„Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand“, lautet eine Juristenweisheit aus dem alten Rom. Dieser Schwebezustand wird für die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) noch eine Zeitlang anhalten, denn das Bundesverfassungsgericht wird sich wohl Zeit damit lassen, eine Entscheidung zu treffen. Gleich zwei Tage lang haben sich die Karlsruher Richter Argumente von den Beschwerdeführern, von Volkswirten und von der EZB selbst angehört. Und drumherum tobt eine emotional geführte Debatte.

Da entblödet sich IWF-Chefin Lagarde nicht, das Bundesverfassungsgericht zu warnen, es möge die EZB-Rettungspolitik nicht torpedieren. Die hinreichend bekannten Argumente liegen derweil auf dem Tisch. Es geht um die Ankündigung von EZB-Chef Mario Draghi, notfalls Anleihen im unbegrenzten Umfang aufzukaufen, um den Euro zu retten. Dieses als “Outright Monetary Transactions” (OMT) bezeichnete Programm wird von der  Bundesbank abgelehnt. Die Beschwerdeführer argumentieren vor dem Bundesverfassungsgericht, dass die Bürger im Falle eines Falles für ein Programm gerade stehen müssen, dass unter Umständen nicht demokratisch legitimiert ist.

Die EZB sieht sich durch den Erfolg bestätigt. Allein die Ankündigung habe die Märkte unmittelbar und bis heute beruhigt. Außerdem sei die EZB der Preisstabililät verpflichtet, und diese könne in ungewöhnlichen Zeiten auch mit ungewöhnlichen Maßnahmen erreicht werden. Das mag zwar stimmen, ist aber nicht der Punkt. Die Karlsruher Richter hätten sich diese Argumente gar nicht erst anhören müssen.

Denn das Bundesverfassungsgericht kann nur darüber urteilen, ob das OMT-Programm gegen das Grundgesetz (GG) verstößt oder nicht. Im Kern geht es dabei um die Artikel 20, 38 und 88. So könnte OMT gegen Artikel 88 verstoßen. Hier heißt es:

Der Bund errichtet eine Währungs- und Notenbank als Bundesbank. Ihre Aufgaben und Befugnisse können im Rahmen der Europäischen Union der Europäischen Zentralbank übertragen werden, die unabhängig ist und dem vorrangigen Ziel der Sicherung der Preisstabilität verpflichtet.

Gut möglich, dass die Verfassungsrichter davon ausgehen, dass die EZB über dieses Mandat hinausschießt. Oder aber die ungewöhnlichen Maßnahmen sind von der Garantie der Unabhängigkeit abgedeckt.

Möglicherweise sehen die Richter aber auch einen Verstoß gegen das Demokratieprinzip, das in Artikel 20 formuliert wird:

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

Karlsruhe könnte zu dem Schluss kommen, dass bei der Euro-Rettung die Gewalt eben nicht vom Volke ausgeht sondern dass es sich bei OMT um eine nicht legitimierte Aktion handelt, zumal dabei die Verantwortlichkeit der Bundestagsabgeordneten umgangen werden könnte. Die Väter des Grundgesetzes haben in Artikel 38 geschrieben:

(1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Da die Bundestagsabgeordneten über den Haushalt und damit über die Einnahmen und Ausgaben des Bundes entscheiden, könnte OMT gegen das Grundgesetz verstoßen, weil hier von außen über mögliche Mehrausgaben entschieden wird.

Sollte das Handeln der EZB nicht verfassungsgemäß sein, dürfte die Bundesbank OMT nicht mittragen. Das wäre das Ende für den Euro in Deutschland und vermutlich das Ende der Währungsunion, da ja das größte Schwergewicht wegfallen würde. Die Beschwerdeführer hoffen auf ein solches Signal aus Karlsruhe. Doch am Ende ist das Bundesverfassungsgericht der falsche Ort für eine solche Entscheidung.

Die Arbeit der EZB regelt nicht das Grundgesetz sondern der „Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union“ (AEUV). Artikel 123 verbietet der EZB, Kredite an Staaten zu geben. Etwas sperrig formuliert aber eindeutig heißt es:

 (1) Überziehungs- oder andere Kreditfazilitäten bei der Europäischen Zentralbank oder den Zentralbanken der Mitgliedstaaten (im Folgenden als „nationale Zentralbanken“ bezeichnet) für Organe, Einrichtungen oder sonstige Stellen der Union, Zentralregierungen, regionale oder lokale Gebietskörperschaften oder andere öffentlich-rechtliche Körperschaften, sonstige Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentliche Unternehmen der Mitgliedstaaten sind ebenso verboten wie der unmittelbare Erwerb von Schuldtiteln von diesen durch die Europäische Zentralbank oder die nationalen Zentralbanken.

Ob aber der Aufkauf von Staatsanleihen direkt beim Herausgeber schon ein solcher Kredit ist, ist der dickste Streitpunkt. Bisher hat die EZB am Sekundärmarkt gekauft, was ein völlig normaler Vorgang ist. Auch die Bundesbank greift glättend in den Rentenhandel ein (und verdient übrigens ordentliches Geld damit). Doch es ist nicht am Bundesverfassungsgericht, über diese Frage zu entscheiden.

Karlsruhe sollte den Fall an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) weiterleiten. Nur in Luxemburg kann höchstrichterlich entschieden werden, ob die EZB ihr Mandat über Gebühr ausgeweitet hat oder eben nicht.

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An der Börse ist ja bekanntlich alles möglich – auch das Gegenteil. Wie selten zuvor befolgen die Händler dieses Börsen-Bonmot. Und so ist es in der Logik der Börsianer kein bisschen schizophren, die identischen Gründe für Verkäufe zu nennen, die zwei Tage zuvor noch als Anlass genommen wurden, eine Rally zu starten. In den USA deuten  ein paar Daten auf eine ordentliche wirtschaftliche  Erholung. Und schon geht die Angst um, dass die US-Notenbank auf die Bremse treten könnte.

 

Dabei scheint diese Angst völlig unbegründet zu sein. Schließlich hat Ben Bernanke versprochen, die Wirtschaft so lange zu stimulieren, bis die Arbeitslosigkeit in den USA signifikant gesunken ist. Danach sieht es auf absehbare Zeit nicht aus. Zwei Ängste bestimmen derzeit den Markt. Zum einen fürchten die Anleger, dass die Notenbanken ihnen den Saft abdrehen, zum anderen ist die Sorge groß, dass die Wirtschaft mit den Kursen irgendwann nicht mehr mithalten kann.

 

Beide Sorgen haben zwar ihre Berechtigung, doch gibt es auch durchaus gute Gründe dafür, dass sich die Rally fortsetzen könnte, auch abseits des billigen Geldes. Ein Grund dafür liegt im Mangel an Alternativen. Zinsprodukte sind derzeit nicht einmal in der Lage, die Inflationsrate auszugleichen, geschweige denn eine anständige Rendite zu erzielen. Selbst wer ins Risiko geht, bekommt dies nicht entlohnt. Einjährige italienische Anleihen werfen nicht viel mehr als ein Prozent ab.

 

Der zweite Grund liegt in der Bewertung der Aktien. Hausse ist nicht gleich Hausse. Aktien können teuer aussehen und es gar nicht sein. Was ein Dividenenpapier wirklich wert ist kann anhand einiger Kennzahlen ermittelt werden. Ein der wichtigsten ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Das liegt bei den Dax-Werten im Mittel bei zwölf und bedeutet, dass die Unternehmen mit dem zwölffachen Jahresgewinn bewertet werden. In der historischen historischen Betrachtung gilt das als günstig. Kurz vor dem Platzen der Internet-Blase lag das Dax-KGV bei fast 30.

 

Drittens: Der Dax liegt noch gar nicht auf einem neuen Rekord. Das liegt an der besonderen Konstruktion des Dax als “Perfomance-Index”, das heißt: Die Dividenden fließen anders als bei Dow Jones und anderen in die Indexberechnung mit ein. Zieht man die Dividenden ab, dann stand der Dax zum Höhepunkt 2007 bei 5.293 Punkten und heute bei etwa 4.450 Punkten. Es ist also noch Luft nach oben.

 

Die Diskussion um die Bewertung von Aktien wird aber schnell obsolet, wenn die Sorgenfalten tiefer werden. Der steile Anstieg der Kurse in den vergangenen Wochen ist zudem schwindelerregend und verleitet zu Gewinnmitnahmen. Die Nervosität ist hoch. Die Jojo-Börse dürfte und daher noch ein wenig erhalten bleiben.

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Nur ein Placebo

26.04.2013 17:04 | Stefan Wolff

Die Europäische Zentralbank (EZB) gilt als politisch unabhängig. Sie soll sich von Einflüsterungen nicht beeinflussen lassen, und so gilt eine Einmischung von Politikern in das Handeln der Währungshüter als verpönt. Ohnehin beißt die Politik bei Währungshütern stets auf Granit. Das war schon so, als der ehemalige Finanzminister Waigel von der Bundesbank eine Neubewertung der Goldreserven gefordert hatte, oder als Oskar Lafontaine in gleicher Funktion dem damaligen EZB-Chef Wim Duisenberg eine Zinssenkung abtrotzen wollte. Böse Zungen behaupteten damals, er habe so die schon beschlossene Maßnahme verschoben.

 

Nun hat sich also Angela Merkel zu Wort gemeldet und auf dem Deutschen Sparkassentag ziemlich klar deutlich gemacht, dass sie eine weitere Leitzinssenkung der EZB nicht gutheißen würde. Für Deutschland müsste die EZB die Zinsen sogar erhöhen, sagte die Kanzlerin. Ob diese Worte eine Einmischung in die Geldpolitik sind oder eher nur eine Randbemerkung, sei mal dahingestellt. Aber natürlich hat Merkel Recht.

 

Am Leitzins zeigt sich das ganze Leid der Währungsunion. Während in Spanien, Griechenland, Portugal die Wirtschaft am Boden liegt, läuft es anderswo besser, vor allem in Deutschland. Wäre die Bundesbank noch für eine deutsche Geldpolitik zuständig, wären die Leitzinsen locker oberhalb von drei Prozent.

 

Die EZB ist die Notenbank aller Euro-Länder. Bei diametral auseinander laufenden Interessen kann das zuweilen ein schwieriges Unterfangen sein. Eine erneute Zinssenkung würde das falsche Signal setzen. Und ein wirkungsloses noch dazu.

 

Würden die Zinsen tatsächlich von 0,75 Prozent auf 0,5 Prozent abgesenkt werden, würden die Zinsen für Spargeld erneut unter Druck geraten. Der Dispokreditzins bliebe natürlich im deutlich zweistelligen Bereich. Für Versicherer wäre es noch schwerer, ihre Garantieversprechen zu erfüllen, kurzum: Weiter sinkende Zinsen wären schädlich für Sparer und große Teile der Finanzwirtschaft. Die ohnehin schon grassierende finanzielle Repression würde verschärft werden.

 

Würden die Zinsen tatsächlich von 0.75 Prozent auf 0,5 Prozent abgesenkt werden, würde die Kreditvergabe an Unternehmen nicht angekurbelt werden. Investitionen könnte die Maßnahme nicht anstossen. Das ganze wäre eine Placebo-Maßnahme, mit der an den Börsen Gewinnmitnahmen gerechtfertigt würden (“Sell on good news”). Mehr nicht.

Es gibt aktuell sehr viel mehr Argumente gegen eine Zinssenkung als dafür. Die EZB-Direktoren, die sich am kommenden Donnerstag in Bratislava treffen, wissen das. Ob sie auch so handeln?

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Einen solchen Absturz hatte es lange nicht gegeben. Gut 30 Jahre ist das her, dass der Goldpreis das letzte Mal so stark verloren hat. Seit Monaten steht Gold unter Druck. Allein seit Beginn des Jahres ist der Preis je Unze um elf Prozent gefallen.

Wir haben an dieser Stelle schon viele Diskussionen darüber geführt, ob der Goldpreis eine Spekulationsblase ausgebildet hat oder nicht. Ich war vielleicht etwas zu früh der Meinung, dass dem so ist. Immerhin aber stand der Preis je Feinunze Gold im November 2011 bei 1.400 US-Dollar. Heute ist er nach dem heftigen Absturz der vergangenen Tage wieder dort angekommen.

Gold verdampft bei 2.856 Grad Celsius. Die Blase platzt bei 1.564 Dollar. Da stand er vergangenen Freitag. Die alten Argumente greifen noch. Die Inflationsängste der Anleger haben sich nicht erfüllt. Im Gegenteil ist die offizielle Teuerungsrate in den vergangenen Monaten kontinuierlich zurückgegangen. Außerdem spekulieren die Marktteilnehmer inzwischen darauf, dass notleidende Staaten wie Zypern oder Italien dazu übergehen könnten, ihre Goldreserven zu versilbern.

Gegen einen Totalabsturz sprechen natürlich die anderen Blasen drumherum. Da sind die aufgeblähten Bilanzen der Notenbanken, die ins Kraut schießenden Kurse deutscher Anleihen. Auch an den Aktienmärkten blubbern Blasen. Vor allem pumpt die Bank of Japan gerade den Nikkei auf. Erstaunlich, dass gerade in dieser Situation der Goldpreis einbricht.

Es wird wahrscheinlich einige Zeit dauern, bis wieder über einen Angriff des Goldes auf die 2.000-Dollar-Marke nachgedacht wird. Es müssen ja nicht wieder 30 Jahre Baisse sein, wie in den 80er Jahren. Damals war von negativen Realzinsen keine Rede. Doch die Goldbullen haben sich ihre Hörner erst einmal abgestoßen.

Gold war einfach zu teuer geworden. Das Rekordhoch von 1.920,30 Dollar hatte nur die Angst als Rechtfertigung. Als Beimischung in einem gut sortierten Portfolio hat das Edelmetall trotzdem durchaus seine Berechtigung. Wenn aber die Trommeln am lautesten für eine Anlageklasse rühren, ist es meistens zu spät.

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Es geht um die Jobs

11.04.2013 17:04 | Stefan Wolff

Die kürzlich verstorbene ehemalige Ministerpräsidentin Großbritanniens, Margaret Thatcher, hat in ihrer ersten Legislaturperiode die Arbeitslosenquote in Großbritannien auf 12,5 Prozent hochgejazzt. Vor allem in der Montanindustrie verloren viele Menschen ihre Jobs. Soziale Unruhen waren die Folge. Der Spalt durch die Gesellschaft wurde bis heute nicht gekittet.

In Portugal liegt die Arbeitslosenquote bei 16 Prozent, in Spanien ist jeder Vierte ohne Arbeit, in Griechenland ist die Quote gerade auf den traurigen Rekord von 27 Prozent gestiegen. Gerade unter den Jugendlichen machen sich Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit breit. Wenn teilweise jeder Zweite ohne Ausbildungs- oder Arbeitsplatz dasteht, stellt sich der Frust ganz von allein ein.

Nicht die Währung “Euro” steckt in der Krise sondern die Wirtschaft in einigen Regionen es Euroraums. Die Frage ist eben nur, ob der Euro dieser Belastung standhält oder ob die Währungsgemeinschaft im Angesicht einer auseinander driftenden Gesellschaft ebenfalls auseinander bröselt. So gesehen hat George Soros Recht, wenn er Deutschland auffordert, entweder den Euro zu verlassen oder aber Eurobonds zuzustimmen. Ein bisschen schwanger gibt es nicht. Es gibt auch nur ganz wenige, die gleichzeitig für und gegen Atomkraft sind.

Dass die Währungunion nur funktionieren kann, wenn sie früher oder später durch eine Fiskalunion gestützt wird, ist eine unangenehme Wahrheit, die zu Wahlkampfzeiten nicht gern verbreitet wird. Denn ein einiges Europa bedeutet die Aufgabe souveräner Rechte bei allen. Denn ein einiges Europa ist kein Nord-Gegen-Süd-Europa und schon gar kein deutsches Europa.

 Es ist schon interessant, dass ausgerechnet George Soros die Eurobonds ins Spiel bringt. Der Mann hat weiland das britische Pfund aus dem europäischen Währungssystem rausspekuliert und mit Spekulationen gegen den thailändischen Baht die Asienkrise mit ausgelöst. Seit geraumer Zeit tritt er als Elder Statesman auf und macht mit Kritik an Finanzakteuren und Politikern auf sich aufmerksam.

Fakt ist, dass die Option Eurobonds nicht einmal diskutiert wurde, weil allein das Wort Beißreflexe bei der deutschen Regierung auslöst. Dabei würde eine Vereinheitlichung der Schulden bis zur Maastricht-Grenze (60 Prozent des BIP) und nationale Anleihen für alle Schulden darüber hinaus den Deutschen ihre niedrigen Zinsen erhalten und den angeschlagenen Staaten ihre Refinanzierung erleichtern.

Dagegen sind die bisher beschlossenen Rettungsmaßnahmen nur Stückwerk, eine Kakophonie aus Bankenrettung hier, Schuldenerlass da und drohendem Zugriff auf Sparguthaben dort. Der vielstimmige Singsang macht es den Kritikern leicht, gegen den Euro Front zu machen.

Die Stimmung ist jetzt schon aufgeheizt. Es reicht schon eine harmlose Umfrage, die in Deutschland eine Mehrheit für den Euro ausmacht, um einen veritablen Shitstorm auszulösen. Auf einer Seite, die von – sagen wir mal Euro-Skeptikern – betrieben wird, erschien sofort eine Gegenumfrage. In dem Umfeld sagt das Ergebnis allerdings nur, dass 95 Prozent aller Euro-Gegner gegen den Euro sind. Ähnlich deutliche Aussagen ergaben auch schon Umfragen unter Mitgliedern der Metzger-Innnung zum Vegetarismus. Achja: 98 Prozent aller Füchse sind übrigens gegen Zäune um Hühnerställe.

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Zyprisches Roulette

22.03.2013 16:03 | Stefan Wolff
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Was für eine Woche für Zypern! Erst beschließen die Euro-Retter den Zugriff auf Sparkonten, dann setzt die EZB ein Ultimatum. Selbst der Euro-Austritt des Inselstaats steht als Option im Raum. Hans-Jörg Naumer, Kapitalmarktstratege bei Allianz Global Investors glaubt nicht an den Zusammenbruch, wohl aber, dass aus der verschärften Krise heraus die Glaubwürdigkeit eine Renaissance feiern könnte.

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Schwerer als gedacht

15.03.2013 17:03 | Stefan Wolff

Den Deutschen Aktienindex (Dax) nachhaltig über 8.000 Punkte hieven zu wollen, ist kein Spaziergang. Offensichtlich kollidieren die Optimisten, die sich zahlreich zu Wort melden, mit denen, die dem Frieden nicht trauen. Denn hinter der 8.000-Punkte-Marke steht die angst vor dem Absturz.

Dreimal hat der Dax die Marke geknackt, dreimal folgte der Kursabsturz ins Bodenlose. Anleger mit einem Zeithorizont unter 15 Jahren müssen glauben, dass der Leitindex immer zwischen 3.000 Punkten und 8.000 Punkten pendelt. Darüber jedenfalls ist unbekanntes Land, charttechnisch, fundamental und von der Zahl her sowieso.

Gern vergleichen Beobachter die aktuelle Situation mit der Zeit, als die Hightechblase platzte. Dabei fällt ein Unterschied aber sofort auf. Nicht nur die Leitzinsen waren damals deutlich höher sondern vor allem die Sorglosigkeit der Anleger. Keiner hat damals an den Absturz geglaubt. Wer vor Gefahren warnte, wurde als Spinner abgetan. Heute sind (fast) alle besorgt und vorsichtig. Sie rechnen mit allem – sogar mit unbekannten Gefahren.

Grundsätzlich schlagen zwei Seelen in des Börsianers Brust. Zum einen sprechen die Daten klar für einen weiteren Anstieg der Aktienkurse. Die Unternehmensgewinne sprudeln, die Unternehmen gelten als günstig bewertet. Die Zinslage macht fest verzinste Produkte unattraktiv, der Goldhype macht ‘ne Pause und Immobilien sind an vielen interessanten Orten einfach zu teuer geworden.

Fast alles spricht also für Aktien als Sachwert, die dazu noch eine Dividendenrendite von 3,5 Prozent als doppelten Boden eingebaut haben.

Wären da nicht die Probleme. Die Schuldenkrise ungelöst, US-Fiskalklippe nicht umschifft, Chinas Wirtschaft keine sichere Bank mehr – das sind Sorgen, die neue Höchststände an den Aktienmärkten kaum rechtfertigen. Das Positive ist aber, dass alle wissen, in welcher Situation sie sich befinden. Die Aktienkurse werden mit billigem Zentralbankgeld aufgepumpt. Das ist trotz der guten Rahmendaten eine spekulative Blase, aber eine bekannte spekulative Blase.

Die Chancen stehen ziemlich gut, dass die Anleger die Welle weiter reiten. Aber es wird nicht so leicht, wie es vor ein paar Tagen noch schien. Und irgendwann läuft die Welle im Sand aus.

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Anleger, was tun?

11.03.2013 17:03 | Markus Gürne
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Der Dow Jones mit Allzeithoch, der Dax knackt die 8.000er-Marke – in der vergangenen Woche hatten die Börsen für Anleger gute Nachrichten bereit. Das billige Geld der Notenbanken und die damit einhergehende Flutung der Finanzmärkte wirkt – aber wie lange und wie nachhaltig? Worauf Anleger achten sollten, ob uns der nächste Rekord bevorsteht oder doch eher ein Knick – darüber sprach Markus Gürne mit Christian Kremer von x-trade Brokers auf dem Börsenparkett exklusiv für boerse.ARD.de.

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Deckel drauf?

04.03.2013 17:03 | Stefan Wolff

In vielen Berichten klingt es so, als hätten die ansonsten als konservativ geltenden Eidgenossen eine Revolution angezettelt. Fast 68 Prozent der Schweizer haben für eine “Volksinitiative gegen die Abzockerei” gestimmt. Damit ist der Weg frei für mehr Aktionärsrechte. Exzesse bei Gehältern und Boni werden wohl kaum gestoppt werden.

Bislang bestimmen die Aufsichtsräte (in der Schweiz: Verwaltungsräte) die Höhe der Saläre ihrer Führungskräfte. Waren die Aktionäre nicht einverstanden, konnten sie den Gremien auf der Hauptversammlung díe Entlastung verweigern. Dass dies so selten der Fall ist, liegt auch an der Aktionärsstruktur. Viele Unternehmen werden von Großaktionären dominiert. Angesichts der doch meist recht niedrigen Teilnehmerquote können so auch der breiteren Öffentlichkeit eher unverständliche Maßnahmen durchgedrückt werden.

Dennoch ist der Jubel über die “Anti-Abzock-Kampagne” groß, was vor allem auf eines hindeutet: In breiten Teilen (nicht nur der Schweizer) Bevölkerung ist das Maß voll. Wenn die Großbank UBS für das Jahr 2012 einen Verlust in Höhe von 2,5 Milliarden Franken ausweist und gleichzeitig 2,5 Milliarden Franken an Boni ausschüttet, dann ist das nur schwer nachvollziehbar. Wenn ein Bankmanager sein Haus vor die Wand fährt, dem Steuerzahler einen dreistelligen Milliardenbetrag aufbürdet und gleichzeitig auf eine großzügige Abfindung klagt, dann werden das nicht wenige Beobachter als dreist empfinden. Auch ein 80-Millionen-Euro-Bonus für einen versierten Zocker klingt ambitioniert.

Antrittsprämien und Erfolgsbeteiligungen in Millionenhöhe und selbst im Falle des Vollversagens goldene Fallschirme und Händedrücke haben für jede Menge Unverständnis gesorgt´. Wirtschaftsunternehmen scheinen von immer mehr ihrer leitenden Mitarbeiter als Selbstbedienungsladen begriffen zu werden. Aber jeder gezahlte Bonus muss eben auch Einen haben, der ihn zahlt (und das zumeist freiwillig).

Politiker können da wenig machen. Wenn sie es ernst meinten mit Lohnobergrenzen, dann müssten sie die Steuerschrauben anlegen und Gehälter und Boni von einer bestimmten Höhe an mit einem Satz von 100 Prozent besteuern. Und das ist es nicht, was die Schweizer beschlossen haben.

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Ist die Euro-Krise zurück?

28.02.2013 08:02 | bseidl
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Zumindest ist die Angst an den Börsen groß, dass sich Italien jetzt nach der Wahl wirtschaftlich ins Abseits drängt – und den Euroraum mit in die Tiefe zieht. Wegen der unklaren politischen Machtverhältnissen ist das Land in den nächsten Wochen wenn nicht Monaten unregierbar. Und das Risiko besteht durchaus, dass Italien vom betretenen Reformweg abzweigt. Wie sollten Anleger jetzt reagieren? Darüber sprach Bettina Seidl mit Andreas Feiden, Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Fidelity. Er empfiehlt Aktien – auch als Schutz vor der Inflation, die in den nächsten Jahren über fünf Prozent steigen dürfte. Von Immobilien und Gold dagegen rät er ab.

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Ein mittelständisches Unternehmen aus Baden-Württemberg, so alt wie die Bundesrepublik und seither in Familienhand. Der “Gestaltung des öffentlichen Raumes im Einklang mit Mensch, Landschaft und Architektur” hat sich die Firma Hess verschrieben. Seriöser geht eigentlich nicht mehr. In der Börsenlandschaft hinterlässt die Firma ein dunkles Loch und in so manchem Depot einen tiefen Krater.

Nur vier Monate liegen zwischen dem Börsengang des Leuchtenherstellers und dem Gang zum Insolvenzrichter. So eilig hatte es wahrscheinlich noch kein Unternehmen, nicht einmal am Neuen Markt. 36 Millionen Euro hat das Unternehmen bei seinem Börsengang eingespielt und offenbar im Rekordtempo verbrannt. Der Aktienkurs sackte von fast 16 Euro auf unter einen Euro durch.

Bleibt die Frage nach der Schuld. Seit 2011 soll der ehemalige Vorstand und Großaktionär Christoph Hess die Bilanzen frisiert und geschönt haben, was dieser bestreitet. Konnte oder wollte die führende Konsortialbank, die LBBW, die tickende Zeitbombe nicht erkennen? Es wird wohl Klagen hageln, nicht nur gegen das Unternehmen.

Wenigstens kann dieses Mal die Medienschelte ausbleiben. Der Börsengang der Hess AG ist von der Wirtschaftspresse kritisch begleitet worden. Schon früh haben Kollegen (auch und vor allem bei boerse.ARD.de) auf Risiken und Ungereimtheiten bei diesem Börsengang hingewiesen. Börsenberichterstattung ist eben auch Verbraucher- und Anlegerschutz.

Generell aber dürften es Börsenaspiranten wieder schwerer haben, Anleger von sich und ihrer Wachstumsgeschichte zu überzeugen. Hess hat Vertrauen verspielt, das nun andere wieder aufbauen müssen. Im Gegensatz zu den Zeiten am Neuen Markt ist Hess aber auch ein Einzelfall. Eine Serie von Bilanzfälschungen und falscher Versprechen ist nicht in Sicht.

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Die großen Gefahren

05.02.2013 14:02 | Stefan Wolff

“Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Bankberater oder Finanzmakler.” Noch ist ein solcher Spruch nicht zu hören, wenn Werbung für Banken oder Finanzprodukte über den Äther flimmert. Noch immerhin sind Anbieter von Wertpapier-Geldanlagen verpflichtet, in einem Beipackzettel über Verlustrisiken und Kosten zu informieren. Geld zu vermehren ist eben kein 100 Prozent sicheres Geschäft. Doch gehen von Wertpapieren echte Gefahren aus?

Eine Initiative rund um den Europaabgeordneten Sven Giegold ist dieser Meinung. Sie sucht Europas gefährlichstes Finanzprodukt. Bis zum 15. Februar können hier entsprechende Vorschläge unterbreitet werden. Dabei liegt der Grad der Gefahr natürlich im Auge des Betrachters. Es gibt Menschen, die ohne mit der Wimper zu zucken an Wolkenkratzerfassaden hochklettern. Anderen wird schwindelig, wenn sie vom Bordstein auf die Straße herabblicken. Bei der Geldanlage ist das nicht anders. Da gibt es Menschen, die die Schwankungen des Deutschen Aktienindex (Dax) nicht aushalten. Andere können noch mit einem 200-fach gehebelten Call auf indonesisches Palmöl unterm Kopfkissen ruhig schlafen.

Und so fallen auch die Vorschläge ganz unterschiedlich aus. Allerdings schafften es das Sparbuch und das Girokonto nicht in die engere Auswahl. Die Einreicher hatten die Gefahr mit den Zinsen begründet, die deutlich unter der Inflationsrate liegen. Mit Vorschlägen wie “Asset Backed Securtities (ABS) oder “Credit Default Swaps” (CDS) liegen die Ideengeber dann schon eher auf der Linie der Initiatoren. Und sie sind nicht allein.

Großinvestor Warren Buffett hat Derivate mal als “finanzielle Massenvernichtungswaffen” bezeichnet. Unstreitig ist, dass die Schieflage bei verbrieften Immobilienkrediten die Finanzkrise ausgelöst hat. Das US-Justizministerium erwägt eine Klage gegen die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P), weil S&P eben jene ABS fehlerhaft bewertet haben soll, die nun als toxische Buchstabennudelsuppe in so mancher Bad Bank vor sich hingammeln. Kreditausfallversicherungen (CDS) gelten als Verstärker der Krise, weil Spekulanten sich gegen Risiken versichern konnten, die sie gar nicht eingegangen sind.

Offene Immobilienfonds, die in der Vergangenheit nur allzu gern geschlossen wurden, von Anfang an Geschlossene Fonds, Blutdiamanten und Produkte mit Wucherzinsen runden das Bild ab.

Wer wohl das Rennen machen wird? Ich denke, bei den “Gefahren” müssen ganz klare Unterschiede gemacht werden. Da sind zum einen jene Anlagevehikel, die eine Kernschmelze des Finanzsystems auslösen können (wozu undurchsichtige Derivate gehören). Für einfache Anleger wird es immer dann gefährlich, wenn sie riskante Investitionen als “sicher” verkauft bekommen (Lehman-Zertifikate). Und dann gibt es noch Produkte, die grenzwertig, moralisch verwerflich oder einfach nur widerlich sind. Über Lebensmittelspekulationen lässt sich dabei noch streiten. Wetten auf das Ableben anderer Menschen und wie auch immer geartete Geschäfte mit Herstellern von Streubomben lassen dagegen keinen Ermessensspielraum zu.

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Der indische Elefant ist erwacht und der Subkontinent sitzt bei den G 20 nicht mehr am Katzentisch, sondern mit breiter Brust mit an der Tafel. Das Land will sich weiter für Investoren öffnen und setzt dabei vor allem auf Firmen und Produkte aus Deutschland. Indien befindet sich im Wandel. Einerseits will das Land eine größere Rolle unter anderem bei der UN spielen, andererseits hat Indien mit der gesellschaftlichen Debatte zu kämpfen, die nach der brutalen Vergewaltigung an einer jungen Studentin jeden Tag stattfindet. Markus Gürne hat den indischen Finanzminister Palaniappan Chidambaram getroffen und mit ihm gesprochen.
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Dünne Umsätze trotz sprudelnder Unternehmensgewinne. An der Börse ist die Luft raus, was allerdings kein Wunder ist. Seit vergangenem Juni kennen die Kurse quasi nur eine Richtung. Es geht bergan mit dem deutschen Aktienindex (Dax) und das nicht zu knapp. Von einem Punktestand unter 6.000 schafften es die Anleger, den Dax auf über 7.800 Punkte zu pushen. Der gestiegene Ifo-Index setzte zuletzt den entscheidenden Impuls.  Generell allerdings ist die Partylaune fast völlig verflogen. Weltweit deutet sich eine Korrektur der Aktienrally an.

Vor allem das flaue Geschäft an den Börsen deutet darauf hin. Ein niedriges Handelsvolumen stellt Kursgewinne auf wackelige Beine. Wer Aktien kaufen wollte, hat das bereits erledigt. Der Rest wartet auf günstigere Einstandspreise. Die Frage ist im Moment nur, wer zuerst die Nerven verliert. Greifen die Aktienlosen zu, weil sie die Hoffnung auf sinkende Kurse verlässt oder verkaufen die Aktienbesitzer, weil sich der Dax nicht mehr aus der Deckung wagt?

Am vergangenen Freitag haben die Aktienlosen noch einmal kräftig zugegriffen. Vieles spricht derzeit trotzdem für die zweite Variante. Je länger die Kurse in Seitwärtsschritten vor sich hin trippeln, desto größer wird die Versuchung, einen Teil der gemachten Gewinne abzuschöpfen. Diese Entwicklung zeigt sich deutlich in der laufenden Bilanzsaison. Anleger reagieren viel heftiger auf positive Überraschungen als auf negative. Wenn ein Unternehmen mit seinen Zahlen enttäuscht, fallen die Kursverluste heftig aus, zum Beispiel bei Apple. Bei Bilanzen, die im Rahmen der Erwartungen oder besser ausfallen, gibt es höchstens kleine Kursgewinne, manchmal sogar Abschläge, wie bei Nokia.

Dieser Mechanismus wirkt übrigens nicht nur beim Dax, sondern auch an der Wall Street. Der Leitindex Dow Jones hat kürzlich den höchsten Stand seit fünf Jahren erklommen. Der sehr viel breiter aufgestellte  S&P 500-Index steht sogar kurz davor, ein neues Allzeithoch zu markieren. Die Nachrichtenlage ist extrem gut. Der bisherige Verlauf der Bilanzsaison deutet darauf hin, dass die Jahresgewinne der im S&P 500 vertretenen Unternehmen über die Marke von einer Billion Dollar steigen könnten. Das wäre ein Zugewinn um 30 Prozent gegenüber den Schätzungen für 2012.

Bei aller Begeisterung dürften viele der guten Nachrichten in die Kurse eingearbeitet sein. Das fördert die Lust auf Verkäufe. Im Grunde genommen wäre eine deutliche Konsolidierung auch gar nicht schlecht. Es würde wieder ein bisschen Bewegung in den Börsenalltag kommen. Viele Anleger würden tiefere Kurse als Einstiegssignal begreifen.

Schließlich ändert sich am grundsätzlichen Bild wenig bis gar nicht. Die niedrigen Marktzinsen machen Aktien zu einem der bevorzugten  Anlagevehikel. Das wird in diesem Jahr so bleiben. Auch wenn der Kurssprung von 2012 wohl nicht in dieser Form wiederholt werden kann, dürften ein paar solide Gewinne auch für deutsche Dividendenpapiere drin sein.

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Jahrelang haben angelsächsische Marktteilnehmer mit dem Finger auf den Euroraum und seine Schuldenprobleme gezeigt. Das hat in den vergangenen Jahren (vor dem Aktienboomjahr 2012) die Finanzmärkte ganz schön verunsichert. Mit dem Jahreswechsel hat sich auch das Blatt gewendet. Mehr und mehr rücken die USA in den Blickpunkt. Aber wer wird denn deshalb gleich  mit dem Finger darauf zeigen?

Die Staatsausgaben der USA recken sich nach der Schuldendecke. Bis die Obergrenze angehoben wird, dürfte es wieder ein wildes Hauen und Stechen zwischen Republikanern und Demokraten geben. Die Ratingagenturen Moody’s und Fitch drohen deshalb mit Notenabzug. Nach S&P könnten auch die beiden verbliebenen der großen Drei das Bestrating “AAA” streichen.

Doch auch ohne diese Drohgebärde steht es nicht so gut um die weltgrößte Volkswirtschaft. Wichtige Konjunkturbarometer trüben sich wieder ein, Anleger reagieren. So hat  Goldman Sachs den Euro gegenüber dem Dollar favorisiert und somit zum Kauf empfohlen. Für die Gemeinschaftswährung hat das bereits Wirkung gezeitigt. Der Euro ist deutlich gestiegen.

Für Aktienanleger könnte Europa die Überraschungsregion des Jahres werden. Die Refinanzierungsbedingungen für Italien und Spanien haben sich zuletzt signifikant verbessert. Im Gegensatz zu den USA machen diese Länder bei allen Rückschlägen ihre Hausaufgaben. Das honorieren die Anleger.

Die Schuldenstände in den USA, Japan und Europa werden beherrschendes Thema in diesem Jahr werden. Die Reaktion auf die hintergründige Absage der EZB an eine weitere Zinssenkung hat gezeigt, wie abhängig die Finanzmärkte vom billigen Geld sind. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat hier alle Verhaltensweisen eines Suchtkranken offenbart.

Steigende Zinsen wird es aber auf absehbare Zeit nicht geben. Von daher werden wir uns nicht nur an dieser Stelle in diesem Jahr mit Dividendenrenditen beschäftigen und das eine oder andere Mal Unternehmensanleihen als mögliche Alternative zu Staatspapieren diskutieren. Auch die Emerging Markets werden nicht vom Radarschirm verschwinden. Aber der Hot Spot wird Europa sein.

Nachdem Deutschland seinen Aktienboom im vergangenen Jahr erlebt hat, werden viele Strategen nach Nachholbedarf bei unseren Nachbarn forschen. Das einzige Problem an der Sache ist die große Abhängigkeit der europäischen Märkte von der Wall Street. Sollte es New York schlecht ergehen, wie können sich die Europäer abkoppeln?

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