Anstrengungsloser Wohlstand

25.11.2010 12:11 | Stefan Wolff

Die Pressemitteilung war kurz, hatte es aber in sich: In knappen Worten bezeichnete die Deutsche Bank die Äußerungen des Sprechers der Bundesregierung als „falsch und rufschädigend“. Zuvor hatte Steffen Seibert etwas hilflos wirkend davon gesprochen, dass deutsche Banken massiv in Irland engagiert seien, „allen zuvorderst, glaube ich, die Deutsche Bank“.

Die tatsächlich beim Branchenprimus in Irland im Feuer stehenden knapp 400 Millionen Euro sind zwar kein Pappenstiel aber für eine Bank der Größe der Deutschen Bank durchaus verkraftbar. Der Vorgang macht eigentlich nur deutlich, dass sich die Bundesregierung und die Deutsche Bank schon einmal besser verstanden haben.

Es ist gerade mal eineinhalb Jahre her, da durfte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Kanzleramt seinen 60. Geburtstag nachfeiern. Damals und im Nachgang schien kein Blatt zwischen die Kanzlerin und Deutschlands wichtigsten Banker zu passen.

Politik und Wirtschaft passen nun mal nicht zusammen. Zumindest ist das Verhältnis ambivalent. Dabei haben die Banken vermutlich im Nachgang der Krise am wenigsten zu meckern. Zumindest wurde mit ihnen nicht nach dem Verursacherprinzip verfahren. Schließlich ist man ja systemrelevant und damit unantastbar.

Das Bankwesen lebt in der besten aller Welten. Man leiht sich Geld für weniger als ein Prozent und steckt es in Anleihen der Euro-Problemstaaten, was gut und gern mal neun Prozent Zinsen bringen kann. Sollte die Spekulation nicht aufgehen, zahlt der Steuerzahler, denn für die Schulden der Euro-Teilnehmerländer haftet der Euro-Rettungsfonds und damit…?

Hohe Zinsen spiegeln an den Finanzmärkten ein hohes Risiko. Anleger wissen, dass sie sich in höhere Gefahr begeben, wenn sie eine mit 25 Prozent verzinste Anleihe kaufen, als wenn sie sich mit zwei Prozent abspeisen lassen. Doch dieses Risikoverhältnis ist aus den Fugen geraten. Auch hohe Renditen lassen sich völlig gefahrlos einfahren. Höhere Eigenkapitalvorschriften? Geschenkt! Nie war Geld so leicht erhältlich wie heute. Zumindest für Banken sind Zeiten anstrengungslosen Wohlstands ausgebrochen.

Vor diesem Hintergrund ist es nur recht und billig, wenn Bundesbank und Kanzlerin dafür plädieren, die Gläubiger mit in die Pflicht zu nehmen. Gerade im Fall Irland sei daran erinnert, dass es sich hier primär um eine Bankenkrise handelt, die durch eine ältere Bankenkrise ausgelöst wurde. Wer ob dieser Lage lustvoll auf den Niedergang des Euro spekuliert, dem ist auch nicht zu helfen.

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Kommentare

  1. Kommentar 1: von tropensturm

    Laut Spiegel sind deutsche Banken mit knapp 140Millarden US$ in Irland engagiert (angeführt von der HRE dabei mit über 10 Milliarden Euro) und englische Banken mit 150 Milliarden US$. Laut Morgen Stanley wäre die RBS mit knapp £52 Milliarden dabei…. da wird einem schwindlig.

    Die Probleme sollen wohl solange hin- und hergeschoben werden bis sie abgeschrieben worden sind in den Bilanzen… bezahlen tun wir das. Egal ob wir für Irland direkt einstehen, oder es gegen die Wand fahren lassen und dann unsere Banken wieder retten müssen, oder auch die pleite gehen lassen und dann eben die Spareinlagen futsch sind. Keine Chance zu entkommen für den kleinen Steuerzahler.

    Lassen wir alles zusammenklappen in Europa, haben wir ganz schnell kaum noch Käufer für unsere Waren. Also das kleinste Übel wählen und die Banken mit höherem EK dazu zwingen in Zukunft auch mal einen Verlust realisieren zu müssen. Oder gibt es eine Alternative?

  2. Kommentar 2: von Michael Best

    Lieber Stefan,

    9 Prozent ohne Risiko, tatächlich?

    Den höchsten Zinskoupon aller umlaufenden Anleihen von Euro-Ländern haben griechische Anleihen aus dem Winter 2010 – 6 1/4 Prozent. Höhere Zinsen bekommen Anleger von keinem Euro-Staat!

    Zwar liegt die aktuelle Marktrendite griechischer, irischer und portugiesischer Anleihen höher – aber auf der Basis empfindlicher Kursverluste, die Investoren hinnehmen mussten.

    Und ohne Risko? Habe ich da etwas falsch verstanden beim Rettungsschirm? Griechenland bekommt Hilfe aus dem Rettungsschirm nur unter der Bedingung, dass das Land strenge Sparauflagen erfüllt. Vor jeder Auszahlung wird überprüft, ob das der Fall ist. Versagen die Griechen oder verweigern sie sich, wird die Hilfe entzogen, sie sind bankrott. In diesem Fall – den man keineswegs ausschließen kann – sind die privaten Gläubiger voll im Risiko. Das gleiche wird für Irland gelten und für Portugal.

    Ich halte die von Kanzlerin Merkel angestoßene Diskussion über das “Schlaraffenland” für gefährlich – für den deutschen Steuerzahler! Denn der Auszug der privaten Geldgeber aus dem “Schlaraffenland” hat begonnen. Die portugiesischen und spanischen Anleihekurse fallen und fallen. Die daraus errechneten Marktrenditen liegen jetzt – 25.11. 13 Uhr – bei 7,1 % für Portugal und 5,2 % für Spanien. Die Gefahr wächst, dass der deutsche Steuerzahler für beide Länder wird Garantien geben müssen, im Rahmen des Rettungsschirms – der dann aufzustocken wäre, was Bundesbankpräsident Weber schon angedeutet hat.

    Noch mal: Neue Klauseln, die private Geldgeber und staatliche Schuldner zu mehr Disziplin zwingen, sind wünschenswert – aber erst nachdem diese Krise überstanden ist. Aktuell wirkt die Diskussion wie ein Brandbeschleuniger!

    (Wir diskutieren gerne und lebendig in unserer Redaktion.)

  3. Kommentar 3: von Stefan Wolff

    Zehnjährige irische Anleihen rentieren heute bei 9,2 Prozent. Wer sie mit einem oder zwei Jahren Restlaufzeit kauft, erhält die Kursverluste am Ende erstattet, entweder aus Dublin oder aus Brüssel.

    Mehr als die Hälfte des irischen Defizits sind Staatshilfen für die Banken. Am Ende sollte doch der Brandstifter in Haftung genommen werden und nicht die Feuerwehr.

  4. Kommentar 4: von tropensturm

    @Herr Wolf, nun ist die Frage wer ist der Brandstifter?

    Laut Morgan Stanley (8.11.): “Over the last 10 days Irish banks’ CDS spreads widened by 20%-25% taking them to levels only seen by the Greek banks. Behind this is the German proposal on a sovereign debt resolution mechanism at the EU summit. Funding remains a key issue in Ireland”

    http://www.docstoc.com/docs/document-preview.aspx?doc_id=60863757&key=Njk2ZGQ0ODMt&pass=N2I0MS00NDA3

    Also wär nach MS der Brandstifter Deutschland und damit muss der deutsche Steuerzahler die Zeche bezahlen.

    Die Methodik ist sicherlich moralisch verwerflich wie schon sagten und eigentlich sind es die Spekulanten die nun ohne konkreten Zwang den Preis treiben.
    Aber es geht doch aber darum wie der Markt nun mal funktioniert. Nach der Aussage haben doch die Banken sofort den Haircut ausrechnen lassen, das Resultat ist nun der Risikoaufschlag für Irland… Selbstverständlich gibt es den Haircut (noch) nicht, aber die Banken stellen sich voll auf die Position die Politik ist doch handlungsfähig und nicht verantwortungslos. Wenn Frau Merkel das so sagt, meint Sie das auch so. Deutschland hat ja so etwas bereits schon einmal vor 10 Jahren gefordert.

    Anlageplanung beinhaltet Risikokalkulation, das da Spekulationsgewinne im Vorfeld abfallen freut die Banken natürlich auch und wir bezahlen mehr als nur doppelt. Weil sie schon wie zu Recht sagten: der Brandstifter muss gerade stehen, auch wenn er selber die Feuerwehr ist… wir müssen eigentlich eher eine Lösung finden wie wir das den Banken wieder abnehmen können…

  5. Kommentar 5: von Stefan Wolff

    Gut gekontert, Herr/Frau Tropensturm,

    und natürlich wäre es nicht Sinn der Sache , wenn nun im Kanzleramt die Handschellen klicken würden.

    Mir geht es darum, endlich den Finanzhäusern einen sinnvollen Beitrag zur Krisenbewältigung abzutrotzen. Die Diskussion ist überfällig, denn freiwilliges Einlenken ist kaum zu erwarten.

  6. Kommentar 6: von tropensturm

    Herr Wolff und Herr Best,

    vielen Dank das ich durch die Diskussion seit Beginn des Blogs einige Standpunkte prüfen und neu ausrichten konnte. Ich sehe nun klarer :)

    PS Der Tropenstrum ist ein Herr ;)

  7. Kommentar 7: von E0Neun

    s. g. Stefan Wolf und Mitdiskutanten

    Die Modalitäten der Rettungsaktion für den fin. Engpaß des irischen Staats sind noch nicht ausverhandelt.

    Bekannt ist nur, daß IWF und das verantwortlichen Gremium der EZB (es wurde da jetzt eigens für diese Fälle eins gegründet) und der irischen Regierung Gespräche darüber stattfinden. Zweck ist die Refinanzierung der Schulden die die irische Regierung zur Stützung irischer, bzw. in Irland ansässiger Banken (dazu gehört z. B. auch die deutsche DEPFA) zusätzlich aufnehmen mußte. Diese hatten sich mit überteuerten Immobilien hoffnungslos überschuldet, bzw. müssen jetzt die beliehenen Objekte zum großen Teil abschreiben, daß sie eigentlich zum Konkursrichter müßten.

    Die andere Alternative wäre gewesen, sie ganz “hops gehen zu lassen” und das ist auch nicht so gesund, wie wir seit Lehman Brothers wissen. So bleibt für diese Institute immerhin ein Restwert (wie bei uns für Hypo real, Commerzbank, KFW, Landesbanken, etc.).

    Im Unterschied zu Deutschland ist die Altersvorsorge in Irland privatwirtschaftlich organisiert. Viele haben ihre Pensionen in Bankaktien angelegt. Nun schauen Sie sich mal die Aktienkurse der gen. Unternehmen an! Nach Null-Risiko sieht das irgendwie nicht aus.

    So muß, z. B. die Commerzbank die “stille Einlage” des Bundes mit 9% verzinsen. Ein gutes Geschäft sieht anders aus. Wenn die Banken derzeit das Geld für lau von der EZB bekommen und für 10% verleihen, so riecht das erstmal nach einem guten Geschäft. Wenn die Kurzfristzinsen aber steigen, vielleicht sogar über die langfristigen (wie es z. B. bei der DEPFA der Fall war) und die Banken dann frisches Geld brauchen, dann sehen sie plötzlich sehr sehr alt aus.

    Also, Null-Risiko ist nicht! Und wenn sie gestützt werden und dann als Vorstandschef bei 500.000,- EUR Gehalt Ende ist, dann macht das sicher nicht mehr viel Spaß, vor allem weil sie ja keine Politiker sind, die sich nach dem Ausscheiden gegenseitig mit hochdotierten Posten auf Kosten des Steuerzahlers versorgen.

    Der Oberräuber in dieser Art von Spielen und da spreche ich aus Erfahrung, ist immer der Staat, weil er geltende Regeln so zurechtrutscht, daß es für ihn paßt. Also bitte, keine wohlfeile Polemik und lassen Sie sich nicht mißbrauchen für derartige Meinungsmanipulationen.

  8. Kommentar 8: von F. Huber

    Re Stefan Seibert.
    Englisches Sprichwort : “Switch on brain before opening mouth”.

  9. Kommentar 9: von tropensturm

    @E0Neun ich muss aber auch einwerfen das auch die Banken durch “Bilanzierungstricks” (man muss fairerweise sagen legale “Tricks”) ihrerseits die Regeln zurechtrutschen… und ich traue den Finanzmathematikern in den Banketagen schon zu, das sie ihr Risiko in der Regel minimieren können.

    Das die Gehälter nicht der Hit sind, da stimm ich zu. Aber da könnte man auch mal ansetzen das Manager und andere Mitarbeiter in verantwortungsvollen Positionen für Nachhaltigkeit bezahlt werden müssen, anstatt mit Barprämien für den Quartalserfolg, z.B. in Form von Unternehmensanteilen mit einer Mindesthaltezeit, Optionen, etc. (soweit meine naive Meinung dazu).

    Der Staat muss sich nun mal am “Privateigentum” seiner Bürger bedienen, sonst funktioniert er nicht. Banken machen es nicht anders, wer da nicht einfach nur zusehen möchte, kann sich doch dann auch (legal) am Besitz anderer bereichern, in Form von Aktien…

    Das System mag viele Lücken haben, aber gibt es ein besseres System in dem Jedermann schnell, nur noch das betrachten von Zahlen, unmoralisches Fehlverhalten aufdecken kann?

  10. Kommentar 10: von Liselotte Kranz

    Ich halte es für möglich, daß sich Regierungssprecher Seibert einfach verplappert hat, und daß die Deutsche Bank tatsächlich deutlich mehr als 400 Mio. Euro in Irland im Feuer hat.
    Denn wenn deutsche Banken tatsächlich 150 Mrd. $ in Irland investiert haben, müssen das ja irgendwelche Banken gewesen sein. Und so viele Banken gibt es ja in Deutschland auch nicht.

  11. Kommentar 11: von Subdi

    Über Zahlen und Prozente kann man trefflich streiten. Erst wenn die Bilanzen auf den Tisch kommen wissen wir es genau(er). Aber einige Fakten können wir schon mal festhalten:

    1. Die Finanzindustrie hat gegen den Euro spekuliert

    2. Sie ist damit durchgekommen

    3. Die Finanzindustrie würde niemals gegen die amerikanische Regierung oder die Fed spekulieren, weil man da nur verlieren kann

    Ob er das gut oder schlecht findet, muss jeder selber entscheiden.

  12. Kommentar 12: von F. Huber

    @ subdi. Re GR/IRL/P und die Kosten der Bailouts. Man muss die Financial Times, London online (blog Alphaville) lesen – die Schadenfreude ist unglaublich – seit Monaten schon.

  13. Kommentar 13: von Janno-mann

    Mir scheint das Besondere an der jetzigen Situation, dass wir es mit dem jetzt seit zwei Jahren andauernden System des “Moral Hazard” auf allen Ebenen der Finanzwelt, mit einer systemischen Krise zu tun haben. Das Marktteilnehmer, die praktisch kein Risiko fürchten müssen, zu immer risikoreicheren Spekulationen neigen, ist ja hinreichend bekannt. Das sich dieses System auch auf Staaten ausweiten könnte, war vor kurzem noch unvoestellbar!

    Heute weiß ancheinend Jedermann auf den Straßen Europas, dass bei einer Investitionspanne am Ende der Steuerzahler einspringen muß. “Too Big to fail” ist wohl zu einem der bekanntesten Anglizismen der Gegenwart geworden und immer mehr Menschen fragen sich, wie groß dieses “big” eigentlich noch sein muß. Denn abgesehen von den Banken, kann eine Kommune denn den ortsansäßigen Fabrikanten trotz völligem Mißmanagement noch pleite gehen lassen, wenn daran 200 Arbeitsplätze hängen?

    Aber auch bei dem ganz kleinen Anleger scheint dieses System schon Fuß gefaßt zu haben. So haben sich die Anleger doch schon so an das außergewöhnlich billige Zentralbankgeld gewöhnt, dass sie eine Rückkehr zu eher normalen Zinsätzen gar nicht mehr in Erwägung ziehen. Denn sie wissen nur zu genau, dass die Zentralbanker wiederum genau wissen, dass jeder ernstzunehmende Versuch hier nur mal einen Viertel Prozentpunkt nach oben zu gehen – was ja eigentlich schon längst überfällig gewesen wäre – einen heftigen Kurssturz auslösen würde. Also fühlen sie sich sicher, mitten in der schwersten Wirtschaftskrise der meisten alten Inustrienationen, die Aktien (oder Gold) zu abenteuerlich hohen Kursen zu kaufen. Auch sie fühlen sich too Big to fail.

  14. Kommentar 14: von Tom

    @F. Huber danke für deine Info..

    mfg Tom

  15. Kommentar 15: von Phaharro

    Politik und Wirtschaft passen schon sehr wohl gut zueinander. Allerdings gilt das nicht für jeden Wirtschaftszweig. So leisten Banken/Versicherungen/Versorger keinen oder nur einen untergeordneten Innovations- und Produktionsbeitrag und sind daher dem spielerischen verschleiernden verfüherischen Elementen verpflichtet. Während Industrie und Handel handfeste Kreativität an den Tag legen müssen. Industrie und Handel sichern den Fortschritt und damit die Arbeitsplätze. Banken/Versicherungen/Versorger liefern hierzu erforderliche Hilfsmittel. Mehr nicht. Die Politik scheint das erkannt zu haben. Nun findet der dringend notwendige Proporzwechsel statt, Banken/Versicherungen/Versorger werden in Zukunft auf die hinteren Plätze verwiesen. Und das ist auch gut so.

  16. Kommentar 16: von Subdi

    @ Frau Kranz,
    Sie dürfen davon ausgehen, dass ein erfolgreicher Finanzgigant wie die Deutsche Bank seine Risikostruktur ständig analysiert, und sich gegen jedes übertriebene Risiko absichert. Die betreiben Risikoforschung auf höchstem wissenschaftlichem Niveau, und ich denke darauf sind sie mit Recht stolz. Das ist viel zu kompliziert, als dass es ein Regierungssprecher auch nur verstehen könnte. Deshalb kann er sich auch nicht verplappern.

    Das wäre jetzt mal meine Einschätzung, ausser Sie haben Fakten, die das Gegenteil belegen.

  17. Kommentar 17: von F. Huber

    A bit off-topic, doch….ich blicke nach vorn und frage mich, was kommt nach den “Bailouts”, die die Eurozone so geschwächt haben. Vielleicht Uebernahmeversuche aus dem Ausland insb. Attacks on the “sitting ducks”
    im Dax insb. auf “core companies” der deutschen Wirtschaft?. Es wird schon gemunkelt, Oracle will SAP übernehmen. Die Deutschen besitzen nur wenige deutsche Aktien (nur einen 4% Anteil).
    Vor allem, die Amerikaner und die Briten investieren in Aktien.
    Man muss nur die “Aktionärstruktur”-Tabellen von DAX Unternehmen anschauen.
    Dank Quantitative Easing (QE1 plus QE2) wurde bisher ca USD1,75Trillion (oder sogar mehr?) in die US Wirtschaft gepumpt. Also, die Liquidität ist vorhanden, und deutsche Unternehmen (die Exporteure par excellence, weltweit bewundert) sind noch undervalued, oder?

  18. Kommentar 18: von F. Huber

    Nur zur info: SAP Aktionärsstruktur

    http://www.sap.com/germany/about/investor/stock/shareholders/index.epx

  19. Kommentar 19: von Subdi

    @F. Huber,
    ja, ein bisschen off-topic, aber nachdem ich auch ein Gerücht gehört habe gebe ich es hier mal zum besten:

    HP soll SAP innerhalb der nächsten drei Jahre übernehmen.

    Das macht auch mehr Sinn, denn SAP braucht noch einen Hardware – Partner und HP umgekehrt, und HP hat jede Menge Geld zu investieren, und dann noch der neue HP Chef, direkt von SAP geholt…

    Oracle hätte sicher kartellrechtliche Probleme mit der Übernahme.

  20. Kommentar 20: von tropensturm

    hmm macht keinen Sinn SAP braucht keinen Hardware Partner, HP bräuchte vielleicht aber einen Ersatz für Oracle nach dem es zwischen den beiden gekracht hat… aber der selbe Analyst hat auch Microsoft ins Spiel gebracht (die haben ein Konkurrenzprodukt zu SAP, Übernahme macht keinen Sinn).

    Goldmann Sachs hielt im September 0,32% von SAP und hatte auch aufgestockt im September, aber die meisten anderen Investoren sind eher raus gegangen, genauso wie die Fonds. Das sieht mir nicht nach einer sicheren Wette aus…

    Nur weil Unternehmen unterbewertet sind müssen Sie nicht Übernahmekandidat werden, das muss Sinn machen für den der übernimmt. Die meisten angloamerikanischen Firmen benutzen Cloud Computing (Auslagerung der IT an eine große Serverfarm), kleinere Unternehmen (wie auch viele Mittelständler in Deutschland) benutzen virtuelle Serverfarmen die von einem Hersteller kommen (meist IBM). SAP braucht daher kein Hardwarebundle. Dafür spricht hingegen das HP sein Softwareangebot ausbauen muss, ob da aber SAP der richtige Partner wäre?
    Außer Leo Apotheker und der Hass zu Oracle verbindet beide nicht so viel. SAP ist in einem Businessumfeld tätig wo man Microsoft, IBM oder Oracle begegnet… aber nicht HP. Wäre also eher eine Produktplattenerweiterung für HP, Synergieeffekte gleich Null, nicht mal im Vertrieb.

    Ich stehe dem Gerücht skeptisch gegenüber, mir fehlt die Information die sowas über das Gerüchteküchenstadium hinaus befördern könnte. …just my thoughts…

  21. Kommentar 21: von arthur i

    Warum die Auslagerungen von EURO-Anleihen ausgewählter souveräner EU-Schuldner in die “Bad Banks” der WestLB und der HRE? Offenkundig werden hier doch erhebliche Ausfälle seitens der bundesdeutschen staatlichen Retter erwartet, weil eine solche Übung für Altbestände ansonsten unsinnig wäre. Auch dürften die Ausfälle prozentual höher sein als in den Stresstests unterstellt.
    Wie hoch werden die Ausfälle in den nächsten 10 Jahren für Irland oder Griechenland sein? Im positiven Fall: 0 %. Im negativen Fall: mutmaßlich deutlich über 50 %, weil der Haircut bei Verschuldungsquoten von über 100 % des BIP erfolgen wird und nach einem Haircut – ohne 100 % Garantien als solvent eingeschätzter Partner – die Refinanzierung schwierig und teuer wird. Dies ist eine einfache Antwort, die aber nicht richtig ist, weil es in diesem Fall nicht nur zu Ausfällen bei ausländischen Gläubigern (einschliesslich EZB) kommt, sondern auch inländische Gläuibger, also der jeweilige inländische Bankensektor erheblich betroffen sind. Brechen aber z.B. die griechischen Banken zusammen, können sie in der Währungsunion in diesem Fall nicht mehr vom griechischen Staat gerettet werden.
    Zur Vorbereitung eines Haircuts sind also nicht nur irgendwelche Klauseln bei Neuemissionen erforderlich, sondern auch noch Verbote zum Erwerb von Staatsanleihen oder geeignete Beschränkungen (wie z.B. aus den deutschen Großkreditregelungen) und normale Eigenkapitalanforderungen für Kredite an die öffentliche Hand. Kapitalverkehrskontrollen und Kapitalverkehrsbeschränkungen sind natürlich unter diesen Prämissen im EU-”Binnenmarkt” auch noch zu einführen.

    Als erster Schritt könnte auch die Staatshaftung für Banken, die Einlagensicherung und die Staatsbeteiligung an Banken verboten werden. Desweiteren müßte natürlich die Kreditaufnahme durch Staaten und alle öffentlichen Einrichtungen verboten werden.

  22. Kommentar 22: von Liselotte Kranz

    @Subdi
    Wenn man Börsenkurse mit wissenschaftlichen Methoden vorhersagen könnte, wären wir alle viel reicher.

    Und bei der Postbank-Übernahme hat der Dt. Bank ihr Risikomanagement nicht viel genutzt. Der Vertrag über die Übernahme wurde nur wenige Wochen vor der Lehman-Pleite und damit dem vollen Ausbruch der Finanzkrise geschlossen. Hätte die Dt. Bank damit 1, 2 oder 3 Monate gewartet, hätte sie die Postbank wohl zu einem Bruchteil des Preises bekommen, den sie jetzt bezahlen muß.

  23. Kommentar 23: von Subdi

    @Liselotte Kranz,
    natürlich war der Zeitpunkt des Übernahmevertrages im Nachhinein eine “Fehlspekulation”.

    Die Aufgabe von Risikomanagement ist es aber nicht, Fehlinvestitionen zu verhindern, sondern für den grössten anzunehmenden Investitions – Unfall zu planen.

    Gerade die Übernahme der Postbank zeigt doch, wie gut sich die Deutsche Bank darauf vorbereitet hat, dass ihr auch mal teure Fehler passieren. Und die können überall von Zeit zu Zeit passieren.

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