Das Auslaufmodell

23.02.2011 12:02 | Stefan Wolff

Versicherungsvertreter kramen ja gerne Rechenmodelle als Überzeugungsinstrument hervor, um potenzielle Kunden zum Abschluss zu bewegen. „So viel erhalten Sie am Ende der Laufzeit bei einer angenommenen Verzinsung von acht Prozent pro Jahr.“ Beifall heischender Blick in die Runde. Auf die Frage, wie denn bitteschön Versicherer jetzt und in Zukunft solche Traumrenditen erwirtschaften sollen, fällt die Antwort recht sparsam aus. Die Zeit traumhafter Zinsen ist vorbei.

Darauf hat jetzt auch der Gesetzgeber reagiert. Der Garantiezins für Lebensversicherungen sinkt zum Jahreswechsel von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent. Dieser nötige Schritt macht vor allem eines deutlich: Die Lebensversicherung ist ein Auslaufmodell. Das Totenglöckchen klingelte aber  bereits vor einigen Jahren, als die Regierung die Steuerprivilegien für dieses Anlagevehikel strich. Seitdem konkurrieren die Assekuranzen mit Fondssparplänen, Rentenversicherungen, Sparbriefen und vielen anderen Produkten der Finanzindustrie.

Dieser Garantie-Zinssatz reicht nicht einmal aus, um die Teuerungsrate zu absorbieren. Wer rechnen kann und sich ausrechnet, dass die Leit- und Marktzinsen auch wieder steigen, wird sich zu diesem mageren Zins nicht 20 oder mehr Jahre an eine Versicherungsgesellschaft binden. Das eingezahlte Kapital wird durch den Garantiezins voraussichtlich nicht einmal erhalten werden können. Das gilt umso mehr, da ja nicht die kompletten Raten verzinst werden. Ein Teil des Geldes sichert ja das Risiko ab.

Natürlich argumentieren die Versicherer nun damit, dass es sich beim Garantiezins ja nur um die „komme-was-da-wolle“ garantierte Verzinsung handle und führen als weitere Komponente die Überschuss-Prämie an. Die ist aber nicht garantiert und lässt sich in Zeiten niedriger Zinsen auch immer schwerer erwirtschaften. Versicherer dürfen als Anleger nicht zu stark ins Risiko gehen. Außerdem müssen die Assekuranzen ihre alten Zinsversprechen erfüllen. Da steht man mit bis zu vier Prozent im Wort. Das heißt konkret: Für Neuverträge wird der Kuchen kleiner.

Jeder zweite Versicherer will zudem einer Umfrage zufolge seine Überschussbeteiligung zurück fahren. Allerdings sind die im Raum stehenden 4,08 Prozent Zinsen im aktuellen Marktumfeld gar nicht mal so mickerig. Viele andere Produkte vom Sparbuch bis zum Tagesgeldkonto werfen weit weniger ab. Für höhere Zinsen müssen Anleger stärker ins Risiko.

Jetzt haben Verbraucher noch zehn Monate Zeit, sich eine Lebensversicherung zum alten Garantiezins zu sichern. Doch auch das ist nicht unbedingt anzuraten.  Am Anfang sollte immer die Frage stehen, ob man wirklich in der Lage ist, über so lange Zeiträume eine gleichbleibende (oder gar wachsende) monatliche Rate aufzubringen. Viele Sparer können das nicht, und eine vorzeitige Kündigung vernichtet Geld.

Außerdem ist es gar nicht so schwer, sich selbst eine Lebensversicherung zu basteln. Man nehme eine Riskoversicherung und füge die Sparform seines Vertrauens hinzu. Wenn sich die Biografie ändert (zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit oder einen Karriereschub) kann an den Komponenten gebastelt werden. Das Ergebnis ist die Transparenz, die viele Vertreter ihren Kunden schuldig bleiben, wenn es um die Frage geht, was denn nun genau in so einer Lebensversicherung steckt.

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Kommentare

  1. Kommentar 1: von tropensturm

    Schauen Sie sich doch an was die Lebensversicherer permanent an Geld aus dem Vermögen entnehmen um sich selbst auszuzahlen, haben Sie dann noch eine Versicherung mit einem Kick in Form von Fonds, etc. bezahlen Sie auch noch permanent für die Umschlichtungen die da fleißig vorgenommen werden. Jeder der in den ersten Jahren seine eingesparten Leistungen vergleicht, mit dem was seine Lebensversicherung noch „wert“ ist, wird einen Schock erleiden, ganz ohne inflationsbereinigter Rechnung.
    Es mag teuer sein sie zu kündigen, aber ist Wertvernichtung auf Dauer von permanent frisch zugeführten Kapital soviel billiger??? Vielleicht mag die Beitragsfreistellung noch der beste Kompromiss sein…

  2. Kommentar 2: von AbseitsDesMainstreams

    Danke Herr Wolff! Vor Lebensversicherungen & Co. kann man gar nicht genug warne, da der unbedarfte Bürger von einer gewaltigen Propagandamaschine der Versicherer dauerterrorisiert wird. Lebensversicherungen sind schon seit vielen Jahren extrem pfui!

    Ich denke aber auch, dass eine ähnliche Warnung vor gemanagten Fonds à la Deka & Co. ausgesprochen werden muss (Ich spreche nicht von den durchaus empfehlenswerten ETF-Fonds!). Die Erfahrung lehrt, dass viele der gemanagten Fonds in der Hausse kaum steigen bzw. dem Dax deutlich hinterher hinken und in der Baisse überproportional abschmieren. Gerade auch weil die Fondmanager von ihren Mutterhäusern genötigt werden gewisse Anlageobjekte (Immobilien, Aktien etc.) zu kaufen, die ihr Mutterhaus wegen mangelnder Performance los werden will.

    Nur ganz wenige gemanagte Fonds rentieren tatsächlich halbwegs gut. Diese werden dann für vollmundige Werbung in den Vordergrund gerückt. Über die vielen – nein, die Masse – der miesen gemanagten Fonds spricht keiner. Hier sanieren sich Banken und Investmenthäuser auf Kosten von Kleinsparern, denen die Illusion von Sicherheit in Verbindung mit Rendite verkauft wird.

    Daher auch gemanagte Fonds pfui!

  3. Kommentar 3: von proKapitalmarkt

    Und wenn Sie sich noch das von den Versicherungen zugrundgelegte biometrische Risisko – konkret die unterstellte Lebenserwartung – anschauen, wird die LV völlig uninteressant. Da müssen Sie bei einer Riester-Rente schon älter als 100 Jahre werden, ansonsten freut sich das Kollektiv auf Ihre eingezahlten Prämien !

  4. Kommentar 4: von Supply

    Tja, so ist nun einmal die Abzockmascninerie Banken und Vesicherungen aufgebaut. Die Rechnung für die hohen Gehälter zahlt der dunme Versicherungsabschliessende ob auf den Todesfall oder das „erwartete Leben“ und wenn noch eins dazu kommt, muss auf beide eine „Schadensfallversicherung“ nachgeschoben werden. So ist man dreifach Versichert und „Hoffentlich „nicht“ oder andere Allianz-Versichert“.
    Den Spruch kennt doch jeder aus der Werbung. Wenn schon eine Versicherung abschliessen, dann selbst sich um das Geld kümmern. Es ist wie bei einem Auto. Die ersten vier bis fünf Jahre fährt man hohe Wertverluste ein, vorausgesetzt man hat sich ganz stink normales Auto, neu gekauft. Das sollte bei einer Lebensversicherung nicht eintreten. Dafür will man, wenn man ein bestimmtes ALTER erreicht hat, zusätzlich zur Rente, noch etwas mehr haben. Aber das wollen die „Gesellschaften“ nicht so sehen. Sie wollen, dass der Normalbürger wenig Rente bezieht und wenig von seiner Le´bensversicherung. Sie sehen das gerne,, wenn im Rentenalter der normale Bürger noch für VIERHUNDERT Euro, ihre Büro’s putzt. Damit die „Herrschaften“ ihre Tandieme auf Grund der Kostenstruktur (fixe) nicht zu weit auswüchsen, um für eigenes Putzpersonal, keine sozialen Beiträge zu entrichten sind.
    Das spielt sich auch bei den Fonds nieder. Wenn wie im Handelsblatt vom 16. Jänner 2011 die Bundesbank die Anleger warnt, keine Fonds zu kaufen, über die Banken, spricht doch eine klare und eindeutige Sprache. Dort wird konkret aufgezählt, wo das „angesparte Geld“ hingeht. Die Bundesbank beruft sich auf eine Studie des privaten Hamburger Consultinunternehmens CapOM aus dem Jahr 2009. Dort wurde festgestellt, dass vor der Finanzkrise ein Viertel bis ein Drittel ihrer Marktrendite als Gebühren und Provisionen an Kreditinstitute; Fondsgesellschaften,Lebensversicherer und Vermögensverwalter abgegeben. Einen stattlichen Betrag. Dafür darf man dann nur noch 1,75 % Zinsen bekommen für seine „stillen“ Einlagen. Dafür gibt es den Gesetzgeber, der dies regelt. Es „Lebe“ die Versicherungs-,Fonds- und die armen Kreditinstitute. Die wiederum vor dem Zusammenbruch mit Hilfe von Steuergeldern vor dem Abgrund gerettet worden ist. Sie dürfen weiter Leben. Der Steuerzahler ist ihre Lebensversicherung.
    Dann viel Spaß dabei, bei dem nächsten Absturz.

    Servus Supply

  5. Kommentar 5: von Brian

    Meine Lebensversicherung hat mich richtig abgezockt: Ich habe nachgerechnet, dass die Rendite umgerechnet auf die vergangenen 20 Jahre etwa bei gut einem Prozent liegt…, also hätte ich Versicherungsaktien kaufen sollen? Das war etwa 1990, danach gab es etliche Crashs. Aber, dafür ist es ja nun sowieso zu spät.
    Aber eine andere Frage:
    Wenn jemand vor etwa 14 Tagen Herrn Bests Rat gefolgt ist und endlich seine „Dummheit“ ablegen wollte und folglich (Versicherungs-)Aktien gekauft hat, wie lange muss der nun warten, bis er sein eingesetztes Geld wieder hat?
    Stellen wir uns vor, er sei schon 65 und wollte den Aktiengewinn sukzessive auf seine Rente satteln……
    Was, wenn sich die Libyen-Krise länger hinzieht und wohlmöglich Saudiarabien sich auch seiner Diktatur entledigen möchte und demzufolge die Börsen noch länger in dem freien Fall bleiben, in dem sie sich seit drei Tagen befinden?
    Auch die Allianz-Akte ist kräftig in den Keller gegangen.
    Der langen Rede kurzer Sinn: Wir werden abgezockt, so oder so.
    Man kann Glück haben, wenn man vielleicht einen „richtigen Einstiegsmoment“ erwischt, aber das gelingt mit Sicherheit den wenigstens.
    Wie schon geschrieben: In einem Schneeballsystem – und das ist die Börse – können nur wenige gewinnen, meist die Großanleger.
    Gruß Brian

  6. Kommentar 6: von Brian

    …und die Fonds? Vor ein paar Jahren habe ich zwecks Aufsattelung zur Rente drei Fonds gekauft. Alle drei sollten bereits vor drei Jahren auszahlen. Kein einziger hat das bisher gemacht. Begründung: Die Wirtschaftskrise – da ist absolut nicht die Rede davon, dass die Krise bereits beendet sei.
    Noch schlimmer, die Fonds liegen dermaßen in den Miesen, dass ich bei einem Verkauf meinen Einsatz dritteln würde…..
    Tja, Herr Best, sie sehen: Wenn die Dummen mal schlau sein wollen, sind sie am Ende doch wieder die Dummen.
    Schön, wenn das bei Ihnen besser läuft.

  7. Kommentar 7: von Michael Best

    @ Brian

    Ich fürchte, Sie haben sich geschlossene Fonds andrehen lassen, auf Schiffe oder sowas, davon sollte man m.E. besser die Finger lassen. Ich kann mich auch nicht erinnern, zu Versicherungsaktien geraten zu haben. Was die Libyen-Krise betrifft, die in der Tat gewaltige Ausmaße annehmen könnte, falls sich die Menschen in Saudi Arabien auflehnen, sollte man jetzt besser abwarten mit Einmalanlagen am Aktienmarkt. Wer einen Fondssparplan laufen hat, braucht sich dagegen nicht zu sorgen. Falls die Kurse einbrechen, kauft er günstig zu.

  8. Kommentar 8: von Brian

    Kurze Antwort:
    Die Fonds sind breitest auf etwa 10 Assets gestreut – Schiffe sind auch dabei. Sie waren vor ein paar Jahren der Renner.
    Aus Sicht der Fondsgesellschaften ist eben die Krise noch lange nicht vorbei.
    „Andrehen“ lassen habe ich sie mir von der örtlichen Sparkasse.
    Zu Aktien – nicht explizit zu Versicherungsaktien – haben Sie generell geraten und ich glaube „böde“ oder so ähnlich Menschen genannt, die dieses Risiko scheuen.
    Ihr Rat zu den Aktien kam, als es die Nah-Ost-Krise bereits gab. ICH (und da lag ich ausgesprochen richtig) habe Sie zu dem Zeitpunkt gefragt: „Was, wenn die Krise sich ausweitet?“
    Und „nachkaufen“ im Falle eines Einbruchs ist auch schnell gesagt: Niemand weiß schließlich, wie weit es weiter runtergeht.
    Dass sich Anleger angesichts der Nahost-Krise jetzt mit Aktienkäufen zurückhalten, eigentlich eher aussteigen, sehen wir ja nun alle am Verlauf des Daxes.
    Meine Frage war aber, was, wenn jemand vor zwei Wochen eingestiegen ist, weil er eben nicht mehr „dumm“ sein wollte?
    Warum ich das schreibe?
    Im Grunde störe ich mich sehr häufig an Ihrer Berichterstattung, die ich oft als dogmatisch, auch oft falsch, oberflächlich und vor allem wenig „vernetzend denkend „empfinde.
    Beispiele: 1. Nach Beginn der Nahost-Krise, die sich sofort nach Tunesien in etlichen anderen Staaten der Region zeigte, wird zum Aktienkauf geraten, kein Wort, man solle erstmal den Ausgang der Krise abwarten. Auch dann noch kein Wort, als etliche Leser sich äußerst kritisch äußern.
    2. Es wird tatsächlich von Ihrem Kollegen vor nicht mal einer Woche behauptet, es gäbe KEINE Öl-Krise!
    Das muss man sich mal vorstellen.
    3. Etwa zum selben Zeitpunkt erscheint ein Artikel mit in etwa dem Inhalt, die Anleger stiegen massenhaft aus Edelmetallen aus, weil sie wieder mehr Vertrauen in die Märkte hätten. Am selben Tag legt der Goldpreis heftig zu, nur ein paar Tage später erreichen Gold- und Silberpreis einen Höchststände.
    4.Oben schreiben Sie nun wieder: Ein Einbruch sei nicht so schlimm, man kaufe dann nach! Ob jeder anleger, der ja eigentlich Renditen rausziehen wollte, auch das Geld zum Nachkaufen hat…..?
    5. Ihre heutige Berichterstattung geht von einem Dax-Fall von 0,6 % aus, nur ein paar Minuten danach befindet sich der Dax im freien Fall – bis zum Abend kein Wort darüber.
    Ich könne noch viele Beispiele nennen, will ich aber gar nicht.

    Wünschen würde ich mir von einem öffentlich-rechtlichen Sender eine fundiertere eigene Analyse. Ich habe ständig den Eindruck, irgend jemand äußert etwas an der Börse und alle Reporter schreiben das dann 1:1 in ihre Berichte.
    Meine Meinung ist, dass politische und oft auch gesellschaftliche Ereignisse untrennbar vom Wirtschaftsgeschehen sind und folglich immer der Einbeziehung bedürfen und dass die Börsen nicht losgelöst davon betrachtet werden können.
    Wäre diese Vernetzung bei Erscheinen Ihrer vorher genannten Artikel berücksichtigt worden, wären etliche sicher gar nicht erst erschienen.
    Ich bin übrigens als es in Ägypten losging „short“ gegangen!
    Gruß Brian

  9. Kommentar 9: von rjqt

    Ich habe vor 14 Jahren supertolle (!!) Fondsanteile von DEKA Telemedien gekauft und bisher behalten. Wenn ich mir da heute den Kurs anschaue, hätte ich besser altmodische Bundesschatzbriefe genommen. Bisher KEINE Wertsteigerung, aber immer schön jährliche Gebühren bezahlt. Nie wieder!!!

  10. Kommentar 10: von Stefan Wolff

    @Brian: Wenn es wirklich so ist, wie Sie schreiben, dann können Sie unsere Redaktion ja hervorragend als Kontraindikator verwenden 😉

    Scherz beiseite: Ich glaube immer noch nicht, dass der aktuelle Preisauftrieb beim Öl die Bezeichnung „Ölkrise“ verdient hat. Es gibt keinerlei Lieferengpässe, auch wenn Libyen nicht mehr volle Kraft liefert.
    Allerdings will ich auch nicht mehr ausschließen, dass die politischen Unsicherheiten am Golf, im Maghreb und dem Rest Nordafrikas in eine Wirtschaftskrise führen könnten.
    Dafür müssten aber größere Förderländer komplett ausfallen, wofür es widerum keine Anzeichen gibt (im Moment).

    Grüße

    wo

  11. Kommentar 11: von Brian

    Herr Wolf,
    das ist es ja gerade, ich brauche auch keinen „Kontraindikator“, um Ihren Scherz nun doch einmal aufzugreifen.
    Für mich ist die Nachrichtenlage wichtig und daraus versuche ICH dann die richtigen Schlüsse zu ziehen.
    Oft gelingt mir das, oft genug auch nicht.
    Meist gibt es ein zeitliches Problem, will heißen, ich bin zu schnell mit meinen Gedanken, die entsprechende Entwicklung an den Märkten kommt meist zwei bis drei Wochen später, wenn ich längst wieder andere Nachrichten bedenken.
    Zur Ölkrise: Wenn die US-Läger so voll sind, wie wir jede Woche lesen, gibt es in der Tat gar keine Begründung für die derzeit steigenden Ölpreise.
    Andrerseits gehe ich davon aus, dass Öl an den Märkten „vorbei“ verkauft wird, um die Preise künstlich niedrig zu halten, um wiederum das Inflationsszenario herunterzuspielen.
    Wenn meine Annahme richtig ist, hätten wir dann doch eine Ölkrise.
    Insgesamt wissen wir einfach viel zu wenig: Wie schon geschrieben Nachrichten und nochmal Nachrichten beschaffen.
    Gruß
    Brian

  12. Kommentar 12: von Michael Best

    @ Brian

    Sorry, aber Sie müssten schon mal genauer nachlesen, was ich schreibe. Außerdem wäre es nett, wenn Sie die Diskussion mit mir nicht im Blog-Eintrag von Stefan Wolff führen würden.

    Nur soviel: Zur aktuellen Marktlage und zum Markttiming habe ich mich in meinen eher grundsätzlichen Blog-Einträgen vom 18.2. und 26.1., auf die sie anspielen, in keiner Weise geäußert. Das hatte ich zuletzt am 10. Dezember getan unter der Überschrift: „Es ist nicht zu spät für Aktien.“

    Wir können die Diskussion gerne fortsetzen, aber hier sollte es doch jetzt um das Thema Versicherungen gehen.

    Dass wir in nächster Zeit das Risiko Saudi Arabien sehr genau im Auge behalten müssen, liegt auf der Hand. Eine Energiekrise würde massive realwirtschaftliche Folgen haben und bereits die Furcht davor für zu panischen Verkäufen am Aktienmarkt.

  13. Kommentar 13: von Brian

    Herr Best,
    meine Kritik bezog sich in der Tat nur zum Teilauf von Ihnen in Ihrem Blogg gemachte Äußerungen. Ich habe mich darüber gewundert, wie man am Rande der Nah-Ost-Krise zum Aktienkauf aufrufen kann.
    Die von mir weitergehend geäußerten Verwunderungen bezogen sich in der Tat auf die Börsenartikel, betreffen so gesehen Sie bestenfalls als Teil der Redaktion.
    Zu dem Artikel von Herrn Wolf stand auf Ihrer Börsenseite als hinweisender Kommentar, man solle statt LV lieber LV-Aktien kaufen, so gesehen sah ich ihn kompatibel mit den von Ihnen vorher angeregten Aktienkäufen, deswegen sie Subsumierung beider Bloggs.
    Um inhaltlich zu werden und als Nachsatz zu meinem im vorherigen Beitrag genannten Aspekt „Nachrichten“ denke ich über den Nahen Osten bereits darüber nach, ob im Falle eines nun doch mehr in den Fokus rückenden Rücktritt von Guttenberg vielleicht eine Regierungskrise in Deutschland ins Haus steht, die dann wiederum die Märkte negativ beeinflussen könnte. Weit voraus gedacht, aber nicht unmöglich, oder?
    Gruß Brian

  14. Kommentar 14: von Michael Best

    @ Brian

    Danke für Ihre erneute Reaktion Brian. Ich stimme Ihnen absolut zu, dass wir die Vorgänge in Arabien sehr ernst nehmen müssen. Ich habe heute dazu einen weiteren Blogeintrag eingestellt. Ich hatte mich ja schon vor drei Wochen hier damit befasst (31.1.) und wiederholt in meinen Sendungen (übrigens auch Anja Kohl).

    Ich würde aber bei meiner Einschätzung bleiben, dass man selbst in einer derart risikobehafteten Situation einen langfristigen Aktiensparplan weder verkaufen noch aussetzen sollte.

    Herzlicher Gruß
    Michael Best

  15. Kommentar 15: von AbseitsDesMainstreams

    @Brian

    Lieber Brian,

    ich habe den Eindruck, Sie haben sich von den „Bankberatern“ Zockerpapiere andrehen lassen, haben mit diesen verloren und sind nun verständlicherweise ziemlich frustriert.

    Die Börse lediglich ein Handelsplatz! An ihr agiert der Zocker und der brave Sparer. Wer zockt, darf auch nicht jammern, wenn er verliert – auch wenn er vom Bankberater zum Zocken überredet wurde! Genau so wenig darf der „Feigling“ jammern, der sich auf dem Höhepunkt einer Hausse endlich traut Aktien zu kaufen, weil alle auf Omas Geburtstag mit ihren Gewinnen prahlen.

    Zu ihrem Wunsch, das die Redakteure ihre Kristallkugel bemühen, und kurzfristige Börsenreaktionen aufgrund von politischen Tagesereignissen vorhersagen sollen meine ich, dass dies für Sparer irrelevant ist. In wenigen Wochen beherrscht wieder etwas anderes die Schlagzeilen. Aber natürlich, wenn Sie zocken wollen, dann sind diese kurzfristigen Schwankungen interessant. Sparern (=langfristige Anleger) ist es fast egal; sie nutzen diese höchstens um Aktien günstig nachzukaufen.

    Es gilt eben Andre Kostolany: Kaufen, wenn die Kanonen donnern. Verkaufen, wenn die Spatzen pfeifen.

    Haben Sie im 2. Halbjahr 2008 Aktien zugekauft? Oder haben Sie gedacht, dass die Welt untergeht, weil alle so daher geredet haben?

    Vielleicht sollten wir hier im Forum auch mal einen Blog starten, was man tunlichst lassen sollte, z. B. wie hier genannt keine Lebensversicherungen und keine Fonds (außer ETF-Fonds) kaufen.

  16. Kommentar 16: von Brian

    AbseitsDesMainstreams
    Ihr Nick-Name ist im Grunde für MEIN Verhalten Omen, das mal vorweg!
    Zu Ihrer Frage: Es handelt sich nicht um Zockerpapiere sondern um solide Fonds, die aber aufgrund der Währungsdisparitäten und aufgrund der noch immer schleppend anlaufenden Weltwirtschaft im Minus liegen, das habe ich ja schon geschrieben.
    Mein Plädoyer, die Realfaktoren in die Wirtschaft mit einzubeziehen ist das glatte Gegenteil des „eine Kristallkugel“ befragen zu wollen.

    Charttechnik, etc. und gegenseitige Befeuerungen nach dem Motto, „Der Dax steigt, weil der Dow steigt“ (in den USA wird man es genau umgekehrt sagen!), das ist Kristallkugelmentalität. Dazu gehört zum Beispiel auch der sog. IFO, in dem Betroffene eine Einschätzung geben, wie es werden könnte.
    Ebenfalls dazu gehören Daten um Hausmarkt, in dem angegeben wird, wieviele Kunden möglicherweise demnächst einen Kaufvertrag unterschreiben könnten (oder eben auch nicht). Sämtliche Anlaysteneinschätzungen, das alles ist Kristallkugel.
    Die ist abzulehnen, wohingegen „Weltkrisen“ durchaus längerfristige Wirkungen haben.
    Ansonsten denke ich, dass ich einigermaßen erfolgreich an der Börse agiere, aber mich eben nach meinen eigenen Überlegungen richte und eben nicht nach irgendwelchen pfeifenden Spatzen, ob sie nun IFO oder Analyst heißen mögen.
    Da haben wir schon eine Ihrer o.g. Forderungen erfüllt, nämlich festgestellt, was man NICHT tun sollte.
    Das gilt im übrigen auch für Kostolany, seine Aussagen galten für eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Raum – sie sind kein Dogma.
    Und an der Börse halte ich ein Mischmodell zwischen solider Aktienanlage und Absicherungen durch OS und ETFs für sinnvoll, also eine Mischung aus Solidität und „Zocken“, wenn man so will.
    Gruß
    Brian

  17. Kommentar 17: von tropensturm

    @Brian, ich muss AbseitsDesMainstreams beipflichten, Sie laden hier ungerechtfertigt Schuld bei Herrn Best ab. Nach Ihrer Beschreibung sollten Sie ein erfahrener Anleger sein. Geschlossene Fonds mit Schiffen als „solide Fonds“ zu bezeichnen ist für mich hochspekulativ, da eine perfekte Blackbox.

    Auch Ihre Aussage „aber mich eben nach meinen eigenen Überlegungen richte und eben nicht nach irgendwelchen pfeifenden Spatzen“ steht für mich im krassen Widerspruch zu dem was sie sonst sagten. Sie kaufen dann Fonds von einem Berater? Gut das ist drei Jahre her, aber aufgrund einiger politischer Nachrichten gehen Sie nun sofort short? Wenn das mal nicht nach pfeifenden Spatzen tanzen ist, was soll es sonst sein? Haben Sie nicht auch mal geschrieben Sie folgen der Idee des Momentums? Das ist ja auch nichts anderes als der Masse und dem Chart kurzfristig zu folgen aufgrund einer Berechnung.

    Gut, jeder wie er mag! Aber ich emfinde Ihre Selbsteinschätzung widersprüchlich. Meiner Meinung lassen Sie sich geradezu massiv von Ihrer Umwelt manipulieren, es war zu erwarten das aufgrund des Chaos die Märkte Gewinne abgeben, aber dann gleich short gehen? Gut wenn ich ein Highfrequenzy Terminal hätte, aber als „normal“ Anleger? Was ist wenn wenn Saudi Arabien nicht fällt und Gaddafi morgen weg ist? Die Kurse machen so schnell einen Satz nach oben, das Sie Ihren Short nicht mehr rechtzeitig loskriegen werden. Short geht man, wenn man einen wirklich langen, deutlichen Negativtrend erwartet aufgrund von entsprechenden Fundamentaldaten. Das jetzt ist Gambling, oder wissen Sie genau wie es morgen schon in Nordafrika aussehen wird? Das ist die hohe Kunst des shorten, bei dem fast alle Anleger scheitern und von dem Hebel nach oben beim Aufstieg ihr Geld verlieren. Sie können dabei Glück haben, keine Frage, aber gegen den Strom schwimmen sieht anders aus für mich 😉

  18. Kommentar 18: von Holger Skaide

    Hallo allerseits.

    Ich möchte gerne auf das ursprüngliche Thema Lebensversicherungen zurück kommen und folgendes anmerken:

    Sicherlich mag der eine oder andere der Meinung sein, dass LVs aufgrund des geringen Garantiezins (derzeit 2,25 %, bald 1,75 %) nicht mehr attraktiv sind. Klar, dass mit so einer Anlage kein Staat zu machen ist. Schließlich schafft der Anleger kaum ein Ergebnis zu erzielen, dass über der Inflation liegt.

    Was aber an dieser Stelle nochmal wichtig zu erwähnen ist: Der Garantiezins greift ja nur im Worst-Case-Szenario. Tendenziell liegen die Überschüsse, die eine Versicherung erwirtschaftet und an die Anleger weitergibt, höher. Viele Lebensversicherer können ihren Kunden z.B. für das aktuelle Jahr eine Gesamtverzinsung (also Garantie + nicht garantierter Überschuss) von über 4 % zusagen. Der nicht garantierte Überschuss kann logischerweise schwanken. Sofern Versicherungen es aber schaffen ihren Kunden in einer jetzigen Niedrigzinsphase eine so attraktive Gesamtverzinsung im sicherheitsorientierten Bereich anzubieten, kann davon ausgegangen werden, dass diese nicht garantieren Überschüsse auch in Zukunft gewährt werden können. Schließlich wird die EZB den Leitzins irgendwann wieder anheben.

    Der Garantiezins betrifft übrigens auch Verträge der privaten Altersvorsorge, die nicht auf Fonds basieren. Nicht jeder Sparer möchte seine Altersvorsorge auf Fonds aufbauen. So eindeutig die Vorteile des Fondssparens auch sind, so gibt es immer wieder Sparer, die Beratungsresistent sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Anleger aber mit einem Ergebnis um die 2 % in die Rente geht, ist aufgrund der Überschüsse gering.

    Und Fakt ist auch: Eine LV ist in den ersten Jahren teuer, da die Gebühren der Versicherung auf die ersten Sparjahre umgelegt und mit den Raten verrechnet werden. So baut sich der Kapitalstock in der Anfangszeit langsamer auf. Eine LV ist aber auch kein Produkt, dass mit dem Hintergrund verkauft oder gekauft wird, um sich einen Notgroschen anzusparen. Leitgedanke ist die Altersvorsorge und wer aufgrund einer wirtschaftlichen Notlage früher auflösen muss, muss einfach in den sauren Apfel beißen. Und das sogar doppelt, da er kaum Rendite erwirtschaftet hat und außerdem die Altersvorsorge weg ist.

    Ein schönes Wochenende.

  19. Kommentar 19: von Linkschleuder 20110301: Garantiezins, Finanzvermittlerrecht, Verbraucherportal, Lebensversicherung | Informationen zu Versicherungen und Altersvorsorge

    […] an sich auch mehr und mehr kritischer gesehen. Bei der ARD-Börse spricht man von Auslaufmodell. Auch bei der WirtschaftsWoche sagt man Adieu Lebensversicherung. Dagegen versucht das […]

  20. Kommentar 20: von Deppisch

    Die Größenordnung bezüglich der Altersversorgung ,die sich auf Lebensversicherungen stützt, ist so gewaltig, daß die Politik sofort handeln muß ,um zu verhindern, daß Versicherungen Verträge veräußern, um sich zu entlasten. Das ist eine echte Herausforderung für die Regierung.

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