Tweets und Trumps verkommen zur Nebensache. Dieser Tage zählt nur die Geldpolitik. Die Sitzungen von US-Notenbank und EZB gehören zu den wichtigsten Zusammenkünften des Jahres. Die jetzt erwarteten Weichenstellungen werden die Finanzmärkte auf einige Monate hin prägen.

 

Lettland ist so etwas wie ein Musterknabe der Euro-Gemeinschaft. Der baltische Staat hat konsequent die Fesseln der Planwirtschaft abgeworfen und ein imposantes Wachstum hingelegt. Seit dem EU-Beitritt im Jahr 2004 haben sich die Löhne und Gehälter der Letten verdoppelt. Die Staatsverschuldung liegt mit knapp 33 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) deutlich am unteren Rand im Euro-Raum. Nun tagt die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag Lettlands Hauptstadt Riga, ausgerechnet, wenn es um das Ende des Anleihe-Aufkaufprogramms gehen soll.

 

Es dürfte ungemütlich werden. Einerseits wird von EZB-Chef Mario Draghi erwartet, einen Zeitplan für den Ausstieg aus dem Anleiheaufkaufprogramm vorzulegen. Auf der anderen Seite wird es einige Fragen geben, wie die EZB gedenkt, mit der neuen italienischen Regierung und deren Ausgabenpolitik umzugehen. Italien ist mit über 130 Prozent des BIP verschuldet, und nach allem Dafürhalten steuert Italiens Regierung darauf zu, diese Quote weiter nach oben zu schrauben.

 

Steuererleichterungen und Investitionsprogramme können nur mit mehr Schulden erkauft werden. Die drittgrößte Volkswirtschaft des Euroraums steht nicht eben auf einem stabilen Fundament und wird außerdem in der Flüchtlingsfrage von der EU allein gelassen, was ebenfalls hohe Kosten verursacht und politischen Missmut.

Italiens Wirtschaftslage und das mögliche Ende des Anleiheaufkaufprogramms hängen unmittelbar zusammen. Die EZB ist Italiens größte Gläubigerin außerhalb Italiens. Ein Ende des Kaufprogramms würde die Finanzierungskosten für Italien erhöhen. Das erhöht dann auch die Risiken für italienische, französische und spanische Banken, die viele Papiere aus Rom horten.

 

Für die EZB ist das eine Zwickmühle. Sollte Draghi nach dieser Sitzung kneifen, wird man den Währungshütern vorwerfen, unzuverlässig zu sein. Draghi selbst dürften dann einige Hardliner seine Nationalität zum Vorwurf machen und ihm Befangenheit unterstellen.

 

Von solchen Vorwürfen ist die US-Notenbank (Fed), die am Mittwoch  ihre Zinsentscheidung bekannt gibt, weit entfernt. Zwar ist Jerome Powell ein Notenbankchef von Trumps Gnaden und hat die allseits beliebte Janet Yellen abgelöst. Doch der “Neue” hat die Linie der Fed transparent und gradlinig weiter verfolgt. Dass die Fed erneut die Zinsen anheben wird, gilt als unstrittig. Mit diesem siebten Schritt des aktuellen Zinsanhebungszyklus stoßen die Geldpolitiker allerdings auf gewisse Probleme.

 

Schon jetzt nähern sich die Zinsen für kurzlaufende Papiere und Anleihen mit längerer Laufzeit an. Steigen die Zinsen weiter, dann könnten die Kurzläufer mittelfristig höhere Zinsen abwerfen, als Kredite mit langen Laufzeiten. Gerade für Banken ist das unangenehm, da sie langfristige Kredite mit kurzfristigen Darlehen gegenfinanzieren.

 

Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, dürfte dies auf die Gewinne der Banken drücken. Für die Fed ist das ein Dilemma. Wenn sie ihren geldpolitischen Kurs unterbricht, dann könnte – angesichts einer boomenden US-Wirtschaft – die Inflation ins Kraut schießen. Auf den ersten Blick sind es nur ganz normale Zinssitzungen. In denen steckt aber ordentlich Zündstoff.

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Momentan bläst der deutschen Wirtschaft der Wind scharf ins Gesicht. Es wird höchste Zeit für Gegenmaßnahmen. Man kann es drehen und wenden, wie man will. Die einzig richtige Antwort auf alle offenen Fragen ist Einigkeit.

 

Jetzt hält also Donald Trump deutsche Autohersteller und ihre Produkte für geeignet, die innere Sicherheit der USA zu gefährden. Mit dieser Begründung lässt der US-Präsident prüfen, ob Strafzölle gegen BMW, Daimler und VW verhängt werden können. Gerade hatte man sich über die Gnadenfrist bei den drohenden Zöllen für Stahl und Aluminium gefreut, schon kommt es richtig dicke.

 

Strafzölle auf Autos und Autoteile könnten die deutsche Wirtschaft mit fünf Milliarden Euro belasten, rechnet das Ifo-Institut vor. Dagegen sind die drohenden Sanktionen in Sachen Stahl und Alu ein Kindergeburtstag. Trumps unberechenbare Wirtschaftspolitik, sein Hang zum Merkantilismus werden von einer diffusen zu einer realen Gefahr für ein sensibles weltweites Wirtschaftsgefüge.

 

Nur wie darauf reagieren? Hinweise, dass die deutsche Autoindustrie tausende Jobs in den USA geschaffen hat (BMW betreibt in Spartanburg sogar sein größtes Werk überhaupt), kommen beim Präsidenten nicht an. Die USA darauf aufmerksam zu machen, dass die Handelsbilanz in Sachen Autos zwar zu Ungunsten Amerikas ausfällt, aber nicht, wenn es um Unternehmen wie Apple, Amazon oder Google geht, ist nur dann sinnvoll, wenn auch entsprechende Maßnahmen damit einher gehen. Denn eines ist klar: Kommen die Zölle auf Autos, ist Handelskrieg.

 

Die USA werden gern als der natürliche Handelspartner Europas gesehen. Doch was ist, wenn einer der Partner keine Lust mehr hat und sich selbst in der Isolation wohler fühlt? Die deutsche Wirtschaft ist gut beraten, sich neue Märkte zu erschließen und sich zumindest für die Dauer der Präsidentschaft Trumps mit allzu hohen Wachstumserwartungen zurückzuhalten.

 

Der Handelsstreit zieht zudem immer weitere politische Kreise. Saudi-Arabien hat einen Auftragsstopp für deutsche Firmen verhängt. Offenbar geschah dies aus Verärgerung über die deutsche Nahost-Politik heraus und hängt mit dem Atomabkommen mit dem Iran zusammen, das die USA einseitig gekündigt haben. Das ist ein herber Schlag für deutsche Firmen und ein Grund mehr für Europa, weiter zusammenzurücken.

 

In diesen Zeiten des Populismus wäre es gut, diesem mehr Macronismus entgegenzusetzen. Mehr Europa, wie es Frankreichs Präsident anstrebt, bedeutet mehr Gemeinsamkeit. Und mehr Gemeinsamkeit bedeutet Stärke. Leider sieht es nicht danach aus. Populismus ist auch hier auf dem Vormarsch.

 

In Italien formiert sich eine europakritische, aus Populisten bestehende Regierung. Was die Wähler in Frankreich und den Niederlanden noch zu verhindern wussten, wird nun in der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums Realität. Ökonomen taxieren die Kosten für versprochene Steuererleichterungen und andere Wohltaten auf erst einmal 100 Milliarden Euro. Kurzfristig können die Maßnahmen das Wirtschaftswachstum Italiens beschleunigen. Mittel- und langfristig ergeben sich daraus Probleme.

 

Das Wachstum wird mit neuen Staatsschulden erkauft. Es ist kaum zu erwarten, dass Italiens Wirtschaft nennenswert produktiver – also wettbewerbsfähiger – wird. Schon jetzt liegt die Staatsverschuldung bei über 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das alles ist beunruhigend. Auch wenn die kommenden Regierungsparteien Lega Nord und 5 Sterne zurück gerudert sind, steht eine mögliche Begehrlichkeit nach einem Schuldenerlass im Raum, die bei einem Eintritt auch deutsche Steuerzahler kräftig zur Ader lassen würde.

 

Eine solche Forderung enthält genügend Dynamit, um die ohnehin schon zerrissene Euro-Gemeinschaft zu sprengen, doch ist es eher unwahrscheinlich, dass es dazu oder zum Super-Gau (dem Euro- oder EU-Austritt Italiens) kommt. Italiens ohnehin angeschlagene Banken würden das nicht überleben. Das weiß auch die kommende italienische Regierung. Es ist aber unwahrscheinlich, dass aus Europa die Antworten kommen, die jetzt benötigt werden.

 

Aktien und Euro stehen weiter unter dem Druck der Populisten.

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Das Euro-Rätsel

19.04.2018 15:04 | Stefan Wolff

Eigentlich bewegen sich die Finanzmärkte in einem idealen Dollar-Umfeld. In den USA lassen sich Zinsen verdienen. Die Renditen für US-Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit liegen bei 2,9 Prozent, während vergleichbare deutsche Papiere nur knapp mehr als ein halbes Prozent abwerfen. Die US-Wirtschaft brummt. In ihren Konjunkturbericht, dem “Beige Book”, berichten die regionalen Notenbanken der USA von wachsenden Konsumausgaben und von einem robusten Arbeitsmarkt. Außerdem boomt die Wall Street.

 

Das sind alles Zutaten für eine Dollar-Rally. Anleger müssten sich vom Greenback magnetisch angezogen fühlen, zumal sich die Zinsschere zwischen Dollar- und Euroraum kontinuierlich weiter öffnet und weiter öffnen wird. Denn während in der EZB noch ein Ende des Anleihe-Aufkaufprogramms diskutiert wird, stehen bei der US-Notenbank die Zeichen auf weiteren, moderaten Zinsanhebungen.

 

Trotzdem steigt der Euro. Im vergangenen Jahr betrug der Anstieg gegenüber dem Dollar satte 15 Prozent. Seit Jahresbeginn hat die Gemeinschaftswährung nochmal drei Prozent draufgepackt. Damit ist der Euro zwar noch weit von historischen Höchstständen entfernt, steht aber auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Das reicht, um einige Unternehmen zu alarmieren. Der Autozulieferer Continental hat jetzt wegen der Währungseffekte vor sinkenden Gewinnen gewarnt. An den Finanzmärkten gilt das als Warnung der gesamten Wirtschaft.

 

Wie stark sich ein starker Euro auf die Exportwirtschaft auswirkt, ist ein beliebtes Streitobjekt. Klar ist, dass Exporteure im Dollarraum entweder mit niedrigeren Margen leben müssen oder mit einer sinkenden Wettbewerbsfähigkeit, wenn sie ihre Preise nach oben anpassen und deshalb mit den Wettbewerbern nicht mithalten können. Auf der anderen Seite sorgt ein starker Euro für stabile oder sinkende Rohstoffpreise. Öl ist in den vergangenen Wochen drastisch teurer geworden. Der gestiegene Euro mildert diesen Effekt ab, da Öl in Dollar bezahlt wird.

 

Außerdem ist die deutsche Wirtschaft wendig. Der Maschinenbau beispielsweise fürchtet einen teureren Euro gar nicht, weil die Anbieter in diesem Geschäft hochspezialisiert sind. Die Maschinen verkaufen sich, weil es kaum oder keine Konkurrenz gibt. Und Geschäftsbeziehungen sind eine langfristige Sache. Wer beim deutschen Maschinenbau anklopft, bekommt nicht einfach ein Paket vor die Tür gestellt sondern begibt sich oft in eine dauerhafte Geschäftsbeziehung.

 

Auch wenn sich positive und negative Effekte wahrscheinlich weitgehend aufheben, wird der Euro den Märkten als Thema erhalten bleiben. Die Diskussion ist einfach zu gut dafür geeignet, Kurse zu bewegen.

 

Frage nur, was macht den Euro so stark? Europas Wirtschaft braucht sich hinter den USA nicht zu verstecken. Auch die vor Jahresfrist noch befürchteten Siegeszüge der Populisten in Frankreich und den Niederlanden  sind ausgeblieben. Politisch geht es zwar turbulent in der Gemeinschaft zu, aber die Lage stellt sich nicht ganz so dramatisch dar. Und dann ist da noch die Tatsache, dass 2016 der US-Dollar als stark überbewertet galt. Jedes Pendel schlägt mal zurück.

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Chefwechsel bei der Deutschen Bank, doch von einer Überraschung kann man wohl kaum sprechen. Schließlich pfiffen es seit Wochen die Spatzen von den Dächern, dass der Stuhl von Deutsche Bank-Chef Cryan wackelt. Jetzt kam der Schritt schneller als gedacht und heftiger als gedacht. John Cryan musste den Stab unmittelbar an Christian Sewing abgeben.

 

Vorausgegangen war diesem Schritt ein unwürdiges Gezerre. Seit Wochen befinden sich Aktien der Deutschen Bank auf Talfahrt. Allein seit Jahresbeginn verloren die Papiere fast 30 Prozent und fielen zwischenzeitlich sogar auf das Niveau des Krisenjahres 2016, als an den Finanzmärkten spekuliert wurde, die Deutsche Bank müsse vom Staat gerettet werden.

Flankiert wurde die Talfahrt von einem höher als erwarteten Verlust für das Geschäftsjahr 2017 und eben den Gerüchten um die Ablösung Cryans. Während sich der Chef selbst mit hochgekrempelten Ärmeln zeigte, bereit die Bank (wie vereinbart) bis mindestens 2020 zu führen, konnten sich die berühmten “gut informierten Kreise” nicht einmal ein halbherziges Dementi abringen. Ganz im Gegenteil sah man Aufsichtsratschef Achleitner weltweit beim Klinkenputzen. So funktioniert Demontage.

 

Und Selbstdemontage. Denn den Posten des Chefs des größten deutschen Geldhauses wollte niemand haben, zumindest nicht aus der Geldelite dieser Welt. Ein paar Kratzer im Lack hat dann auch gleich Christian Sewing. Er kann nicht für sich beanspruchen, als erster gefragt worden zu sein.

Jetzt also stehen die Zeichen auf Neuanfang. Mal wieder und doch so deutlich wie seit Jahren nicht mehr. Mit Christian Sewing rückt der Chef des Privatkundengeschäfts an die Spitze des Geldhauses. Da spricht vieles dafür, dass sich die Deutsche Bank anders ausrichten wird als bisher. Sewing spricht von einer Rückkehr der Jägermentalität. Auf was der neue oberste Jägermeister der Deutschen Bank ansitzen will, ist noch nicht klar. Klar scheint nur: Die Deutsche Bank wird ihren Schrumpfkurs fortsetzen werden. Der Wandel zu was auch immer wird weitere Arbeitsplätze kosten.

 

Sewings Vorgänger agierten allesamt eher glücklos. Der Schweizer Josef Ackermann war angetreten, die Bank auf Internationalität und Rendite zu trimmen. Das hat nicht geklappt. Von den einst ausgegebenen Zielen (25 Prozent Eigenkapitalrendite) ist die Deutsche Bank weit entfernt, gehört im europäischen Vergleich zu den unprofitabelsten Häusern.

 

Dass sich solche Renditen mit sauberen Mitteln wohl kaum erwirtschaften lassen, mussten Ackermanns Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen ausbaden. Das Führungsduo hatte sich den Kulturwandel auf die Fahnen geschrieben. Doch während der Amtszeit der beiden kam die Deutsche Bank nicht aus den Negativschlagzeilen heraus.

 

Auch John Cryan hat sich in den vergangenen Jahren eher nicht mit Ruhm bekleckert. Er sollte vor allen Dingen die hohen Kosten der Deutschen Bank senken. Drei Jahre in Folge gelang es ihm nicht, sein Haus aus den roten Zahlen zu führen. Im vierten Quartal 2017 lag die Cost-Income-Ratio bei 121 Prozent. Das heißt: Für jeden Euro, den die deutsche Bank verdiente, gab sie 1,21 Euro aus. Dabei wurden jene, die die roten Zahlen mit schrieben, zuletzt mit großzügigen Boni gepampert, weil man diese Leistungsträger nicht an die ausländische Konkurrenz verlieren wolle. Eine solche Einschätzung ließ nicht nur Aktionäre ratlos zurück.

 

Sewing muss nun das Vertrauen der Investoren und der Kunden gewinnen. Viel Zeit hat er nicht und angesichts einer desolaten Ertragslage, jeder Menge nach wie vor ungeklärter Rechtstreitigkeiten und eines atomisierten Aktienkurses dürfte das auch keine leichte Aufgabe werden. Irgendwann wird sich auch Aufsichtsratschef Paul Achleitner die Frage nach seiner Rolle gefallen lassen müssen. Er amtiert seit dem Weggang Ackermanns, hat also das ganze Elend miterlebt und beaufsichtigt, wie die Deutsche Bank zu einem Schatten ihrer selbst wurde. Alte Fußball-Regel: Es bringt nichts, immer nur den Trainer zu feuern.

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Als die Pfalz im Jahr 1829 in den bayerisch-württembergischen, beziehungsweise den preußisch-hessischen Zollverein eingegliedert und die bisherige Freihandelszone aufgehoben wurde, führte das zu massiven Problemen. In Bayern wurde Wein aus der Rheinpfalz, die damals zu Bayern gehörte, unerschwinglich teuer. Es mussten einfach zu viele Grenzen passiert werden. Zu oft langten die Zöllner zu. Es ist nur ein Beispiel von vielen, das zeigt: Zölle sind ganz großer Murks.

 

Trotzdem ist es en vogue, die Zugbrücken hochzuziehen. Die US-Regierung plant Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium. Die EU droht mit höheren Zöllen für Harley-Davidson-Motorräder. Was erst einmal vor allem europäische Männer in der Midlife-Crisis trifft, könnte der Beginn einer Zollspirale sein. Strafzölle auf Import-Autos stehen in den USA im Raum. Denkbar ist auch, dass Trump die heimische Computerbranche vor billiger Fernost-Ware schützen möchte, falls sich das Silicon Valley mit ihm gut stellt.

 

Natürlich – und hier nähern sich alle der (Handels-)Kriegsrhetorik  – wetzen auch die anderen Seiten ihre Säbel. China wird Zölle auf Stahl nicht hinnehmen, sodass sich die perfekte Mischung ergibt, die eine Rezession auslösen kann. Die Unternehmen wissen das. Eine Umfrage der American Chamber Of Commerce (AmCham) unter deutschen und US-amerikanischen Firmen hat ergeben, dass eine satte Mehrheit nicht an den Nutzen von Strafzöllen glaubt. Auch befürchtet eine ebenso satte Mehrheit einen Handelskrieg.

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Klar ist: Erst einmal werden Aluminium und Stahl in den USA teurer. Schließlich fällt die preisdrückende Konkurrenz weg. Alle, die etwas mit Stahl und Aluminium bauen, müssen tiefer in die Tasche greifen. Damit werden Autos, Flugzeuge, Maschinen teurer. Unternehmen werden ihre Investitionen auf die lange Bank schieben; Verbraucher werden den Autokauf hinauszögern, so lange es eben geht.

 

Und in Europa? Wer sich jetzt nicht schützt, bekommt das Überangebot billigen Stahls geliefert, das in den USA keiner haben will. Das kostet Arbeitsplätze. Und schon heißt es: Aufschwung adé. Vielleicht ziehen auch die Europäer die Zugbrücke hoch, um ihre Stahlkocher zu schützen. Alle schmoren dann im eigenen Saft, und die Erfolge einer langen Ära der Globalisierung (die auch Kehrseiten hat, ich weiß) ist im Schornstein.

 

An den Finanzmärkten hat man es kapiert. Deshalb gibt es diese Rücksetzer und nicht etwa wegen dieser vorgeschobenen Zinsdiskussion. Hier platzt die Trump-Blase. Die überhöhten Erwartungen der Wirtschaft an den US-Präsidenten werden sich nicht erfüllen. Für Wirtschaft und Börse bedeutet dies, dass der Aufenthalt in der Goldilocks-Zone endet. Ein bisschen höhere Zinsen spielen da überhaupt keine Rolle.

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Jetzt ist die Steuerreform in den USA so gut wie durch. Und während US-Präsident Donald Trump als „Weihnachtsmann“ feiern lässt, reagiert die Börse weit weniger euphorisch, als zuvor angenommen.

Ein Wahlversprechen ist eingelöst. Unternehmen können sich in den kommenden Monaten über große Steuerersparnisse freuen. Damit hat Donald Trump geliefert. Das erste Mal übrigens. Alle anderen Vorhaben hängen entweder in der Pipeline oder es wurde ihnen richterlich oder parlamentarisch der Garaus gemacht.

Die Bilanz ist aus Sicht des Weißen Hauses verheerend, und würde der Blick auf das Erreichte nicht durch eine wohl ausgeprägte Wahrnehmungsstörung verklärt werden, würde sich das Eigenlob wohl in Grenzen halten. Dass nicht alles, beziehungsweise so gut wie gar nichts geklappt hat, ist auf der anderen Seite ganz gut. So gibt es keine Mauer zu Mexiko, keine Strafzölle und keine Abstriche bei Obamacare.

Nun also die Steuerreform. Unternehmenssteuern sinken auf 21 Prozent. Unternehmen, die ihr Geld im Ausland  geparkt haben, wird die Einfuhr durch Steuerrabatte versüßt. Auch die US-Bürger sollen entlastet werden. Steuerexperten haben aber vorgerechnet, dass die Entlastungen vor allem den Gutverdienenden und den Wohlhabenden zugutekommen. Unter- und Mittelschicht zahlen mittelfristig drauf, heißt es.

Die US-Politik setzt aber auf den Trickle-down-Effekt.  Sind  das Wirtschaftswachstum robust und Wohlstand der Reichen unangetastet, sollen Konsum und Investitionen der Theorie nach auch  zu den weniger Wohlhabenden durchsickern. Allerdings dauert das offensichtlich seine Zeit. Denn in den vergangenen Jahrzehnten ist wenig geschehen, auch nicht nach den Wohltaten der „Reaganomics“. So gesehen ist Trump nicht der Weihnachtsmann, sondern ein Robin Hood am Gegenteil-Tag, ein Sheriff von Nothingham.

Auf der anderen Seite liegen die Risiken auf der Hand. Wenn die Wirtschaft nicht anspringt wie erhofft, schießen die Kosten für die Steuerreform ins Kraut. In zehn Jahren könne sich das Defizit im US-Haushalt um bis zu 1.500 Milliarden Dollar erhöhen, rechnen Steuerexperten vor.

Damit könnten sich die Probleme eher vergrößern. Das sieht man auch an der Debatte um den drohenden Shutdown der US-Verwaltung. Wenn kein Haushalt unter Dach und Fach gebracht wird, wenn die Schuldenobergrenze nicht angehoben wird, dann droht der Stillstand. Parks und Museen müssen schließen, Lehrer bekommen kein Gehalt. Mal wieder.

Ein Jahr lang haben die Finanzmärkte mehr als nur wohlwollend Trump begleitet. Gut möglich, dass diese Rally bald ihr Verfallsdatum erreicht.

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“Maybe October”, hatte Mario Draghi im vergangenen September versprochen. Der EZB-Chef hat Wort gehalten. Die Zinswende ist ein Stück greifbarer geworden. Die Europäische Zentralbank wird das Volumen ihrer monatlichen Anleihekäufe halbieren. Das heißt natürlich nicht, dass damit das Ruder komplett herumgerissen wird. Auf signifikant höhere Zinsen werden Verbraucher noch lange warten müssen.

 

Seit März 2015 hat die EZB das gemacht, was vorher schon die US-Notenbank Fed, die Bank of Japan, die Bank of England und viele andere gemacht haben. Sie hat im Kampf gegen die Krise Geld gedruckt und davon Anleihen von Unternehmen und Staaten gekauft. Das ist ein massiver und hoch umstrittener Eingriff in den Markt, der aber die Zinsen drückt. Verbraucher und Firmen bekamen den Zugang zu günstigen Krediten. Das bedeutet, sie konnten mehr konsumieren und investieren.

 

Der Plan der EZB ist aufgegangen. In Deutschland brummen die Geschäfte. Auch die krisengeschüttelten Staaten des Euroraums haben sich – zumindest zum Teil – wieder erholt. Die Finanzbranche ist dem Kollaps entkommen. Und ohne Nullzinspolitik und Anleiheaufkaufprogramm der EZB wäre die „Schwarze Null“ im deutschen Haushalt wahrscheinlich gar nicht, zumindest aber nur unter größeren Schmerzen erreicht worden.

 

Also, alles richtig gemacht, EZB? Ja und nein. Zum einen vergessen die Deutschen gern, dass die Europäische Zentralbank keine Politik für deutsche Befindlichkeiten macht. Zum anderen befindet sich eben nicht nur Deutschland auf dem Wachstumspfad. Lediglich einige Banken wackeln, doch sind deren Probleme nicht von Pappe.

 

Insgesamt aber sind höhere Zinsen schon lange drin.  Die EZB zögert noch, eine konsequente Wende zu fahren, weil sie – wie alle Notenbanken – auf Terra incognita manövriert. Auf der anderen Seite müssen wieder ein paar Pfeile in den Köcher. Dementsprechend hält sich die EZB ja auch das Türchen offen, zur Not das Programm weiter zu verlängern und sogar wieder auszuweiten.

 

Aber auch so bleiben die Probleme bestehen. Bis September wird der Anleiheberg der EZB  so oder so auf 2550 Milliarden Euro anwachsen. Diesen nicht mehr weiter aufzubauen oder gar abzutragen, wird Jahre dauern. Über steigende Leitzinsen wird die EZB ohnehin nicht vor 2019 nachdenken.

 

Das ist auch der Grund, warum der Dax neue Rekorde markiert und der Euro fällt. Für Aktien bleibt es die beste aller Welten. Der Euro wird angesichts weiter niedriger Zinsen nicht eben attraktiver. Die jüngste Sitzung der EZB hat gezeigt, dass es Draghi mit seinem Credo “Whatever it takes” immer noch ernst nimmt. Draghi wird alles unternehmen, um das Eurosystem zu bewahren. Der erste Schritt in Richtung Zinswende kann schnell auch wieder zurückgegangen werden. Brexit, Katalonien und viele andere Faktoren machen das denkbar.

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Die Dinos

22.09.2017 16:09 | Stefan Wolff

Es ist ein Versprecher der schöneren Art, den sich VW-Chef Müller vor kurzem im ZDF geleistet hat. Auf die Frage, warum VW erst jetzt – zwei Jahre nach Bekanntwerden der Diesel-Affäre – seine Elektro-Offensive gestartet hat, antwortete Müller, man habe “die zwei Jahre zur Selbstbedienung, äääh Selbstbesinnung” benötigt. Der Interview-Schnipsel ist zum Internet-Hit avanciert. “Freudscher Versprecher” gehört noch zu den wohlmeinendsten Urteilen.

 

So gesehen ist es ganz gut, dass die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) nun endet, auf der sich die Verursacher des Abgas-Skandals als Pioniere der Elektrifizierung feiern lassen und dabei hoffen, es werde schon keiner merken. Die Autobranche – das zeigte sich in Frankfurt deutlich – steckt einem dramatischen Wandel. Befeuert durch die eigenen Abgasbetrügereien drohen die klassischen Hersteller von diesem Wandel ebenso überfahren zu werden, wie die Energieversorger von dem Atom-Aus vor sechs Jahren. Drohende Fahrverbote in den Städten und E-Autoquoten in vielen Ländern erhöhen den Druck.

 

Die Hersteller versuchen den schwierigen Spagat und verkaufen Science Fiction neben den altbekannten PS-Boliden. Umweltschutz bleibt ein Lippenbekenntnis. Eigentlich hatte die Autoindustrie versprochen, seit dem 1. September nur noch Wagen neu auf den Markt zu bringen, die die Abgasnorm Euro 6d erfüllen. Bislang ist aber keine einzige solche Typzulassung beantragt worden. Das geht aus einer Bundestagsanfrage hervor.

 

Viele Hersteller hatten auf die Nabelschau in Frankfurt keine Lust. Modelle von Fiat-Chrysler suchten die Besucher ebenso vergeblich, wie die von Volvo, Mitsubishi, Peugeot-Citroen,  Nissan, Cadillac, Chevrolet, Aston-Martin und Rolls-Royce. Auch Elektro-Pionier Tesla zog es nicht an den Main.

 

Die Gründe für die Absagen waren vielfältig. Volvo und Mitsubishi sehen ihre Kundschaft eher beim Genfer Automobilsalon. Nissan tummelte sich lieber auf der Computermesse Cebit. Und Tesla hat eigenem Bekunden nach mit Branchentreffen nichts am Hut. Man sehe sich nicht als klassischer Autohersteller. Im Gegenzug waren immerhin die Internetriesen Facebook und Google auf der IAA vertreten. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen , dass die Leitmesse IAA ihre Zugkraft verloren hat.

 

An den Aktienmärkten waren Autoaktien zuletzt gefragt. Immer wieder ist davon die Rede, dass auch auf lange Sicht BMW, Daimler und VW nichts geschehen werde, da die Branche “systemrelevant” sei – angelehnt an die Banken während der Finanzkrise. Dennoch wird der Wandel zur Elektromobilität auch an den Finanzmärkten keinen Stein auf dem anderen lassen.

 

Zwar liegt der Anteil der Autos mit alternativen Antrieben an den Neuzulassungen in der EU derzeit noch bei knapp über fünf Prozent, doch wird dieser steigen. Weltweit haben Regierungen das Ende von Dieseln und Benzinern eingeläutet. Oder zumindest den Übergang zu anderen Antrieben beschlossen. Da deutsche Autohersteller weltweit aktiv sind, würde ihnen ein staatlich verordnetes Verbrennungsmotor-Reservat in Deutschland auch nicht weiterhelfen. Wer systemrelevant bleiben will, muss sich anpassen, auch wenn derzeit noch viel gegen das Elektroauto spricht.

 

Das Tückische an Elektroautos ist, dass diese mit weniger Personal zu bauen sind, als die klassischen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Das wird nicht nur die Hersteller selbst vor  große Aufgaben stellen, sondern vor allem auch Zulieferer mit einem hohen Anteil an Motorenkomponenten. Wer hier nicht jetzt den Wandel anstößt, droht zu einem Dino zu werden.

 

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Das Notenbanktreffen in Jackson Hole, einem ansonsten verschnarchten Nest im US-Bundesstaat Wyoming, sorgt regelmäßig für Gesprächsstoff. Oft wird vor dem Treffen an den Märkten mehr Schaum geschlagen, als man hinterher gebrauchen kann. Auch dieses Mal war das so. Und trotzdem hatte das Treffen einiges zu bieten.

 

Wenn sich Notenbanker zur Tagespolitik äußern, dann geschieht das meist auf dezente Art und Weise. So gesehen kann man die Reden von EZB-Chef Mario Draghi und US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen vom Wochenende als klare Kampfansage in Richtung Weißes Haus interpretieren. So kritisierte Draghi die zunehmenden protektionistischen Tendenzen in vielen Ländern. Angesichts neuer Vorstöße in Richtung Mauerbau an der Grenze zu Mexiko ist dies eine klare Kritik an Donald Trump.

 

Der US-Präsident hatte erst vor kurzem damit gedroht, die Regierung lahmzulegen, falls nicht die Mittel für den Bau der Grenzbefestigung zu Mexiko bewilligt würden. Dieser “Government Shutdown” ist eigentlich ein Druckmittel, mit dem die Opposition der Regierung die Daumenschrauben anlegt. Somit zeigt die Drohung, wie zerrüttet das Verhältnis der Republikaner zu ihrem Präsidenten ist.

 

Trump will die Mauer um jeden Preis. Sie wird das Monument eines eingehaltenen Wahlversprechens sein – vermutlich des einzigen gehaltenen Wahlversprechens. Dabei scheint längst widerlegt, dass eine Volkswirtschaft besser gestellt ist, wenn sich ein Land ausschließlich um sich selbst dreht. Europa blickt jedenfalls mit Sorge auf diese Entwicklung, weil die nordamerikanische Freihandelszone Nafta neu verhandelt werden soll.

 

Für Deutschland steht besonders viel auf dem Spiel. Mexiko ist eine Art Drehkreuz für deutsche Exporteure. 1.900 Firmen sind vor Ort aktiv. Das niedrige Lohngefüge dort ist ebenso wichtig, wie die zwölf Handelsabkommen, die Mexiko mit 46 Ländern abgeschlossen hat.

 

Um Protektionismus ginge es Janet Yellen nur am Rande. Sie kritisierte die Steuerpläne Trumps und warnte davor, die Banken zu deregulieren. In Zeiten niedriger Zinsen sei weniger Kontrolle umso gefährlicher, sagt die Notenbankchefin, die nun umso mehr um ihren Job bangen darf.

 

Dabei hat Yellen zurecht darauf hingewiesen, dass die 2010 vorgenommenen Regulierungen weder das Wirtschaftswachstum noch die Versorgung mit Liquidität gebremst hätten. Die große Sorge ist, das entfesselte Finanzmärkte – wie im Jahr 2008 – eine erneute Krise auslösen könnten. Der damalige Bundespräsident Horst Köhler hatte seinerzeit mit der Aussage: “Das Monster ist von der Kette” ein Zitat der Krise geprägt.

 

Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn könnte im kommenden März nach Ablauf der Amtszeit Yellens die Geschäfte in der Fed übernehmen. Sollte das Amt nicht den Mann formen, wie das ja auch bei Trump nicht der Fall gewesen ist, droht eine Geldpolitik nach Gutsherrenart. So langsam entwickelt sich das Weiße Haus zu einer Gefahr für die Märkte.

 

Zum Ende der Krise in den “Nuller” Jahren war es der Kardinalfehler des ehemaligen Fed-Chefs Alan Greenspan gewesen, viel zu spät und dann zu schnell die Zinsen wieder angehoben zu haben. Ähnliches könnte sich nun ereignen, falls unangebracht niedrige Zinsen auf wieder deregulierte Banken treffen sollten.

 

Schade nur, dass weder Yellen noch Draghi sich zu ihrer eigenen Strategie äußerten. Denn darauf hatten die Beobachter am meisten gehofft. Doch weder Janet Yellen noch Mario Draghi griffen die Gelegenheit beim Schopf, ihren zukünftigen geldpolitischen Kurs zu skizzieren. Dabei wollen die Anleger vornehmlich wissen, wie denn nun der Ausstieg der EZB aus der Politik des billigen Geldes gestaltet werden soll.

 

Nun setzen die Märkte auf die kommende EZB-Sitzung am 7. September. Dann soll Mario Draghi erklären, wann das Anleiheaufkaufprogramm zurückgefahren wird. Dabei ist noch gar nicht abgemacht, ob dies in der aktuellen Situation überhaupt der Fall sein wird. Die Kursentwicklungen  bei italienischen Anleihen lassen Probleme erahnen. Die Zweifel, dass Italien von seinem Schuldenberg runterkommen kann, werden lauter.

 

Es kann passieren, dass ausgerechnet Italien den Zinswendeplänen der EZB einen Strich durch die Rechnung macht. Und dass das ausgerechnet den Italiener Draghi ausbremsen könnte, dürfte dann für viel Diskussion sorgen.

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Seit US-Präsident Donald Trump mit “Feuer und Zorn” in Richtung Nordkorea gedroht hat, hat sich die Stimmung an der Börse gedreht. Dem Dax blüht ein Sommertanz um die 12.000er Marke. Sollte es – wie viele fürchten – tatsächlich zu einem Crash kommen, liegt das nicht nur am Nordkorea-Konflikt.

 

“Kaufe, wenn die Kanonen donnern”, ist ein Börsenspruch von gestern. Der Rat, “Kaufe, wenn die Säbel rasseln”, gilt nur für Rüstungsaktien. Der Rekordstand von Lockheed Martin-Papieren ist ein Beispiel dafür. Ansonsten hat die Nordkorea-Krise die Märkte schwer verunsichert. Seit sich der Ton zwischen US-Präsident Donald Trump und Norkoreas Diktator Kim Jong-Un verschärft hat, ist von den Aktienbörsen dieser Welt Berechnungen zufolge Kapital im Wert von einer Billion Dollar abgezogen worden.

 

Den Deutschen Aktienindex (Dax) hat die Krise bereits die Hälfte der Kursgewinne dieses Jahres gekostet. 12.000 Punkte sind wieder ein Thema. Besonders unter Druck gerieten natürlich die Börsen und die Währungen in der Region. Schweizer Franken und zwischenzeitlich Gold fungierten als Ausweichhäfen in der Krise. Auch die US-amerikanische Börse stoppte ihre Rekordfahrt. Dass am zurückliegenden Wochenende nichts geschehen ist, beruhigte die Marktteilnehmer ein wenig.

 

Trotzdem: Nun, da nach Aussage Trumps die Waffen “bereit und geladen” sind, fürchten nicht wenige Beobachter, dass es zu einem veritablen Kursrutsch kommen könnte. In den vergangenen Monaten ist die Nervosität ohnehin gewachsen. Der Aufschwung an den Aktienmärkten hält nun schon – von kleineren Unterbrechungen einmal abgesehen – seit 2009 an. So langsam dämmert es auch dem optimistischsten Marktteilnehmer, dass dieser Zyklus irgendwann einmal enden könnte.

 

Der Auslöser für einen möglichen Abverkauf ist aber nicht nur in der Koreakrise zu suchen. Die Präsidentschaft von US-Präsident Trump liefert auch sonst alle Zutaten dazu, das Ende eines goldenen Börsenjahrzents einzuläuten. Von den vollmundigen Versprechen in Richtung Wirtschaft ist nur heiße Luft geblieben. Hinzu kommen die Ermittlungen gegen den Präsidenten, die ihn schon in seinem ersten Amtsjahr zu einer Art lahmen Ente machen.

 

Die eskalierende Kriegsrethorik ist da nicht mehr als ein Tropfen. Doch das berühmte Fass ist schon gut gefüllt. Angesichts der Unsicherheiten und der Diskussion über eine Zinswende verhalten sich die Aktienmärkte sogar erstaunlich ruhig. US-Notenbankchefin Janet Yellen könnte eine weitere Amtszeit verwehrt bleiben. Donald Trump ist nicht gerade ein Fan von ihr. Auch das kann in der aktuellen Situation zu Unsicherheiten führen.

 

In Europa könnte ein weiterer Krisenherd schlummern. Die große Subprimekrise, die zu einer Bankenkrise und danach in die Euro-Schuldenkrise führte, ist auch zehn Jahre nach ihrem Ausbruch noch nicht ausgestanden. Die Wunden im Finanzsystem sind tief. Sie heilen nur langsam und brechen immer wieder auf. Das hat erst vor kurzem die staatliche Bankenrettung bei Nacht und Nebel gezeigt.

Auch wenn die Märkte erstaunlich gelassen scheinen; das kann die Ruhe vor dem Sturm sein. Oder der Vorbote einer lang anhaltenden Flaute.

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Mayday!

09.06.2017 14:06 | Stefan Wolff

Besser als die Bundesregierung kann man den Misserfolg Theresa Mays nicht auf den Punkt bringen. Man kommentiere das Wahlergebnis „aus Höflichkeit und Respekt“ nicht, hieß es von der stellvertretenden Regierungssprecherin. Was hätte sie auch sagen sollen? Die ehrliche Einschätzung, dass Theresa May es komplett vergeigt hat, passt nicht in die diplomatische Klaviatur.

 

Denn sie hat es vergeigt, unbestritten, hat ohne Not ihre absolute Mehrheit aufs Spiel gesetzt, Kandidaten-Debatten geschwänzt und mit ihren Plänen zur Rentenbesteuerung ihre gesamte Stammwählerschaft gegen sich aufgebracht. Fast hat man den Eindruck, May hat absichtlich gehandelt, um gerade nicht einen harten Brexit durchkämpfen zu müssen. Politischer Selbstmord aus Furcht vor dem tod, sozusagen.

 

Wer den Brexit verhandelt, wird seinen Wählern ein paar unangenehme Wahrheiten beibringen müssen. Im Falle eines Verbleibs im Binnenmarkt wird Großbritannien auch dafür zahlen, ähnlich wie Norwegen oder Schweiz. Das wird vielen Briten nicht schmecken, auch wenn die Finanzmärkte gerade auf eine enge Bindung Großbritanniens an die EU setzen, weshalb die Kurse steigen. Zieht sich das Land auf sein Inseldasein zurück, steht die Wirtschaft isoliert da. “Brexit means Brexit”, hat Theresa May mal gesagt, wenn auch anders gemeint.

 

Bis dato sieht es überhaupt nicht so aus. als hätte die Premierministerin auch nur ansatzweise einen Plan in der Schublade. Die vermeintliche “Eiserne Lady 2.0”, als die ihre Fans sie so gern sehen, ist ein Pudding. Auch die Erklärung nach dem Gespräch mit der Queen war eine Aneinanderreihung von Floskeln.

 

Auch wenn eine Regierungsbildung gelingen sollte, ist Theresa May angezählt. Sie regiert als “Lame Duck”,  als lahme Ente. In der Wirtschaft ist man sich dessen bewusst. Man befürchtet eine Hängepartie in den Brexit-Verhandlungen. Sollten am Ende gar keine Ergebnisse herausspringen, droht der ungeordnete, der chaotische Ausstieg. Nach Ablauf der zwei Jahre würden alle Verbindungen auf einen Schlag gekappt, inklusive aller Zollvergünstigungen und Reisefreiheiten.

 

Die Folgen sind kaum auszudenken. Vor allem dürfte ein solches Szenario britische Jobs kosten. Opel/Vauxhall produziert auf der  Insel. Welche Opelwerke würde die neue Eignerin Peugeot wohl schließen, wenn es zum Schwur käme? Auch für BMW wäre die Produktion des Mini nicht mehr lukrativ, müssten die vom Festland zugelieferten Teile verzollt werden.

 

Ziel des Brexit sei, so May, den Wohlstand der Briten langfristig abzusichern. Oh, really?

 

 

 

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Der G7-Gipfel hat weit mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet werden hätten können. Zumindest bei den Europäern ist die Erkenntnis gewachsen, dass sie vorerst keine transatlantische Hilfe erwarten dürfen. Den schmallippigen Bekenntnissen zu einem freien Welthandel sollte keine große Haltbarkeit beigemessen werden.

 

Die politische Hausse läuft langsam aber sicher aus. Mit Trump kann die Weltwirtschaft keinen Blumentopf gewinnen. “America First” wird weder den Amerikanern noch den Exporteuren nützen, die sich gute Geschäfte erhofft haben. Was nutzt es in Zeiten alternativer Fakten überhaupt, mit Argumenten ein “bad, very bad” zu kontern?

 

Beispiel Automobilindustrie. Da erhalten über 100.000 Menschen in den USA einen Job von deutschen Autofirmen. Die Marktanteile amerikanischer Autohersteller sind in Deutschland höher als die der Deutschen in den USA und trotzdem trumpt ein dumpfer Bass. Damit stehen Strafzölle und Importsteuern wieder im Raum. Deutschland und die EU wären gezwungen, solche Maßnahmen mit Gegenmaßnahmen zu kontern. Es wäre der Beginn einer Abwärtsspirale. Die erste Auslandsreise des US-Präsidenten dürfte noch ein wenig für Gesprächsstoff sorgen. Ansonsten gehen den Märkten gerade die Themen aus.

 

Langsam aber sicher geht die Berichtssaison dem Ende entgegen. Nur noch wenige Nachzügler werden in den kommenden Tagen und Wochen noch Quartalszahlen vorlegen. Die Bilanz fällt positiv aus. Umsatz und Gewinn sind bei den meisten Firmen deutlich stärker gestiegen als in den vergangenen Jahren. Die Ausblicke deuten weiter auf robustes Wachstum. Ob das allerdings ausreicht, um die Aktienrally weiter zu befeuern, ist fraglich. Es droht ein Nachrichten-Vakuum.

 

Zu einem weiteren Sorgenkind entwickelt sich momentan China. Die Ratinagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Chinas herabgestuft und schließt nicht aus, dem Daumen weiter zu senken. Chinas Verschuldung steigt, die Dynamik des Wirtschaftswachstums nimmt ab. Auch andere Schwellenländer schwächeln gerade.

 

Eine weitere Wachstumsbremse droht von der Preisseite: Anziehende Inflationsraten würden den Druck auf die Notenbanken erhöhen, an der Zinsschraube zu drehen. In den vergangenen Jahren haben steigende Preise und Zinsen stets selbst den stärksten Bullen erlegt.

 

Auch wenn Rekordstände bei Dax und Dow weiter fußläufig entfernt bleiben, ob sie erreicht oder gar übertroffen werden, ist angesichts der wachsenden Risiken eher fraglich. Vielleicht können europäische Aktien von dem Trend profitieren, dass sich US-Anleger aus ihrem Heimatmarkt zurückziehen. Noch sieht es nicht so aus.

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Jetzt soll es also Macron richten. Die Erleichterung der Finanzmärkte ist riesig. Eine rechtspopulistische Euro-Gegnerin an der Spitze der zweitgrößten Volkswirtschaft der EU hatte sich niemand ausmalen wollen. Die Börsenwelt (und nicht nur die) wäre nach der Wahl eine völlig andere gewesen.

 

Jetzt also Macron. Der Parteilose muss liefern. Das wird nicht leicht werden. Weder für ihn, da er sich nach den Parlamentswahlen Mitte Juni erst einmal seine Mehrheiten zusammensuchen werden muss. Noch wird es für die Deutschen leicht werden, denn trotz aller Bekenntnisse zu Europa und zum Euro liegen die Positionen Macrons und der Bundesregierung zum Teil weit auseinander.

 

Mehrfach hat der frisch gewählte Präsident (nicht nur) im Wahlkampf die deutschen Exportüberschüsse kritisiert. Außerdem ist er für Eurobonds eingetreten, also für eine gemeinschaftliche Schuldenverwaltung der Euroländer. Das ist ein tiefrotes Tuch für Kanzlerin und Finanzminister. Auch ein gemeinsamer Finanz- oder Wirtschaftsminister ist kaum etwas, wofür sich Berlin erwärmt.

 

Allerdings hat Macron erst einmal sehr viele Baustellen im eigenen Land, bevor er sich Brüssel zuwenden kann. Jedoch wird es Konflikte geben. Frankreich wird als reformfreudiger Staat über kurz oder lang mehr Gewicht in die europäische Waagschale werfen.

 

Grundsätzlich dürfte der Euroraum nach dieser Wahl einen Stabilitäts-Schub bekommen. Es ist sogar die Rede davon, dass die Europäische Zentralbank (EZB) wieder an den Zinsen drehen könnte. Die Inflationsraten stehen dem nicht im Wege. Damit würde die EZB zur US-Notenbank aufschließen können.

 

Frankreichs Notenbankchef François Villeroy de Galhau ist vehementer Gegner von Minuszinsen. Er liegt damit voll auf Bundesbank-Linie. Macrons Wahlsieg könnte auch das französische Gewicht im EZB-Direktorium erhöhen. Villeroy de Galhau gilt als heißer Kandidat auf die Nachfolge von Mario Draghi, dessen Amtszeit im Oktober 2019 endet.

 

Unterm Strich gibt es mehr Gemeinsamkeiten als Dissonanzen. Die guten deutsch-französischen Beziehungen bleiben den Unternehmen und den Menschen erhalten. Immerhin ist die deutsche Wirtschaft der größte Investor in Frankreich. Auch sonst sind die Verknüpfungen eng. 300.000 Jobs gibt es in Frankreich deshalb, weil sich  3.800 deutsche Unternehmen dort angesiedelt haben. In Deutschland arbeiten 340.000 Mitarbeiter für die 3.000 französischen Firmen hier.
Auch  jenseits der Aktienkurse, die in Paris und Frankfurt schon nach dem ersten Wahlgang ordentlich gestiegen sind, ist die Wahl Macrons erst einmal ein positives Signal. Die Börsen haben allerdings sehr viel vorweg genommen. Bis auf 12.800 Punkte ist der Dax gestiegen. Die Luft da oben ist ziemlich dünn. Viele klassische Bewertungsinstrumente weisen die Aktienkurse als “teuer” aus.

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Es ist sicherlich kein Zufall, dass die EU-Kommission ausgerechnet  an dem Tag, an dem Großbritannien sein offizielles Austrittsgesuch stellt, der Börsenfusion zwischen Frankfurt und London die Rote Karte zeigt. Die EU setzt ihr erstes Ausrufezeichen in Richtung Brexiteers. Man wird sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen und keine Extrawürste braten, scheint das “Nein” aus Brüssel zu rufen. Brexit means Brexit. Es gibt keine Vergünstigungen.

 

Die Absage hatte sich abgezeichnet. An der Themse hatte man keine Lust mehr auf die Deutschen. Deshalb ist man auf die Forderungen der Wettbewerbskommission nicht weiter eingegangen, obwohl es “nur” um den Verzicht auf eine Handelsplattform für Anleihen ging. Noch gar nicht diskutiert worden ist da die deutsche Forderung, das fusionierte Unternehmen müsse seinen Sitz in Deutschland haben.

 

Mit dem Brexit-Entscheid muss allen Beteiligten klar gewesen sein, dass gleichzeitig die Fusion gescheitert ist. Ein Unternehmen in zwei verschiedenen Rechtsräumen zu etablieren, zwischen denen die Verhältnisse über Jahre komplett ungeklärt sind, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Hinzu kommt, dass Wertpapierhandel eine hoheitliche Aufgabe ist. Dass die Börse als britisches Unternehmen in der Lage gewesen sein wäre, diesen auf dem Festland zu garantieren, hat sie wohl nicht überzeugend erklären können.

 

Dreimal hat die Deutsche Börse versucht mit London anzubandeln, dreimal ist das Vorhaben krachend gescheitert. Einmal waren es die Londoner Anteilseigner, die sich sperrten, einmal funkte der Hedgefonds TCI dazwischen und ließ sich die Fusionskasse der Frankfurter als “Sonderdividende” ausschütten. Nun also der Brexit, und damit wird ziemlich klar: Es wird wohl keinen vierten Versuch geben.

 

Auch andere Fusionsmöglichkeiten sind in weite Ferne gerückt. Anbandelungsversuche mit der Vierländerbörse Euronext waren ebenso gescheitert wie die Vorhaben, mit der Schweizer Börse Six, der Borsa Italiana oder der NYSE Euronext zusammenzugehen. Der Kauf der Optionsbörse ISE wurde nach ein paar Jahren rückabgewickelt.

 

Menschen mit einer solchen Vita würde man vermutlich Beziehungsunfähigkeit attestieren. Die Deutsche Börse sollte nun dazu übergehen, aus sich selbst heraus zu wachsen. Das Unternehmen steht gut da und wird die gescheiterte Fusion überstehen, ohne größeren Schaden zu nehmen. Sorgen müssen sich Börsenchef Kengeter und sein Oberaufseher machen.

 

Und der Finanzplatz Rhein-Main wird eher profitieren. Zu groß war die Sorge gewesen, Geschäft an die Themse zu verlieren. Nun könnte der Brexit die Attraktivität Frankfurts steigern. Die Konkurrenz ist aber groß. Auch Paris hat eine schöne Börse.

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Der Pyrrhussieg

22.02.2017 14:02 | Stefan Wolff

Der BGH hat entschieden: Bausparkassen dürfen zu treuen Kunden kündigen. Sie müssen damit ihre gemachten Zinsversprechen nicht unbegrenzt einhalten. Die Branche verbucht den Gerichtsentscheid als Sieg. Doch der Schuss geht nach hinten los. Das Geschäftsmodell Bausparvertrag erledigt sich selbst.

 

2,5 Prozent Zinsen? Nichts wie hin, würden heute viele Anleger denken. Aber vor 10, 20 Jahren war das ein Mickerangebot. Wer damals einen solchen Vertrag abschloss, setzte auf niedrige Bauzinsen in der Zukunft und nahm die niedrigen Guthabenzinsen dafür in Kauf.

 

Heute wissen wir, die Welt hat sich weitergedreht, und die Zinslandschaft ist auf den Kopf gestellt. Was damals als toller Bauzins dastand, grenzt heute an Wucher.  Der gänzlich unattraktive Guthabenzins von früher hat jetzt einen unglaublichen Sex-Appeal. Die Entwicklung enthüllt das wahre Wesen des Bausparvertrags. In Gestalt eines buff-konservativen Vermögensaufbaus daher kommend ist er in Wahrheit eine Wette.

 

So lange die Bausparkassen diese Wette gewonnen hatten, war alles in Ordnung. Sie konnten in der Ansparphase lächerliche Guthabenzinsen gewähren und in der Darlehensphase auskömmliche Zinsen verlangen. Mehr noch: Viele Bausparkassen versprachen ihren Kunden sogar Bonuszinsen für den Fall, dass sie kein Darlehen annehmen würden.

 

Die Quittung für jene, die ihre Bausparkasse beim Wort nahmen oder attraktiveren Finanzierungsangeboten den Vorzug gaben, war die Kündigung. Gegen die wurde geklagt. Und gegen-geklagt. Und gegen-gegen-geklagt. Und nun folgt der BGH der Argumentation der Bausparkassen. Der Gerichtshof entscheidet: Bausparverträge sind gar keine echte Geldanlage.

 

Das ist eigentlich ein Schlag ins Gesicht der Kunden und eine Bestätigung eines lange gehegten Vorurteils: Die Finanzwirtschaft privatisiert Gewinne ebenso gern, wie sie Risiken und Verluste sozialisiert. In der Tat ist es so: Wer heute einen Bausparvertrag abschließt, wettet auf steigende Zinsen. Sonst könnte er ebenso gut den Ansparbetrag in einem Fonds anhäufen und das Darlehen zum benötigten Zeitpunkt abschließen.

 

Vieles spricht dafür, dass die Bausparkassen die Wetten der Zukunft gewinnen werden. Zinsen werden auch wieder steigen. Die Frage ist nur, ob ihre Kunden dann noch darauf einsteigen, ob sie sich daran erinnern, dass ihre Vorgänger erst eingeladen worden waren, ihr Geld zu parken, dann wurden sie rausgeschmissen. Wer darüber hinaus dieses Schicksal noch nicht erlitten hat, dürfte versucht sein, den gut verzinsten Vertrag bis an die Schmerzgrenze anzusparen. Ein teurer Sieg für die Bausparkassen.
Im Grunde genommen hat die klagende Bausparkasse ihr eigenes Geschäftsmodell höchstrichterlich erledigen lassen. Sie stehen entweder als unzuverlässige Geschäftspartner oder als schlechte Verlierer da. Beides dürfte nicht gut fürs Geschäft sein.

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