Houston, wir haben ein Problem!
Freitag, 26. Februar 2010 | 21:00 Uhr | von andreaEs ist das eingetreten, vor dem mich die Besserwisser-Mütter gewarnt haben. Dass zuzugeben fällt mir schwer. Denn ich mag Besserwisser-Muttis nicht und gebe ihnen nur ungern recht. Strafend schauten sie mich an und schüttelten den Kopf als ich sagte, Lia nimmt keinen Nuckel, sie lutscht am Daumen, wenn sie müde ist. Ich fand das anfangs ja nicht so schlimm, denn es hat den Vorteil, dass sie sich nachts selbst beruhigen kann, wenn sie aufwacht. Seit 3 Monaten mussten wir nicht ein einziges mal nachts aufstehen. Ich fand das auch nicht so schlimm, weil sie nicht zu oft am Daumen nuckelt. Aber ich wurde gewarnt vor Schiefstand der Zähne, was ein Lispeln zur Folge hat und vor einem wunden Daumen. Und genau das ist nun eingetreten. Der Daumen ist wund. Wir dachten, wir verbinden Lia einfach den Daumen und gut ist. Aber das Kind ist ja clever. Den Verband, den wir so sorgsam angelegt haben, damit sich der Daumen beruhigt und sie ihn nicht mehr in den Mund nimmt, den hat sie erst in den Mund genommen und dann – wie auch immer – abgezogen. Und zack war der Daumen wieder im Mund. Ich habe alle möglichen Nuckelformen und –Größen ausprobiert. Immer wenn der Daumen in den Mund wanderte, selbigen raus gezogen und Nuckel rein. Ach, das ist immer ein lustiges Spiel. Lia fängt dann an zu lachen, nimmt den Nuckel wieder raus, inspiziert ihn, steckt ihn mal kurz wieder rein, kaut drauf rum, kaut auf dem Plastikteil, nimmt ihn wieder raus und schmeißt ihn weg. Es scheint keine Chance zu geben sie an den Nuckel zu gewöhnen. Ich habe ihn ihr von Anfang an angeboten. Anfangs fand Lia den Nuckel noch okay, aber irgendwann hat sie ihn verschmäht und wollte nur noch ihren Daumen. Was sollen wir denn tun? Der Daumen hat sich Gott sei Dank noch nicht verschlimmert, er ist noch nicht schlimm entzündet. Noch nicht. Wie kann ich verhindern, dass das passiert? Wie kann ich Lia das Daumennuckeln abgewöhnen? Denn wenn die Besserwisser-Muttis schon mit dem wunden Daumen recht behalten haben, dann haben sie vielleicht auch mit dem Zahnschiefstand und dem daraus folgendend Lispeln recht. Welche Erfahrungen habt Ihr mit Daumenlutschern gemacht? Und keine Angst, Ihr seid keine Besserwisser-Muttis, wenn Ihr mir Tipps gebt.
Wir haben noch ein weiteres Problem. Ich füttere Lia noch in der Wippe. Der Hochstuhl steht zwar schon und wartet auf sie, aber ich setze sie da noch nicht rein, weil sie ja noch nicht allein sitzen kann. Und erst wenn die Kiddis allein sitzen können sollen sie ja in den Hochstuhl gesetzt werden. Schadet sonst dem Rücken. Lia wird aber immer unruhiger in der Wippe. Sie versucht sich immer aufzusetzen, streckt sich nach hinten durch ins Hohlkreuz, spielt mit ihren Beinen, wedelt mit den Armen, so dass das Füttern immer mehr zum Abenteuer wird. Wenn ich sie auf meinem Schoß habe ist es auch nicht leichter. Es klappt gut, wenn einer von uns beiden sie auf dem Schoß hat und der andere sie füttert. Aber mein Mann ist ja nicht immer da. Zur Probe habe ich Lia schon mal in den Hochstuhl gesetzt. Sie sitzt aufrecht drin und sie scheint es Klasse zu finden. Ich hoffe, das Füttern wird dann wieder leichter, wenn sie da drin sitzt sobald sie von allein sitzen kann.
Und unsere Madame scheint zu einer kleinen Mäcklerin zu mutieren. Noch ein Problem. Sobald ihr Essen nicht fein püriert ist, sondern ein bisschen stückig, wird es verschmäht. Dann werden Mund und Augen zusammen gepresst und der Kopf weg gedreht, was eindeutig sagt: Behaltet den Mist für Euch, ich will das Zeug nicht! Stückiger Brei für Kinder ab 8 Monate mag für andere Kinder ab 8 Monate ja ganz spannend sein, nicht so für Lia. Ich geb ihr zwischendurch ab und zu was zum Knabbern. Mohrrüben, Brot, Babykeks etc. Sie beißt mit ihren 6 Zähnchen zwar gut ab, aber sobald das Stück im Mund ist wird es hinaus befördert. Wie haben denn Eure Kinder auf stückiges Essen reagiert? Wie kann ich sie da ranführen? Ich habe den 8-Monatsbrei ja schon mit dem fein pürierten 4 Monatsbrei vermischt, aber auch das hat nicht funktioniert.
Und es scheint bald noch ein Problem zu geben. Das der Kinderbetreuung. Ab Oktober/November wollen wir Lia 2-3 Tage in der Woche in der Kinderkrippe oder von einer Tagesmutter betreuen lassen. Aber ich merke, wir haben viel zu spät mit der Suche begonnen. Die Wartelisten sind leider sehr lang und die Chancen stehen schlecht, dass wir einen Platz für Lia bekommen. In Berlin, wo ich ja vorher gelebt habe, ist die Situation ganz anders, da gibt es viel mehr Plätze für Kinder unter 3 Jahre. Da wird es Müttern viel leichter gemacht nach der Elternzeit wieder arbeiten zu gehen. In Hessen gibt es nicht einmal 20.000 Plätze für unter Dreijährige! Insgesamt liegt in Hessen der Anteil ganztags betreuter Kinder unter drei Jahren aktuell bei nicht mal 20 Prozent. Was machen denn die Eltern der anderen 80%? Ich kenne viele Mütter, die wollen nach einem Jahr wieder arbeiten, nicht erst nach 3 Jahren. Ich arbeite ja auch schon wieder. Ich bin ja in der DDR aufgewachsen, da war es ganz normal, dass frau nach einem Jahr wieder arbeiten ging. Natürlich ist es schön fürs Kind, wenn die Mama lange zu Hause ist. Aber es hat auch noch keinem Kind geschadet mit ca. einem Jahr zusammen mit anderen Kindern betreut zu werden. Und jede Frau sollte zumindest die Wahl haben selbst zu entscheiden, ob sie länger zu Hause bleiben oder arbeiten will. Eine Freundin von mir, die die Zeit mit ihrem Kind unglaublich genießt, hätte trotzdem gern nach einem Jahr wieder gearbeitet, reduziert, und hat sich auf die Wartelisten setzen lassen. Ihr Kind ist jetzt 16 Monate alt, sie hat immer noch keinen Betreuungsplatz für ihre Tochter und muß ihren Chef immer wieder vertrösten. Ich hoffe, dass unsere neue Bundesfamilienministerin aus Hessen sich dieses Problems sehr bald annimmt und dafür sorgt, dass Mütter nicht mehr gezwungen sind zu Hause zu bleiben.
Meine Freundin hat neulich bei einer Tagesmutter hospitiert um zu schauen, ob das für ihre Tochter in Frage kommt. Was sie allerdings irritiert hat war die Tatsache, dass die ganze Zeit der kleine wilde Hund der Tagesmutter zwischen den Kindern umher sprang. Meine Freundin hat selbst einen Hund, aber es hat sie doch gewundert, dass die Tagesmutter ihren Hund so intensiv in die Kinderbetreuung mit integrierte. Der zweite Hund schlief dagegen die ganze Zeit.
Welche Erfahrungen habt Ihr denn mit Tagesmüttern gemacht? Welche guten? Welche schlechten? Welche seltsamen? Welche lustigen? Welche Tipps habt Ihr für Eltern, die noch auf der Suche sind nach einer Kinderbetreuung? Bin gespannt auf Eure Antworten und dankbar für Eure Tipps! Damit ich die Besserwisser-Muttis nicht fragen muß ☺.
Alles Liebe
Eure Andrea


