele: Fonds, ETFs und Tagesgeld.
    Fonds krepeln alle samt im Minus, Schiffsfonds stehen vor dem Aus, Immofonds ebenfalls.
    ETFs sind doch nichts weiter als börsenabhängig – was sollen wir kaufen? “Longs ” oder “Shorts”???
    Mit beidem wird man Minus machen, weil die Börsen wegen des Produktes KO-Zertifikate (NICHT wegen Griechenland!!!!) immer größere Schwankungen aufweisen. Diese Produkte gehören verboten!
    Gestern habe ich gehört, dass die “offenen” Derrivate “KO-Scheine” um ein Zi-Tausenfaches höhere offen sind, als die Banken überhaupt kapitalisiert sind. Folge: Man kann diese Scheine gar nicht auszahlen! Deswegen diese Schwankungen, um genau diese Auszahlungen zu verhindern. Beispiel: Wenn alle, die vor ein paar Monaten bei 5900 Long gegangen sind, ihr Geld wollten, gingen sämtliche Banken Pleite. Die Banken sind zu Casinos geworden, die nicht auszahlen können.
    Folglich muss es zu immer größeren Schwankungen kommen. Da kann man bei einem ETF nur beten, dass man beim Kauf “zufällig” richtig liegt, weil man nicht weiß, wohin die Großanleger als nächstes die Kurse treiben werden.
    Tagesgeld bietet einen Zinssatz unterhalb der Inflationsrate.
    Ich ergänze:
    Gold: Der Goldmarkt läuft sonderbarerweise ebenfalls mit den Börsen, was völlig unlogisch ist. Gold sollte ein “sicherer Hafen” in kritischen Zeiten sein. Wieso fällt dann Gold, wennd die Börsen fallen? Insider reden von Manipulationen, um Panik zu vermeiden. Gold also scheidet auch aus.
    Anleihen: Der Anleihemarkt steht kurz vorm Kollaps (Blase) – bei sicheren Anleihen gibt es ebenfalls eine Rendite unterhalb der Inflationsrate.
    Bleiben Rohstoffe: Ölpreis – steht ebenfalls im Verdacht der Manipulation, trotz hoher Spritpreise (ein Unding)!
    Andere Kommoditiers (z.B. Agrar) führen zu Preiserhöhungen und zur weiteren Verelendung der dritten Welt (gestern zeigte der NDR das recht eindrucksvoll am Beispiel der Palmöl-Spekulation – katastrophal, was da abgeht).
    Nächster Punkt: Normales Sparkonto: Geldentwertung!
    Weiter: Immobilien – geht in der Regel nur über eine Gesellschaft, die sich ihrerseits 1. über die Sanierung und 2. dann über die “Hauskosten” mit permanenter Instandhaltung bereichert. So wird der zweifelsohne vorhande Wertzuwachs zu einem Gutteil wieder aufgefressen.
    Sicher habe ich einige Assets vergessen……
    Dennoch Fazit: Die einzige Chance, sein Geld irgendwie gut anzulegen existiert, wenn man ZUFÄLLIG in eine von den Großinvestoren ins Leben gerufene BLASE gerät und da dann ein bisschen mitschwimmt und am besten vor denen aussteigt. Sonst hat man gar keine Chance und wird immer nur Verluste machen. Wenige steuern den Markt mit dem Ziel, kleine Anleger zu ihren Gunsten abzuzocken.
    Zu dieser Einschätung bin ich nach jahrzehntelanger Markterfahrung gekommen.

    @ Charakterlos
    “Soylent Green” – Dieser Vision sind wir viel näher als wir denken. Wer sich entsprechende Dokus ansieht und “bewusst” Nachrichten aufnimmt und sie auch einordnen kann, kommt unweigerlich zu diesem Schluss.
    Leider wollen noch nicht alle so richtig mitmischen und wehren sich dagegen. Von diesen Abwehrhaltungen freilich hören wir nichts.
    Wir werden rund um die Uhr mit Einheitsbrei-Nachrichten befasst, die ja sicher wichtig sein mögen, z.B. mit Julia Timoschenko, aber wer weiß schon, wie es mit den Studenten in Chile aussieht oder mit den arbeitslosen in Spanien, Portugal, Griechenland usw.
    Wir erfahren so gut wie nichts darüber, außer, dass sie alle nicht genug sparen wollen und deshalb die Märkte nicht laufen. Dabei werden wir mit der Illusion zugebunkert, die Märkte seien geeignet, unser Geld zu vermehren, wenn wir uns nur “richtig” darum kümmerten.
    Ich denke, unser Geld ist Kanonenfutter für diejenigen, die wirklich an den Märkten verdienen.

  12. Kommentar 12: von Realo12

    JPM – verzockt mit Derrivaten um 1,5 Mrd. USD – vorher Ssociete und UBS.
    Naja, wir haben ja die Griechen, die kriegen dann die Schuld……., wenn eine Bank Pleite geht.
    Meine Meinung: Wir brauchen keine Börsenumsatzsteuer, die lediglich den Staat an dieser Zockerei mitverdienen lässt. Wir brauchen ein Verbot dieser Derritvate. Freilich, das trauen sich die Politiker nicht zu sagen.

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