Tagelang hatten Anleger auf einen Verbleib der Briten in der Europäischen Union spekuliert. Die Kursreaktion am Tage nach der Brexit-Reaktion zeigt deutlich, dass Wetten auch verloren gehen können. Großbritannien hat entschieden. Das Land wird die EU verlassen. Die “splendid isolation” ist nah.

Es wird eine schmutzige Scheidung. Zwei Jahre sind nun Zeit, um die Bedingungen für die Trennung auszuhandeln. Es drohen Zölle, Einfuhrbeschränkungen und andere Handelshemmnisse. Vermutlich wird ziemlich viel Geld von der Insel abfließen. Deutsche Bank-Chef John Cryan hat im Vorfeld der Abstimmung gesagt, im Falle eines Brexit würden viele Kunden keinen Sinn darin sehen, in der Londoner City Euro-Anleihen zu handeln.

Börsen-Fusion überhaupt noch sinnvoll?

Als führender Devisenhändler der Welt dürfte der Einfluss der Deutschen Bank nicht zu unterschätzen sein. Auch andere Finanzinsititute dürften ihre Zelte in London zumindest verkleinern. Die deutsche Börse sollte ihre Fusionspläne mit London noch einmal überdenken. Frankfurt kann auch aus eigener Kraft zum führenden Finanzplatz in Europa heranwachsen. Die nun eingetretenen Rechtsunsicherheiten dürften einen Zusammenschluss erschweren und den Erfolg weniger planbar machen.

Die heftigen Kursverluste sind natürlich nicht nur das Resultat einer verloren gegangenen Wette. Das Wirtschaftsklima in Europa wird sich eintrüben. Unternehmen, die in Großbritannien gute Geschäfte machen, gehören zu den stärksten Verlierern an der Börse, wie eben die Deutsche Bank, die ein Fünftel ihrer Unternehmensgewinne in der City erwirtschaftet. Oder eben die Versorger, die in Großbritannien aktiv sind. und natürlich die Autohersteller. Nicht nur, dass diese wegen der großen Verunsicherung der Verbraucher damit rechnen müssen, weniger Neuwagen mit Rechtslenkung abzusetzen.

Der Bremser geht von Bord

Und politisch? Ein “Weiterso” kann es nicht geben. Der Austritt eines so großen Landes aus der EU ist ein historischer Einschnitt. Und im Falle Großbritanniens eine historische Chance. Der Bremser geht von Bord. Das bedeutet auch, dass der Zug mehr Fahrt aufnehmen kann. Die Briten waren personifizierte Extrawurst. Die Antwort auf den Austritt kann nur heißen: Mehr Europa. Die Zeit dafür ist reif.

Für die Politik wird das eine Mammutaufgabe sein. Den Populisten, die in Großbritannien einen Phyrrussieg errungen haben, darf der Raum nicht gelassen werden, den sie sich in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und anderswo erobert haben. An die Spitze müssen sich wieder begeisterte Europäer setzen, nicht irgendwelche Ärmelschoner, die nur Verwaltungsakte tätigen und über Gurkenlängen diskutieren.

Gemeinsame Verteidigungspolitik, gemeinsame Wirtschaftspolitik, gemeinsame Flüchtlingspolitik sind möglich. Als Belohnung winkt ein gemeinsamer Markt, der zukunftsfähig ist.

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Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat die Frage, ob die Europäische Zentralbank (EZB) durch Anleihekäufe klammen Euro-Staaten helfen darf, mit einem klaren “Ja, aber” beantwortet. Das Urteil ist für alle Beteiligten gesichtswahrend und gibt der EZB längst nicht unbegrenzt freie Hand.

 

Im Jahr 2014 hatte das BVerfG entschieden, nicht für die Geldpolitik der EZB zuständig zu sein und den Fall an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) verwiesen. Dabei hatten die Karlsruher Richter deutlich gemacht, dass sie mit bei den umstrittenen Outright Monetary Transactions (OMT), unbegrenzten Anleihekäufen durch die Währungshüter, durchaus Bauchschmerzen haben. Den Vorgang habe ich in diesem Blog unter anderem hier und hier kommentiert. Schon damals war klar: Europa hat in Karlsruhe nichts zu suchen.

 

Die deutschen Verfassungsrichter sind bei ihrer Linie geblieben. Sie teilen die Auffassung des EuGH, dass OMT rechtens sein können, ohne ihre Bedenken ganz aufzugeben. Die EZB würde mit ihrem Programm, das der Draghi’schen Logik des “Whatever it takes” folgt, nicht willkürlich in Wirtschaft und Politik eingreifen. Dass die Geldpolitik aber Einflüsse und Wirkungen erzielt, ist ebenso logisch wie hinzunehmen.

 

Gleichzeitig ist das Urteil des BVerfG ein Aufruf, weiter wachsam zu sein, damit es eben nicht zu einer unzulässigen direkten Staatsfinanzierung durch die EZB kommt. Diese Aufgabe kommt klar der Bundesbank zu. Auch Bundesregierung und Bundestag müssen genau hinschauen, sollte OMT je zur Anwendung kommen.

 

Das Urteil spaltet. Während die einen von einem vernünftigen Kompromiss sprechen, sehen andere schon die EZB mit einem Freibrief ausgestattet, die Demokratie in Europa zu beerdigen. Man kann zu OMT stehen wie man möchte, doch das Urteil ist alles andere als ein Freibrief. Sollte es zu gravierenden Verstößen kommen, werden diese angezeigt werden können.

 

Für das von der EZB bereits durchgeführte Anleiheaufkaufprogramm hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichts keinerlei Relevanz. Es ist ja bereits eine Art “OMT light”, weil die Käufe begrenzt sind und gleichmäßig Papiere aus allen Euro-Ländern betreffen. Mit den Statuten der EZB ist das wohl vereinbar. Ob die Maßnahmen dagegen zielführend sind, steht auf einem anderen Blatt.

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Vor kurzem ist die Europäische Zentralbank (EZB) dazu übergegangen, auch Unternehmensanleihen zu kaufen. Wie viel Geld die Währungshüter dafür in die Hand nehmen werden, ist nicht bekannt. Das Programm wird aber mächtig in den Markt eingreifen und die Koordinaten der Geldanlage weiter deutlich verschieben.

 

Es geht um Milliarden. Wenn eine Firma Anleihen herausgibt, steht die EZB bereit, bis zu 70 Prozent dieser Emission aufzukaufen. Das heißt: Für Groß- und Kleinanleger bleibt nicht einmal ein Drittel der Papiere übrig. Das Angebot wird also deutlich verknappt werden. Der von der EZB verursachte Nachfrageschub dürfte die Preise ordentlich nach oben treiben, für den Preis niedriger Zinsen.

 

Schon als die EZB im vergangenen März ihr Programm angekündigt hatte, waren die so genannten “Risikoprämien” stark gesunken. Das sind die Zinsaufschläge, die bei Firmenanleihen gegenüber Staatspapieren verlangt werden. Binnen kurzer Zeit sanken diese Prämien um zehn Prozent, bei Anleihen aus der Autobranche sogar um die Hälfte, wie die Helaba ausgerechnet hat. Das ist eine verzerrte Welt, denn natürlich sind die Risiken nicht geschrumpft. Bei Unternehmen kann es schneller zu Ausfällen kommen als bei Staaten (Ausnahmen bestätigen die Regel). Die tatsächlichen Risiken sollten von höheren Zinsen gespiegelt werden.

 

Kritik an dem Programm lässt EZB-Chef Draghi an sich abperlen. Natürlich handelt sich die Notenbank damit den Vorwurf ein, indirekt Firmen zu finanzieren. Der Eingriff ins Wirtschaftsleben kann ganz eklatant ausfallen. Zum Beispiel könnten die neuen Finanzierungskonditionen Unternehmen dazu verleiten, Fusionen und Übernahmen anzustreben, die unter “normalen” Bedingungen gar nicht zu stemmen wären.

 

Auf der anderen Seite stehen Anleger vor einem weiteren Dilemma. Auskömmliche Zinsen bei überschaubaren Risiken werden noch schwerer zu finden sein. Da auch Versicherer und Pensionsfonds betroffen sind, zahlen Privatanleger die Zeche doppelt.

 

Allerdings ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass sich Großanleger nun blind ins Risiko stoßen. Die fundamentalen Daten dürften bei der Anlageentscheidung weiter eine entscheidende Rolle spielen. Auch Privatanleger sollten sich Unternehmen vor einer Investitionsentscheidung genau anschauen. Gewinnsituation und Schuldenstand sind sehr viel wichtigere Kriterien als der Zins.

 

Mal wieder muss also der Risikoradar neu justiert werden. Wohin die Reise geht, zeigt ein Blick auf die Staatsanleihen. Die Umlaufrendite (das ist der Durchschnittszins für deutsche Anleihen) ist erstmals in den negativen Bereich gefallen. Konkret bedeutet dies, dass sich der Bund bis zu einer Laufzeit von neun Jahren nicht nur “für umsonst” verschulden kann. Er bekommt sogar noch etwas dafür.

 

Dass Risiken dennoch wahrgenommen werden, zeigt sich beim Blick auf andere Staaten, die ja Zinsen zahlen müssen. Oder zumindest niedrigere Minuszinsen aufrufen. Bei Unternehmen wird das nicht anders sein.

 

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Die Argumente erinnern sehr an die Heuschrecken-Debatte aus dem Jahr 2005. Damals hatte der damalige Vizekanzler Franz Müntefering Beteiligungsfirmen vorgeworfen, dem Standort Deutschland zu schaden, indem sie Unternehmen aufkaufen, zerlegen und die Einzelteile wieder verhökern. Dieses Mal heißt der Vizekanzler Sigmar Gabriel. Und der ist in Sorge, Chinas Staatsunternehmen könnten die deutsche Unternehmenslandschaft leerkaufen.

 

Schon seit einigen Jahren plagt chinesische Unternehmen der Übernahmehunger. In den vergangenen Monaten haben sie wieder verstärkt zugeschnappt. Aktuell steht der Graphitexperte SGL Carbon auf dem Einkaufszettel. Auch am Maschinenbauer Aixtron und dem Roboterhersteller Kuka haben die Chinesen Interesse bekundet.

 

Schon die früheren Unternehmenskäufe und Beteiligungen haben gezeigt, dass Geld im Prinzip keine Rolle spielt. Chinesische Staatsunternehmen haben Devisenüberschüsse, die eines Exportweltmeisters würdig sind, vor allem in US-Dollar. Ein Ökonom hat mal vorgerechnet, dass das Reich der Mitte sämtliche Dow-Jones-Konzerne aufkaufen könnte. Es gäbe sogar noch Geld zurück.

 

Jetzt aber steht ersteinmal deutsches Knowhow im Mittelpunkt. Das Beuteschema ist klar definiert. Vor allem Autoindustrie und Maschinenbau interessieren die Chinesen und damit zwei Kernkompetenzen der deutschen Wirtschaft. Dabei haben sie vor allem in Mittelständler investiert und machen manchmal mit illustren Namen auf sich aufmerksam. Kraussmaffei, der Baumaschinenhersteller Putzmeister, Kion (die Gabelstaplersparte von Linde), Autoschloss-Spezialist Kiekert und Müllverbrenner EEW Energy befinden sich unter anderem in chinesischer Hand.

 

Nicht wenige Beobachter heben schon den Zeigefinger und warnen davon, dass deutscher Technologievorsprung abgesaugt werden könnte. Kompetenzen und Arbeitsplätze könnten verloren gehen. Deshalb haben zum Beispiel die Kuka-Aktionäre ordentlich Stimmung auf der Hauptversammlung gemacht. Gerade Kuka gilt als sensibel, da das Unternehmen maßgeblich für die Industrie 4.0 steht, also für die Vernetzung von Internet und Industrie.

 

Das ruft die Politik auf den Plan. Doch kann solch ein Protektionismus wirklich funktionieren? Die Franzosen machen es vor. Ohne ein zustimmendes Nicken aus dem Elysée-Palast geht wenig für ausländische und einheimische Firmen. Sigmar Gabriel wird es allerdings schwerfallen, ein Konsortium zu finden, das sich Kuka annehmen könnte. Schon aus diplomatischen Gründen. Deutsche Autohersteller machen sehr gute Geschäfte im Reich der Mitte. Das wird man sich nicht verscherzen.

 

Die Angst vor einem ungewollten Technologietransfer ist durchaus berechtigt. Die Gegenargumente sind aber ebenso klar und einleuchtend. Der chinesische Markt bietet ungeheure Möglichkeiten. Chinesische Eigner könnten sich als ideale Türöffner erweisen und so den deutschen Technologiestandort eher stärken als schwächen. Schließlich schauen Kunden bei hochspezialisierten Maschinen mehr auf Qualität, Präzision und Leistung als auf den Preis.
Bei weniger komplizierter Technik sieht das schon anders aus. Ein Negativ-Beispiel ist die Solarbranche. Hier dominieren inzwischen Billiganbieter aus China den Markt.

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In Leverkusen bahnt sich die größte Firmenübernahme der Geschichte an, und die Reaktionen fallen eindeutig aus. Monsanto-Aktien steigen in Richtung Übernahmeangebotspreis. Einige Versprengte setzen auch noch auf Gegengebote. Schließlich galt BASF auch als interessiert. Bayer-Aktien gehen währenddessen auf Tauchfahrt. Dabei geht es nicht nur um die geplante Kapitalerhöhung. Viele Anleger werden mit dem anstehenden Deal nicht warm. Sie finden 62 Milliarden Dollar (etwa 55 Milliarden Euro) für Monsanto schlicht zu teuer.

Das düfrte aber nicht das einzige Problem sein. Monsanto selbst sieht sich ja gern als Lebensspender, als Streiter für das Ende des Hungers in der Welt. Monsanto-Gegner beschreiben den Konzern als Todesstern, dessen Mission es ist, Leben zu beherrschen und Vielfalt zu vernichten. Die Diskussion um den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat ist dabei nur Spitze des Eisbergs, zeigt aber deutlich, dass Bayer mit seinem Kaufangebot für Monsanto auch jede Menge Konfliktpotenzial einkauft. Das kann zu einem Imageproblem für die normalerweise relativ wohlklingende Marke Bayer werden.

Warum also tut sich Bayer das an? Die Antwort ist einfach: Weil Monsanto Geschäfte macht, die Bayer in Europa nicht machen darf, die die Leverkusener anderswo aber schon machen. Nur ist ihnen Monsanto in vielen Bereichen voraus.

Als großes Ziel steht das Doppel-Monopol. Monsanto und Bayer können Saatgut für Pflanzen liefern, die sich nicht von allein vermehren und die passenden Mittelchen dazu, die der Landwirt versprühen muss, damit die Pflanzen überhaupt überleben. In bestimmten Bereichen lässt sich dann eine marktbeherrschende Stellung quasi gar nicht mehr vermeiden. Und: Durch den Erwerb von Monsanto käme der Genmais quasi durch die Hintertür. In Deutschland verpönt, hätten die Produkte ganz andere Potenziale, würden sie von den USA aus in die Welt getragen.

Die ganz große Sorge sollte sein, ob denn ein Bayer-Monsanto Konzern überhaupt in Leverkusen noch eine Perspektive für sich sieht. Der Laden steht immer dort, wo die Geschäfte laufen. Die Musik in der Agrar-Chemie spielt ganz klar nicht am Rhein. Die Übernahme könnte der erste Schritt sein für eine Auswanderer-Geschichte.

Ein Beispiel dafür ist die Hoechst AG. Im Zuge der Fusion mit Rhone-Poulenc zog das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Aventis nach Straßburg, um sich dann mit Sanofi nach Paris zu fusionieren. Von Hoechst ist am Main nicht viel übrig.

Damals handelte es sich um einen Zusammenschluss auf Augenhöhe. Auch wenn Monsanto für Bayer allenfalls ein Juniorpartner ist, könnten die Marktmächte ungeahnte Anziehungskräfte entwickeln.

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Die Aussicht auf eine lange Ära niedriger Zinsen hat die Koordinaten im Geldanlageuniversum verschoben. Sachwerte sind gefragt. Dazu gehören ganz zweifelsfrei auch Immobilien. Anleger müssen ungeheuer aufpassen.

 

Die eigenen vier Wände stehen hoch im Kurs. Auch Objekte zur Vermietung sind heiß begehrt. Kein Wunder, denn die Bauzinsen sind historisch niedrig. Für Immobilienkredite mit zehn Jahren Laufzeit verlangen Banken (hervorragende Bonität vorausgesetzt) verlangen Banken derzeit durchschnittlich etwas mehr als 1,3 Prozent Zinsen.

 

Dennoch kann so manche Schnäppchen-Finanzierung schnell teuer werden, sollten die gestiegenen Immobilienpreise den Zinsvorteil wieder wettmachen. Dass das durchaus möglich ist, ist ein offenes Geheimnis. Das 25-Fache der jährlich zu erzielenden Kaltmiete gilt als realistischer Kaufpreis. Liegt er darunter, lässt sich als Vermieter mehr verdienen. Doch angesichts gestiegener Immobilienpreise ist das unwahrscheinlich. In einigen Ballungsräumen werden schon Preise aufgerufen, die 30 Jahresmieten übersteigen.

 

Diese Entwicklung lässt sich durchaus als sich aufpumpende Preisblase interpretieren. Ein weiteres Indiz: Immer weniger Menschen können sich ihre eigenen vier Wände leisten. Eine Studie der Postbank hat vor kurzem die Kosten für eine Immobilie zu den durchschnittlichen Jahreseinkommen ins Verhältnis gesetzt. In der Spitzenreiterstadt München kostete 2005 den Berechnungen zufolge eine 100-Quadratmeter-Wohnung knapp neun Jahreseinkommen, im vergangenen Jahr waren es 15. In Hamburg stiegen die Preise im gleichen Zeitraum um drei Jahreseinkommen, ebenso wie in Mainz. Sinkende Preise gab es nur in Wuppertal, Essen, Gelsenkirchen und Chemnitz.

 

Drittes Indiz: die Fondsbranche. Offene Immobilienfonds haben sich zu den größten Favoriten deutscher Anleger entwickelt. Allein im Januar und Februar dieses Jahres flossen 1,78 Milliarden Euro in diese Anlagevehikel. Der Ansturm ist so riesig, dass erste Gesellschaften gar kein Geld mehr annehmen. Der Grund: Es finden sich nicht genügend geeignete Objekte.

 

Und so liegt Anlegergeld, das nicht in Betongold gegossen werden kann, bar herum und wirft somit in diesen zinslosen Zeiten nichts ab, was die Gesamtvorstellung des Fonds natürlich erheblich beeinträchtigt. Offene Immobilienfonds sind keine Kursraketen. Anleger können mit Jahresrenditen um drei Prozent herum rechnen. Das größte Plus ist dabei die Kontinuität, was sich gleichzeitig als gleichzeitig als großes Manko herausstellen kann. Starke Zu- und Abflüsse können nicht kompensiert werden, weil Immobiliengeschäfte nun einmal langsam ablaufen. Das Wort “Immobilie” bedeutet nicht umsonst “unbeweglich”.

 

Dieser Umstand hatte nach der Finanzkrise 2007/2008 die Branche in eine tiefe Krise gestürzt. Großanleger hatten angesichts drastischer Kursverluste an den Aktienmärkten und nach den massiven Zinssenkungen der Zentralbanken offene Immobilienfonds als Tagesgeldkonten “missbraucht“, um auf sichere Art und Weise Geld zu parken und zu vermehren. Unzählige Fonds hatten damals ihre Pforten schließen müssen und ihre Ausschüttungen gestoppt.
Waren es damals massive Abflüsse, die den Fondsmanagern zu schaffen machten, so ist es heute die Geldflut, derer sie sich erwehren müssen. Die Gefahr, dass die Immobilienmärkte eine Finanzkrise auslösen, besteht nach Ansicht der Branche jedoch nicht. Trotzdem ist deutlich zu erkennen, wie sich die Koordinaten der Geldanlage verschieben.

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Es war die Euphorie rund um die “Hochzeit im Himmel”. Die Ehe zwischen Daimler und Chrysler jagte im Jahr 1998 den Kurs der Daimler-Aktien über die Marke von 100 Euro. Solche Höhen wurden seither nie mehr gesehen. Papiere der Deutschen Bank erreichten ihr Allzeithoch Mitte 2007, kurz vor Ausbruch der Finanzkrise. Von den damals 102 Euro sind gerade noch knapp 17 Euro übrig (Stand: 26.04.2016).

 

Niedergänge zweier Weltkonzerne an der Börse. Ganz ähnliche Geschichten erzählen auch die Kursverläufe von Volkswagen und Commerzbank. Und die Parallelen sind ganz erstaunlich, wenn man sie von einer Perspektive betrachtet. Es geht um Vertrauen oder besser: um verlorengegangenes Vertrauen.

 

Es war keine wirkliche Überraschung, als klar wurde, dass nicht nur VW bei Abgaswerten geschummelt hat.  Ein Schock war es schon. Die Branche steht nun endgültig unter Generalverdacht. Sollte sich der Skandal ausweiten, dann werden Autoaktien zu den neuen Bankwerten werden. Diese hatten im Zuge der Finanzkrise nicht nur erhebliche Kursverluste wegstecken müssen sondern auch deutlich an Renommee eingebüßt.

 

Erst war es die Enttäuschung darüber, dass viele Institute vor der Krise hemmungslos gezockt haben, dass sie ihren Kunden Produkte aufschwätzten, die sie eigentlich nicht brauchten. Dann kamen die Geldstrafen und Prozesse und die hohen Regulierungsanforderungen, die bis heute dafür sorgen, dass es auch bilanztechnisch nicht rund läuft.

 

Die Folge: Bankaktien haben sich zu Mauerblümchen an der Börse entwickelt. Anleger schrecken immer noch vor den vielen bestehenden Unsicherheiten zurück. Ein ähnliches Schicksal droht nun auch den Papieren der Automobilhersteller.  Es ist kaum zu erwarten, dass die US-Justizbehörden und Gerichte VW (und neuerdings auch Daimler) schnell vom Haken lassen werden. Die Prozesse werden sich ziehen, die Kosten werden sich kontinuierlich erhöhen. Bis der Skandal sich in – dann hoffentlich saubere – Luft aufgelöst hat werden nicht Monate sondern Jahre vergehen.

 

Zumindest VW hat es versäumt, die Sache schnell und geräuschlos beizulegen. Das ist vermutlich auch angesichts des Umfangs nur schwer möglich gewesen. Dieses Versäumnis allerdings strahlt auf die gesamte Branche ab. Während VW Aktien auf einen Schlag verloren haben, hat sich der Niedergang bei Daimler kontinuierlich vollzogen. Chrysler, Mitsubishi und andere Träume vom Weltkonzern kosteten langsam aber sicher Substanz. Ende 2012 schien die Talsohle durchschritten. Die Stuttgarter glänzten mit steigenden Verkaufszahlen, intelligenter Modellpolitik, schienen alles richtig zu machen.

 

Jetzt folgte der Dämpfer. Wie nachhaltig dieser ist, entscheiden die Manager in Wolfsburg und Stuttgart. Verbraucher vergessen bekanntermaßen schnell. Sie verzeihen “ihrer” Marke. An der Börse ist das nicht so. Einmal verloren gegangenes Vertrauen lässt sich nur sehr schwer wieder herstellen.

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Spaltereien

30.03.2016 16:03 | Stefan Wolff

An der Börse geht der Spaltpilz um. Mischkonzerne sind out. War es früher noch chic, den größtmöglichen Bauchladen zu haben, muss es jetzt der hochspezialisierte Konzern sein. Während Daimler früher von der “Welt AG” träumte und neben der Straße auch die Lüfte und das Weltall beherrschen wollte, besinnen sich die Konzerne heute auf das so genannte Kerngeschäft.

 

Hoechst hat es vorgemacht, der Chemie abgeschworen und mit Rhone-Poulenc in “Life Science” gemacht. Dass sich das ehemals hessische Unternehmen inzwischen selbst wegfusioniert hat, macht es zu einem schlechten Beispiel, dem aber andere folgen. Bayer löste sich erst von der Spezialchemie (Lanxess) und dann vom Kunststoff (Covestro). Reiseveranstalter TUI braucht keine Reederei mehr und Stahlkonzern Thyssen denkt laut daüber nach, wie denn das Leben ohne Stahlgeschäft wäre.

 

Die großen Energieversorger teilen sich in Vergangenheits- und Zukunftsgeschäft auf, manche sagen auch, in Gut und Böse. Was gleich zu der Frage führt, was denn bei Metro aufgeteilt wird und weshalb das Ganze die Anleger so elektrisiert. Es spricht sehr viel für den Entschluss, die Elektronik-Märkte und die Lebensmittel-Sparte zukünftig getrennte Wege gehen zu lassen. Es haben sich einfach zu viele Probleme aufgetürmt, die sich individuell besser anpacken lassen. Außerdem wächst hier auseinander, was nie zusammen gehört hat.

 

Aber die Probleme bleiben erst einmal bestehen. Die Supermarktkette Real ist angestaubt, dringend renovierungsbedürftig. Das gilt nicht nur für die fast 300 Filialen, sondern vor allem für das Image. Real braucht ein Alleinstellungsmerkmal, um gegen Platzhirsch Edeka und andere Konkurrenten, wie Rewe oder den Lidl-Ableger Kaufland, bestehen zu können. Es ist ansonsten nicht unwahrscheinlich, dass die Supermarktkette aus dem Metrokonzern wegfusioniert wird und Metro selbst wieder “nur” Großmarktkette ist.

 

Bei Media-Saturn fehlt ein schlüssiges Online-Konzept, mit dem Amazon und Ebay die Stirn geboten werden kann. Hier ist ein Spagat nötig, denn auf der anderen Seite müssen die Manager ihren Kunden erklären, warum es sich lohnt, die Läden zu besuchen. Geiz ist auch im Internet geil. Ansonsten unterscheidet sich das Einkaufserlebnis vor allem dadurch, dass der Kunde die Ware selbst nach Hause schleppen darf.

 

“Selbstbedienung ist kein Service”, hat Metro-Chef Olaf Koch gesagt und damit angedeutet, wohin die Reise gehen soll. Einkaufen muss wieder zu einem positiv belegten Erlebnis werden. In dem Punkt sind sich dann Lebensmittel- und Elektronik-Abteilung doch näher, als die Trennung es suggeriert.

 

Der Anfang ist gemacht. Für das Management und die Anleger fühlt sich der Entschluss wie ein Befreiungsschlag an, der mit dem Verkauf der Kaufhauskette Kaufhof begann. Dass die Anleger gegen diesen Beschluss meutern könnten, steht jedenfalls nicht zu erwarten. In den Kursgewinnen sind jede Menge Vorschusslorbeeren enthalten. Jetzt muss Metro liefern.

 

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Nullzinsen sind ehrlich? Nullzinsen sind die Bankrotterklärung eines Finanzsystems, das auf dem Zinsprinzip aufbaut. Man kann Zinsen als ungerecht empfinden. Der Islam verbietet die “Riba”. Die Thora gebietet gläubigen Juden, alle sieben Jahre anderen die Schulden zu erlassen. Auch das frühe Christentum kannte ein Zinsverbot. Geblieben ist die bei vielen Menschen tief verwurzelte Überzeugung, dass Geld nur der Lohn für harte Arbeit sein kann. Geld mit dem Einsatz von Geld zu verdienen gilt dagegen als unanständig.

 

Es ist davon auszugehen, dass die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht von religiösen Motiven geprägt ist. Ihre Aufgabe ist es, für Preisstabilität zu sorgen. Das gelingt prächtig. Die Preise steigen so langsam, wie lange nicht mehr. Die Ziele, die die Währungshüter darüber hinaus verfolgen, sind aller Ehren wert. Draghis magische Worte “Whatever it takes…” haben den Euro unbestritten vor dem Zusammenbruch gerettet.

 

Doch jetzt ist Ende Gelände. Die EZB ist am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen. Es war klar, dass dies passieren wird. Denn die EZB konnte und kann mit ihren Maßnahmen nur Zeit kaufen. Und jeder Zeithorizont endet mal.  Die EZB-Politik als “gut” oder “schlecht” zu beurteilen, ist die falsche Kategorisierung. Sie ist eben nur nicht mehr zielführend.

 

Dass die Minizinsen die falschen Anreize setzen, weiß Mario Draghi übrigens selbst. Erst kürzlich hat er betont, dass niedrige Zinsen Strukturreformen nicht ersetzen. Aber wer reformiert schon, wenn der Zaster nur so fließt? Über 80 Prozent der deutschen Bundesanleihen rentieren im negativen Bereich. Eine anstrengungslose schwarze Null ersetzt Investitionen und Reformen. Selbst Staaten, in denen Reformen noch nötiger erscheinen, wie in Frankreich oder Italien, erfreuen sich negativer Zinsen.

 

Probleme lassen sich nicht mit jenen Mitteln lösen, durch die sie entstanden sind, hat Einstein mal gesagt. Doch genau versucht die EZB. Die zu lange zu niedrigen Zinsen haben in den USA Subprime-  und Finanzkrise ausgelöst. Die darauf gefolgte weltweite Bankenrettung hat das Schuldenproblem vieler Staaten hochploppen lassen.

 

Kritiker wenden nun ein, das Problem sei entstanden, weil die Leitzinsen zu schnell gestiegen seien. Stimmt, aber auch das offenbart einfach nur das Versäumnis der US-Notenbank. Sie hatte zu lange gezögert, die Zinsen der Realität anzupassen.

 

Die EZB kann die Probleme, die sie lösen soll, gar nicht lösen. Sie kann die Energiepreise nicht beeinflussen und die Demografie auch nicht. In Japan beispielsweise lähmt die Überalterung der Bevölkerung den Konsum. Die Geldpolitik ist seit Jahrzehnten ultra-expansiv. Niedrige Zinsen sind aber kein Jungbrunnen.

 

Das eigentliche Problem ist, dass die EZB als Finanzfeuerwehr den schwelenden Brand unter Kontrolle behält, dass aber der Löschwasserschaden immer größer wird. Und der geht weit darüber hinaus, dass Sparer fürs Nichtstun keine Zinsen mehr erhalten. Lebensversicherungen, Pensionskassen, Krankenkassen und deren Leistungen sind in Gefahr, weil sie gar nicht so stark ins Risiko gehen dürfen.

 

Ein weiteres Beispiel ist das Stiftungswesen. 21.300 Stiftungen spenden ihre Zinserträge, fördern Kunst und Kultur, begabte und in Not geratene Menschen. Wie “normale” Sparer auch stehen die Einrichtungen vor der Wahl: Gehen sie stärker ins Risiko oder legen sie mehr Geld auf die hohe Kante um ähnliche Erträge zu erzielen wie vorher?
Am Ende könnten auch dort weniger Gelder fließen. Nullzinsen sind in immer mehr Bereichen nicht ehrlich, sondern ganz großer Mist.

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Wenn es die Europäische Zentralbank (EZB) als ihre Aufgabe betrachtet, die Aktienkurse hochzujazzen, dann hat sie mit ihrem neuesten Beschluss alles richtig gemacht. Sollte es darum gehen, für Stabilität und Wachstum im Euroraum zu sorgen, heißt es : “Setzen, sechs.” Denn die Geldpolitik läuft ins Leere, während die Zahl der Kollateralschäden kontinuierlich wächst.

 

Die Inflationsrate  im Euroraum ist zuletzt auf -0,2 Prozent gesunken. Sie ist damit meilenweit von der gesetzten Zielmarke von zwei Prozent entfernt. Immer noch drücken die niedrigen Energiepreise auf die Teuerung. Dass die EZB dagegen nicht (erfolgreich) anrennen kann, dürfte außerhalb des Eurotowers Konsens sein.

 

Das Kreditgeschäft springt nur langsam an. Das liegt daran, dass Unternehmen keine Kredite aufnehmen, nur weil der zu zahlende Zins heute um zwei Basispunkte niedriger ausfällt als gestern. Außerdem behindern sich europäische Bankenregulierer und Geldpolitiker gegenseitig. Wenn die Banken für ihre Ausleihungen immer mehr Eigenkapital hinterlegen müssen, kann die Zurückhaltung der Branche eigentlich nicht wundern.

 

Das sind zwei Gründe von vielen dafür, dass auch der radikale Schnitt der EZB verpuffen wird. Nullzins hatten wir de facto schon. Die höheren Parkgebühren für Banken werden allenfalls deren Bargeldbestände nach oben treiben. Und das Anleiheaufkaufprogrammen ist zwar gut für die schwarze Null, doch um marode Brücken sanieren zu können bedarf es eher eines Infrastrukturprogramms, das es aber in Deutschland wegen der fast schon götzenhaft verehrten schwarzen Null (sic!) nicht geben wird.

 

Der Bundesverband Öffentlicher Banken bezeichnet die EZB-Politik als “geldpolitische Irrfahrt” und das zurecht. Das Geschäftsmodell der Volksbanken und Sparkassen wird nachhaltig beschädigt. Kleine Sparer haben kaum mehr eine Chance, ihren Rentengroschen zu vermehren, sodass ihnen im Alter eine Versorgungslücke droht.

 

Schließlich trifft der Negativzins auch die Assekuranzen. Selbst die Krankenkassen leiden, weil ihren Angaben zufolge die Rücklagen in den Gesundheitsfonds negativ verzinst werden. Erste Kassen rufen bereits nach staatlicher Hilfe, was übersetzt Steuergelder bedeutet, die ja bekanntlich aus dem Säckel jener stammen, die auf ärztliche Versorgung angewiesen sind. Nach einem weiteren Kassen-Soli vermutlich umso mehr.

 

Die Negativzinsen werden also zumindest indirekt die Taschen der Verbraucher leeren. Und direkt auch. Denn die Negativzinsen fressen sich wie ein schleichendes Gift ins Finanzsystem. Nicht nur Staaten können sich auf diese Weise gegen Gebühren finanzieren (also, ohne Zinsen zu zahlen). Der relativ kleinen Bank Berlin Hypo ist es gelungen, eine 500 Millionen Euro schwere Anleihe zu platzieren. Die Nachfrage war so groß, dass Anleger bereit waren, -0,162 Prozent Zinsen zu akzeptieren.

 

Es ist das erste Mal, dass eine nicht-staatliche Anleihe bei der Ausgabe negative Zinsen ausweist. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

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“I got you Babe.” Das Lied, von dem der von Bill Murray gespielte Phil Connors täglich im Film “Und täglich grüßt das Murmeltier” geweckt wurde, dürfte sich derzeit nicht in der Playlist von Börsenchef Carsten Kengeter befinden. Denn von einem Zusammenschluss mit der Londoner Konkurrenz ist die Deutsche Börse noch recht weit entfernt. Trotzdem ist Murmeltiertag an der Börse. Wer schon ein paar Tage das Geschehen und die Schlagzeilen beobachtet, fühlt sich schnell in einer Zeitschleife gefangen.

“Deutsche Börse und LSE wollen fusionieren.” Die Schlagzeile weckt Erinnerungen. Keine ruhmreichen, denn seit der Jahrtausendwende versucht die Börse, einen großen Zusammenschluss hinzubekommen. Bislang vergeblich. Gleich zweimal scheiterten die Fusionspläne mit London. Im Jahr 2000 hatte der schwedische Börsenbetreiber OM Gruppen für einen heißen Börsenherbst gesorgt und Gegengebote für die LSE abgegeben. Letzendlich scheiterten die Deutschen aber an den LSE-Eignern.

Vier Jahre später war es der Hedgefonds TCI, der als Großaktionär der Deutschen Börse die Fusionspläne mit London vereitelte und in Form einer Sonderdividende die Kriegskasse der Frankfurter plünderte. Damit war nicht nur die #Heuschreckendebatte geboren. Die geplatzte Fusion markierte auch das Ende des damaligen Börsenchefs Werner Seifert.

Um seinen Kopf muss Kengeter sicher nicht fürchten. Doch steht der geplante Zusammenschluss unter unerwünschtem Zeitdruck, da das Vorhaben deutlich früher an die Öffentlichkeit gesickert ist, als es den Verhandlungspartnern lieb ist. Somit wird der gesamte Prozess öffentlich diskutiert und in jedem Fall wird der Zusammenschluss teurer als gedacht. Schließlich steht zu erwarten, dass die US-Börse ICE (Intercontinental Exchange) mit einem Konterangebot um die Ecke biegen wird.

Dabei hat das in Atlanta ansässige Börsennetzwerk eigentlich kein Interesse am europäischen Geschäft. Nach der Übernahme der NYSE Euronext behielt die ICE neben der Wall Street nur die Londoner Terminbörse Liffe. Die eigentliche Vierländerbörse Euronext und damit die Handelsplätze Amsterdam, Brüssel, Paris und Lissabon ging im Juni 2014 als eigenständiges Unternehmen an die Börse.

Auch die Deutsche Börse hatte versucht, mit der NYSE Euronext anzubandeln. Dagegen hatten aber die Kartellbehörden etwas, weshalb die kartellrechtliche Betrachtung eines Zusammenschlusses zwischen der LSE und der ICE kritisch aussehen würde. Die mögliche Fusion zwischen London und Frankfurt dürfte auch nicht ohne kartellrechtliche Einschränkungen vonstatten gehen. Viel wichtiger aber ist die politische Komponente.

Börsenhandel ist eine hoheitliche Aufgabe. Das hessische Wirtschaftsministerium als Aufsichtsbehörde muss überzeugt werden, dass der Gang von Eschborn nach London das eigentliche Börsengeschehen nicht einschränkt. Der (ebenfalls wichtige) Wertpapierhandel auf dem Frankfurter Parkett sollte nicht das Einzige bleiben, was vom Finanzmarkt am Main übrig bleibt.

Schließlich denkt und handelt die Deutsche Börse als gewinnorientiertes Unternehmen. Wer mag das verübeln? Umso mehr aber ist dann die Politik gefragt, das beste für den Finanzplatz herauszuholen. Machen wir uns nichts vor: Wenn Werner Seifert seinerzeit erfolgreich gewesen, der eigentliche Aktienhandel nach London gewandert und der (damals florierende) Neue Markt in Frankfurt verblieben wäre, dann wäre der Finanzplatz heute mausetot.

Die Deutsche Börse muss sich auch nicht unter Wert verkaufen. Mit ihrem hochmodernen Handelssystem und der vermutlich breitesten Wertschöpfungskette der Wertpapierbranche kann sie auch weiter allein bestehen, sollte London zu teuer werden. Und sollte das Vorhaben nicht gelingen und die Euronext, die Chicago Mercantile Exchange, die Borsa Italiana oder die Schweizer Börse auf dem Radarschirm auftauchen, ist wieder Murmeltiertag.

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Die Deutsche Börse hat gut Lachen. Die heftigen Kursschwankungen spülen dem Konzern eine Menge Geld in die Taschen. Ganz anders sieht das bei den Anlegern aus. Profis und Private brauchen Nerven wie Drahtseile.

 

Es gibt ein Wort, dass Aktienhändler nur selten in den Mund nehmen. Es lautet: “Panik”. Doch wie anders als mit “Panik” soll man den steilen Kursrutsch der vergangenen Tage und Wochen sonst erklären? Auch die Erholungsversuche fallen entweder zaghaft aus oder aber – wie zuletzt – mit Wucht. Auch eine Art von Panik.

 

Doch wo kommt diese Panik her? So panisch die Märkte agieren, so übertrieben sind inzwischen die Kursverluste. Was in den Boomzeiten nach oben ins Kraut schoss, fällt nun auf der Verlustseite zu sehr in die Grütze. Die Weltwirtschaft funkt langsameres Wachstum. Doch die deutsche Wirtschaft präsentiert sich (noch) robust. Der Konsum bleibt eine solide Säule. Außerdem sind die staatlichen Investitionen angezogen. Die gewachsenen außenwirtschaftlichen Probleme stören da, doch können die Verwerfungen kompensiert werden. Jedenfalls scheinen die aktuell grassierenden Konjunkturängste aus dieser Perspektive überzogen zu sein.

 

Doch die Angst steht im Raum. Anleger fürchten eine erneute Finanzkrise. Der niedrige Ölpreis belastet Förderländer und -firmen. Das könnte, so die Befürchtung, auf deren Kreditgeber, also die Banken abstrahlen. Dass eine einzige Branche den gesamten Finanzsektor ins Tal der Tränen stürzen könnte, ist keine unbegründete Sorge. In den Jahren 2007 und 2008 waren es die Immobilien, dieses Mal könnte es das Öl sein. Die Kosten für die Absicherung von Kreditrisiken (Credit Default Swaps/CDS) sind bei der Deutschen Bank auf den höchsten Stand seit etwa dreieinhalb Jahren gestiegen.

 

Und trotzdem drängen sich die Parallelen, die da gesehen und durchgespielt werden, nur zum Teil auf. Unbestreitbar haben Ölförderer ein Problem. Die Ausrüstungsinvestitionen gehen zurück. Kreditausfälle sind durchaus wahrscheinlich, aber überschaubar. Einer Studie zufolge sind von etwa 500 untersuchten Unternehmen ungefähr 175 von einer Insolvenz bedroht. Die Schulden werden auf 150 Milliarden US-Dollar (135 Milliarden Euro) beziffert. Das ist eine Menge Holz, bedeutet im Umkehrschluss jedoch, dass das Weltfinanzsytem eine Hypo Real Estate könnte verkraften müssen. Das ist machbar.

 

Die Immobilienblase damals war flankiert von einer massiven Spekulationswelle geplatzt. Am Ende lösten nicht die gefallenen Häuserpreise in den USA eine Finanzkrise aus, sondern die unzähligen Verbriefungen und Wetten auf den Häusermarkt, die zum Teil bis heute ihr Zombie-Dasein in diversen Bad Banks fristen. Ein solches Chaos droht dieses Mal mit großer Wahrscheinlichkeit nicht.

 

Sehr viel wahrscheinlicher ist es da, dass an den Aktienmärkten die Zinswende in die Kurse eingearbeitet wird. Kaum signalisiert die US-Notenbank, die nächsten Schritte auf die lange Bank schieben zu wollen, steigen die Kurse wieder.

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“Ich sehe mehr zinslose Risiken als risikolose Zinsen.” Ein Bonmot von Martin Blessing bringt das ganze Dilemma auf den Punkt. Geäußert hat sich der Commerzbank-Chef auf einer Bundesbank-Tagung, als ausgerechnet die Profitabilität europäischer Banken kritisiert wurde.

 

Klassisches Bankgeschäft lebt von einer Marge, von dem Unterschied zwischen Kreditzinsen (was Banken kassieren) und den Guthabenzinsen (was Banken zahlen). Natürlich kommen noch Gebühren und Provisionen dazu aber im Grunde genommen ist es das, außer es kommen Investmentbanking oder kriminelle Energie ins Spiel. Oder beides.

 

Wo soll es also herkommen? Anleger (auch Banken und Versicherer), die auf Sicherheit setzen, zahlen drauf. 70 Prozent aller Bundesanleihen werfen negative Renditen ab, hat die DZ Bank ausgerechnet. Dass sich diese Situation eher noch verschärfen als entspannen wird, liegt auf der Hand. EZB-Chef Mario Draghi hält an seinem Kurs fest. Er glaubt immer noch, mit Anleihekäufen Inflation erzeugen zu können. Wenn in einem Jahr die Rohölpreise deutlich höher sein sollten als jetzt und die Inflationsrate über einem Prozent liegen sollte, wird er das EZB-Programm sicher dafür preisen.

 

Bei der US-Notenbank läuft es nicht in Sachen Zinswende. Die Renditen für US-Anleihen sind auf den tiefsten Stand seit zehn Monaten gefallen. Alle Zeichen stehen auf Negativzins. Japans Notenbank ist inzwischen dem Beispiel der EZB gefolgt. Wer sein Geld bei der Zentralbank parkt, muss Parkgebühren zahlen. Die Kreditvergabe soll so angekurbelt werden. Doch halten die Währungshüter die Unternehmen wirklich für so naiv, dass sie Kredite abschließen, nur weil die Kosten um 0,3 Prozentpunkte günstiger sind als vor einer Woche? Die Auftragslage und die allgemeine Stimmung in der Wirtschaft dürften da ausschlaggebender sein.

 

Mit Blick auf die Banken ist es eine Frage der Zeit, wann der negative Zins auf die Kunden übertragen wird. Natürlich wird auf dem Tagesgeldkonto bei den Konditionen nicht “-0,5 Prozent” stehen .Aber es steht zu erwarten, dass Dienstleistungen in Zukunft mit höheren Gebühren vergolten werden müssen. Die ökologisch-sozial wirtschaftende GLS-Bank beispielsweise will einen “Grundsolidarbeitrag” einführen, eine monatlich zu entrichtende Gebühr. Die Kunden sollen ganz angetan von der Idee sein.

 

Ein bisschen merkwürdig ist es schon, wenn in einem auf Zinsen basierenden Finanzsystem die Zinsen abgeschafft werden. Im Grunde genommen stellen die Hüter des Systems das System in Frage.  Diese Einsicht hat sich auch an den Finanzmärkten Raum gegriffen. Der Kursrutsch der vergangenen Wochen zeigt deutlich, dass die Notenbanken ihren Zauber verloren haben. Der Glauben, die EZB werde es schon richten, ist jedenfalls deutlich weniger geworden. Die Kursfeuerwerke verhallten nach jedem “all it may take” Draghis schneller.

 

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Der Ölpreis befindet sich im freien Fall. Am Freitag fiel auch Öl der Nordseesorte Brent unter 30 US-Dollar je Barrel. Das bedeutet, dass ein Liter Rohöl im Moment zu etwa 17 Euro-Cent gehandelt wird. Das ist weniger, als Discounter für einen Liter Sprudelwasser aufrufen.

 

Eine ganze Zeit galt der billige Ölpreis als willkommenes Konjunkturprogramm. Billiges Öl kurbelt die Wirtschaft an, so der Leitsatz.  Der gilt aber nur für jene, die Öl verbrauchen. Mit ziemlicher Wucht treten nun die Risiken und Nebenwirkungen zutage. Russland ist da nur ein Beispiel. Das Land, dessen Staatshaushalt etwa zur Hälfte von Öl und Gas abhängt, sieht sich selbst am Rande des Bankrotts. Zumindest sieht Ministerpräsident Dmitri Anatoljewitsch Medwedew die Gefahr.

 

Auch Saudi Arabien leidet. Das Land muss im zweiten Jahr in Folge ein Staatsdefizit verkraften. Im Haushalt fehlen 100 Milliarden US-Dollar. Bei den aktuellen Ölpreisen würden die Rücklagen etwa fünf Jahre reichen, schätzen Experten. Die Bewohner des Königreichs müssen sich wohl auf höhere Steuern und gestrichene Subventionen einrichten.

 

Wenn Verbraucher nun (zu Recht) sagen, dass sich ihr Mitleid mit russischen Oligarchen und reichen Scheichs eher in Grenzen hält, ist das klar. Tanken macht Spaß. Die Wohnung ist schön warm, und es bleibt immer noch Geld übrig. Doch die Nachteile des billigen Öls greifen sich auch hierzulande Raum.

So haben die niedrigen Spritpreise den Ehrgeiz der Autohersteller erlahmen lassen, so schnell wie möglich so viel E-Autos wie möglich auf die Straße zu bringen. Auto-Analysten berichten sogar, die Forschung sei zu einem Feigenblatt verkommen. Wozu auch mehr, wenn doch SUVs weggehen wie warme Semmeln? Von den 3,2 Millionen neu zugelassenen Fahrzeugen in Deutschland hatten gerade mal knapp 12.400 einen Elektromotor.

 

Nicht nur bei den Autos werden die Nachteile des billigen Öls sichtbar. Eigentlich müsste sich alle Welt für die Zeit nach dem Öl bereit machen, doch davon ist wenig zu spüren. Besonders hart trifft das ausgerechnet jene Unternehmen, die Öl fördern und transportieren. der niedrige Preis hat die Gewinne schrumpfen lassen. Investitionen wurden heruntergefahren, das heißt: Die Anstrengungen, neue Quellen zu erschließen, liegen brach.

 

Die Suche nach Alternativen ist ins Stocken geraten. Immer mehr Forschungsprojekte werden auf Eis gelegt oder gleich ganz aufgegeben, wie zum Beispiel ein vielversprechendes Vorhaben aus Pappeln Sprit zu gewinnen. Kurz vor der Marktreife zog sich die US-Regierung aus den Aktivitäten zurück.

 

Wenigstens haben Unternehmen, die viel Öl verbrauchen, wegen des niedrigen Preises Geld zur Verfügung, um sich für die Zukunft zu wappnen. Auch Landwirte profitieren. Sie können günstiger Lebensmittel produzieren. Und mehr davon, denn so lange Öl so billig ist, ist es unlukrativ, Mais zu Sprit zu verarbeiten oder mit Weizen zu heizen. Mit Blick auf das Fracking leistet billiges Öl sogar einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz. Es lohnt sich schlicht nicht, Gesteinsschichten aufzubrechen und das Schwarze Gold mit Hilfe von Chemikalien ans Tageslicht zu spülen.
Doch für einen langfristigen Wandel zum Beispiel der Landwirtschaft, wird der Ölpreis nicht lange genug niedrig sein. Wenn die Nachfrage wieder anziehen sollte oder alte Quellen versiegen, dann kann Öl in der aktuellen Situation sehr schnell knapp werden. Auch wenn es im Moment überhaupt nicht danach aussieht, könnte die aktuelle Situation einen Preisschock auslösen.

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So hatten sich die Anleger den ersten Börsentag des Jahres 2016 sicher nicht vorgestellt. Der Jahresauftakt ist verkorkst. Die Diskussionen, inwieweit das ein schlechtes Omen für das Gesamtjahr ist, schallen durch die Redaktionen und Chatrooms.

 

Überraschend ist die Wucht, mit der sich die Sorgen um die Wirtschaft Chinas zurück gemeldet haben. Schließlich kommt die Wachstumsschwäche alles andere als überraschend. Der Umbau der chinesischen Wirtschaft von einer billigen verlängerten Werkbank des Westens zu einem Hightech-Standort ist gewollt. China will sich so von seiner Abhängigkeit von der Welt lösen. Dienstleistung und Konsum sollen eine kaufkräftige Mittelschicht herausbilden.

 

Der Umbau verläuft allerdings sehr viel holperiger als erwartet. Das Wachstumsziel von sieben Prozent für 2015 ist deutlich verfehlt worden. Experten taxieren das Plus beim Bruttoinlandsprodukt auf nur noch 6,8 Prozent, Tendenz schrumpfend. Doch selbst diese Zahl ist höchstwahrscheinlich geschönt. In diesem Jahr wird das Reich der Mitte ganz sicher mit weiteren Hiobsbotschaften aufwarten.

 

Vor allem die Industrie schwächelt. Weniger Investitionen bedeuten auch, dass die Ausrüster – unter ihnen viele deutsche Maschinen- und Anlagenbauer – kleinere Brötchen werden backen müssen. Der Branchenverband VDMA rechnet in diesem Jahr mit einem Rückgang der China-Geschäfte um fünf Prozent.

 

Jede Medaille hat jedoch zwei Seiten. China verfügt nämlich immer noch über einen stark wachsenden Dienstleistungssektor und stetig steigenden Konsum. Die vom Sportartikelhersteller Adidas gerade angehobenen Prognosen scheinen die Einschätzung zu bestätigen, dass hier einige Möglichkeiten schlummern, die auch der Autoindustrie nützen dürften.

 

Außerdem haben es deutsche Exporteure verstanden, sich nicht zu abhängig von einem Markt zu machen. China ist zwar Deutschlands viertwichtigster Handelspartner nach Frankreich, den USA und Großbritannien, doch kommt den Exporteuren die gerade wieder erstarkende US-Wirtschaft sehr zupass. Gepaart mit einem starken Dollar ist das ein angenehmes Trostpflaster.

 

Tröstlich aus Sicht der Unternehmen ist auch, dass Börse und Wirtschaft in China weniger gemein haben als hierzulande. Dem Einbruch im vergangenen Sommer war ein Kursfeuerwerk vorausgegangen, das Chinas Regierung mit allen Mitteln hatte fortsetzen wollen. Jetzt, da die ausgesprochenen Verkaufsverbote wohl auslaufen, bringen Kleinanleger ihre Schäfchen ins Trockene, bevor sie noch billiger verkaufen müssen. Das führt zu Verwerfungen. Schwache Wirtschaftsdaten sind da eher ein Auslöser für einen Druck, der sich sowieso ein Ventil gesucht hätte.

 

Und trotzdem bleiben natürlich Unsicherheiten. Wenn Chinas Börsen niesen, kann Asien eine Grippe bekommen. Ansteckungsgefahren sind da nicht ausgeschlossen. Vier Jahre in Folge sind die Aktienmärkte glänzend gelaufen. Der Dax hat in diesem Zeitraum 82 Prozent zugelegt. Doch jede Rally endet irgendwann einmal und so sind viele Analysten und Volkswirte schon vor dem China-Crash auf eine vorsichtigere Linie eingeschwenkt und das aus gutem Grund. Zwar dürfte die lockere Geldpolitik der EZB auch weiter Aktien als Geldanlage ins Rampenlicht stellen, doch die Unsicherheiten wachsen.

 

Auch wenn alle Welt von der “Zinswende” gesprochen hat: Steigende Zinsen in den USA werden die Hausse nicht stoppen. Die US-Notenbank verschafft sich mit ihren Schritten nur ein neues Polster, um im Ernstfall die Zinsen wieder senken zu können. Außerdem hat die Fed in einem Wahljahr noch nie an den Zinsen gedreht.

 

Auch die Wirtschaft läuft weiter recht rund. Die Unternehmen sind vorsichtig optimistisch. Es sind vor allem die politischen Unsicherheiten, die aus heutiger Sicht das Jahr prägen werden. Europa droht auseinanderzufallen. Rechtspopulistische Regierungen gefährden die Existenz eines einheitlichen Wirtschaftsraums. Wiederbelebte Grenzen könnten den freien Handel bremsen. Über allem schwebt die Furcht vor dem Brexit. Sollte sich Großbritannien tatsächlich für einen Austritt aus der EU entscheiden, würde das die Gemeinschaft in ihren Grundfesten erschüttern. Hinzu kommt die wachsende Skepsis gegenüber dem Euro in immer mehr Mitgliedsstaaten.

 

Mit China hat sich ein alter Bekannter unverhofft gemeldet. Das macht neue Höchststände für den Dax in der ersten Jahreshälfte unwahrscheinlicher, aber nicht unmöglich. Richtig problematisch wird es nach der Sommerpause.

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